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Grüne: Große Koalition will antiquierte Jagd und Jäger auf Kosten des Tierschutzes schützen

9. Dezember 2013

Zur Diskussion über die Reform des Jagdgesetzes erklärt der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Beim Jagdrecht besteht seit Jahren ein Reformdefizit. Es fehlt an der Übernahme wichtiger Erkenntnisse der Wildtierökologie und des Natur-, Arten- und Tierschutzes sowie der veränderten gesellschaftlichen Anforderungen an die Jagdausübung. Im Jahr 2011 wurde unter Grüner Regierungsbeteiligung ein umfassender Entwurf für ein modernes Jagdgesetz im Saarland vorgelegt, der diese Defizite beseitigt hätte und bereits mit allen Akteuren abgestimmt war. Dieser Entwurf hätte von der CDU/SPD-Regierung einfach aufgegriffen werden können. marginalen Veränderungen

Gegenüber dem damaligen Entwurf bleibt der Jetzige der CDU / SPD Fraktionen leider weit zurück. Zu dem bestehenden Gesetz gibt es nur marginale Veränderungen. Im Entwurf aus 2011 wurde mit der CDU vereinbart, dass die Baujagd im Saarland aus Tierschutzgründen abgeschafft wird. Es verwundert, dass bei den Reformvorstellungen von CDU und SPD jetzt doch wieder an der Baujagd festgehalten werden soll, von der sich die CDU bereits verabschiedet hatte.

Offensichtlich haben sich die Jäger bei SPD und CDU durchgesetzt, um mit dieser tierschutzwidrigen Jagd und Ausbildungsmethode überkommene Jagdtraditionen zu erhalten.

Mit dem Abschied von der Baujagd hätte sich auch die tierschutzwidrige Ausbildung von Jagdhunden in Schliefenanlagen am lebenden Tier erübrigt.

Es ist zu befürchten, dass sich der nicht reformfähige Teil der Jagdlobby durchgesetzt hat und die Große Koalition kein Jagdgesetz sondern ein Jägergesetz verabschieden wird, was die klassische Jagd und den Jäger vor notwendigen Reformen schützt. Ein weiterer Beleg dafür welch geringe Bedeutung die Landesregierung dem Schutz der Tiere als unsere Mitgeschöpfe beimisst.

Ein modernes Jagdrecht muss an dem vernünftigen Grund zur Erlegung der jagdbaren Tiere ausgerichtet sein, dabei die Eigenverantwortung der Grundbesitzer und Jagdausübungsberechtigten stärken. Der Tierschutz muss

angemessen und stärker beachtet werden, die Liste der dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten unter Beachtung der artenschutzrechtlichen Vorgaben und der jagdlichen Bedeutung für das Saarland artenscharf gefasst werden. Auch ein Verbot des Abschusses von Haustieren muss bei der Reform mit aufgegriffen werden.“

Quelle:
Torsten Reif

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Categories: Politik, Saarland
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