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Archiv für die Kategorie ‘Theater’

Shakespeares Sommernachtstraum mit Weltstar Klaus Maria Brandauer

Auch nach mehr als 400 Jahren ist William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von bezaubernder Intensität und hat seit jeher die Fantasie von Dichtern, Komponisten und Schauspielern zu unterschiedlichsten Inszenierungen inspiriert. Dass aber ein Mann Shakespeares Traumgestalten zu einen Gesamt-Ensemble in sich vereinigt und deren schillernde Charaktere gegeneinander ausspielt, das hätte sich das englische Ausnahme-Genie sicher selbst nicht träumen lassen.

In den rund 90 Minuten vewandelte sich Weltklasse-Darsteller Klaus Maria Brandauer in rund zwanzig Rollen und löste allein mit der Kraft der Sprache die Knoten der verwickelten Beziehungskomödie mit überlegener Ruhe oder hektischem Sprachgewirr. Er mimt den zornbesessenen Oberon, der später gnädig gestimmt und von Reue geplagt sein eigenes Handeln in Frage stellt ebenso kraftvoll wie den närrischen Kobold Puck, der mit einer vom Liebesrausch betäubten Titania verschwindet.

Um es schon vorweg zu nehmen: Eine Klassikzertrümmerung hat Klaus Maria Brandauer mit Shakespeares Sommernachtstraum nicht veranstaltet, wohl aber brachte er eine neu aufgearbeitete und sehenswerte Version des 400 Jahre alten Klassikers über die Wirren und Abgründe der Liebe auf die Bühne. Und genau das hatte sich der Burgschauspieler auf Lebenszeit mit seiner Neuinszenierung auch vorgenommen.

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Opernabend mit Anna Netrebko in Baden-Baden

Warum reist der Opernliebhaber nach Baden-Baden? Ein Grund ist natürlich das Festspielhaus, um dort internationale Stars einmal live zu erleben, die man sonst im heimatlichen Opernhaus nicht zu hören bekommt und nur aus Funk und Fernsehen kennt. So erlebten die Festspielbesucher der bekannten Kurstadt am vergangenen Mittwoch intensives Musiktheater in einer ungekürzten Fassung von Rachmaninows ” Aleko” und Tschaikowskys wenig bekannter Oper “Jolanthe” mit Weltstar Anna Netrebko.

Netrebko hatte nach ihrer Babypause überraschend schnell wieder zu ihrer alten Form zurück gefunden. Ihre schlanker Sopran, immer schon durch schier unendlichen Atem und strahlender, durchdringender Stimmgewalt veredelt, schien auch diesmal unverändert sicher und unangestrengt. So geriet die Primadonna auch im Duett mit Tenor Piotr Beczala nicht ins Hintertreffen und Dank der elegisch-fließenden Musikbegleitung strahlte Netrebkos verschattender, aber höhenstarker Mezzo im ausverkauften Baden-Badener Forum noch schöner. Zu einem atemberaubenden Kehlkopf-Konzert gerieten ihre Arien voller leuchtender Koleraturketten, gesungen mit rücksichtslosem Einsatz.

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