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Sozialminister Storm ehrt vorbildliche Arbeitgeber mit dem Inklusionspreis des Saarlandes

2. Dezember 2013
Andreas Storm, Minister für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Der saarländische Sozialminister Andreas Storm hat am Montag, 02. Dezember 2013, den Inklusionspreis des Saarlandes an drei saarländische Arbeitgeber überreicht. Die Preisträger sind die Firma Heizung und Sanitär Stefan Schug aus Altforweiler, die Firma Icura aus St. Wendel und das Ministerium für Inneres und Sport in der Kategorie Öffentlicher Dienst.

„Die Integration in den Arbeitsmarkt ist nicht nur Grundvoraussetzung für die Entwicklung der Persönlichkeit, sondern sie bildet vor allem die Basis für eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung. Diese Chance auf Teilhabe in der Gesellschaft und explizit am Arbeitsleben muss auch Menschen mit Behinderungen zuteilwerden“, so Minister Storm. „Die diesjährigen Gewinner des Inklusionspreises sind beispielhaft für die berufliche Integration schwerbehinderter Menschen.“

Vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention hatte das Sozialministerium vor zwei Jahren den Integrationspreis in Inklusionspreis umbenannt. Der Begriff der Inklusion wird allumfassend für die Einbeziehung behinderter Menschen in das berufliche und gesellschaftliche Leben gebraucht.

Ausgezeichnet für beispielhafte Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen wurden:

Fa. Stefan Schug, Heizung und Sanitär, Altforweiler

Kleiner Fachbetrieb für moderne Heiztechnik, Elektro und Bäder mit acht Beschäftigten, davon zwei mit Behinderungen. Obwohl keine Beschäftigungspflicht von schwerbehinderten Menschen besteht, hat der Firmeninhaber bereits seit vielen Jahren einen schwerbehinderten Mitarbeiter in Vollzeit und einen zweiten Mitarbeiter als Helfer angestellt. Der Mitarbeiter in Vollzeit ist seit 1990 als Heizungsmonteur und Kundendienstmitarbeiter beschäftigt. Trotz gravierender, gesundheitlicher Einschränkungen (orthopädische Erkrankung und Herzleistungsminderung) und die daraus resultierende eingeschränkte Leistungsfähigkeit hat Herr Schug nie daran gedacht, den Mitarbeiter zu entlassen, vielmehr hat der Arbeitgeber stets einen zweiten Mann mitgeschickt, was einen erheblichen finanziellen Aufwand zur Folge hatte.  Gleiches gilt für die Beschäftigung des zweiten behinderten Mitarbeiters (seit 1995), der aufgrund einer Mehrfachbehinderung nicht alle Tätigkeiten ausführen kann und einer ständigen Betreuung und besonderen Anleitung durch den Firmeninhaber oder einen Mitarbeiter bedarf. Die ständigen Bemühungen des Firmeninhabers und sein soziales Verantwortungsbewusstsein gegenüber seinen behinderten Mitarbeitern gehen bei Weitem über das normal Übliche hinaus. Hier wurde der Leitgedanke des Inklusionspreises – eine Chance für Alle im Arbeitsleben – beispielhaft umgesetzt.

Fa. Icura, Immobilienverwaltung und -vermittlung, St. Wendel

Die Firma ist im Rahmen des Dienstleistungsgewerbes tätig und wird von den drei Brüdern Guido, Bernd und Joachim Angel geleitet. Aufgrund der Betriebsgröße (unter 20) ist die Firma nicht beschäftigungspflichtig. Trotzdem haben die Geschäftsführer bereits im Jahre 2009 einem jungen Mitarbeiter, der schwerst- mehrfachbehindert ist und dessen Behinderungsgrad 100 beträgt, die Möglichkeit einer kaufmännischen Ausbildung eröffnet. Nach erfolgreichem Abschluss haben die Firmeninhaber gemeinsam mit der  Agentur für Arbeit in Neunkirchen und dem Integrationsamt eine maßgeschneiderte Lösung erarbeitet, welche dazu führte, dass der behinderte Mitarbeiter in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen worden ist. Überdies hat die Firma das Arbeitsumfeld des Mitarbeiters behinderungsgerecht ausgestaltet und  für eine zusätzliche Assistenz gesorgt. Diese Maßnahmen wurden von Seiten des Integrationsamtes finanziell unterstützt. Ohne das offene und soziale Engagement der Firmenleitung wäre eine solche Integration eines schwerbehinderten Mitarbeiters kaum denkbar gewesen. Der soziale Gedanke, auch Menschen mit einer Behinderung den Weg in die Arbeit zu ebnen, ist hier vorbildlich umgesetzt.

Ministerium für Inneres und Sport, Saarbrücken

Nach dem letzten Einstellungsverfahren hat das Innenministerium vier seiner Ausbildungsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzt. Neben einer taubstummen Anwärterin wurden zwei blinde sowie eine körperbehinderte Anwärterin eingestellt. Das Ministerium hat über den Rahmen seiner Fürsorgepflicht hinaus dafür Sorge getragen, dass alle behinderten Anwärter an ihren jeweiligen Ausbildungsorten eine vermehrte Unterstützung und Betreuung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses erhalten. Überdies wurde sowohl von baulicher als auch von technischer Seite den besonderen Anforderungen Rechnung getragen. So wurden die Arbeitsplätze der blinden und sehbehinderten Menschen im Zusammenwirken von Arbeitsverwaltung, Integrationsamt und Innenressort barrierefrei und behindertengerecht umgestaltet. Vorbildhaft hat das Innenressort die Inhalte der Rahmenintegrationsvereinbarung umgesetzt) ohne eine eigene Integrationsvereinbarung abzuschließen). Die Einhaltung dieser Vereinbarung wird durch ein eigens eingerichtetes Integrationsteam sichergestellt. Durch die vermehrte Besetzung von Ausbildungsstellen mit behinderten Menschen und die vorbildhafte Umsetzung der Rahmenintegrationsvereinbarung, wurde der soziale Gedanke nachhaltig im Leitbild des Ressorts und den dort beschäftigten Menschen verankert.

Der mit jeweils 1.500 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr zum elften Mal verliehen. Die Preisträger haben das Recht, sich für den Zeitraum von drei Kalenderjahren öffentlich, insbesondere in Kundenmitteilungen und Werbemaßnahmen, auf den Preis zu berufen.

Quelle:
Pressestelle

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