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Umweltministerium misst radioaktive Belastung von Wildschweinen im Hochwald

20. September 2013
File:Wild Boar Habitat quadrat.jpg
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Richard Bartz, Munich Makro Freak

27 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl am 26. April 1986 haben neue Messungen ergeben, dass im rheinland-pfälzischen Hochwald noch immer das Fleisch von Wildschweinen radioaktiv belastet ist. Bei 8 Prozent der Wildschweine wurde nach Angaben des rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamtes der Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm Fleisch überschritten. Durch die hohe Cäsium-Belastung darf dieses Fleisch nicht in Metzgereien verarbeitet werden, sondern muss entsorgt werden.

Im Saarland zeigten flächendeckende Untersuchungen in den Jahren 2001/02 keine durch Tschernobyl erhöhten Messwerte. Auch wurden in der Zwischenzeit keine Ereignisse mit der Folge einer erneuten Strahlenbelastung registriert. „Dennoch wollen wir die aktuellen rheinland-pfälzischen Ergebnisse zum Anlass nehmen, um zur Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher noch in der laufenden Jagdsaison Proben von Wildschweinen aus dem saarländischen Hochwald auf erhöhte Strahlenbelastung zu untersuchen. Wir tun dies rein vorsorglich, da wir jedes Risiko für die Bevölkerung ausschließen möchten“, betont die saarländische Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Anke Rehlinger.

Bei den Messungen vor elf Jahren wurden Muskelfleischproben von Schwarzwild durch das Institut für Biophysik der Universitätsklinik in Homburg auf Radioaktivität untersucht.

Die Analysen zeigten, dass die Messwerte für Cäsium 137 im Saarland erheblich geringer als in Rheinland-Pfalz waren und weitgehend in gleicher Höhe wie vor dem  Reaktorunglück in Tschernobyl lagen. Damit bestanden gegen den Verzehr von  Wildschweinfleisch hier keine Bedenken. Diese Ergebnisse waren darauf zurückzuführen, dass im Anschluss an die Reaktorkatastrophe das Saarland weitgehend von radioaktiven Niederschlägen verschont geblieben war.

Jährlich werden an der Radioaktivitätsmessstelle der Universität des Saarlandes in Homburg Lebensmittelproben aus dem Saarland auf radioaktive Inhaltsstoffe untersucht. 2012 wurden 180 amtliche Proben (Rind-, Schweine- und Kalbfleisch, Geflügel, Wild, Süßwasserfisch, Pilze, Speisekartoffeln, Weizen, Roggen, Wiesen- und Weidenbewuchs, Futtergetreide und Milch) nach dem Strahlenvorsorgegesetz genommen, mit dem Ziel, die Radioaktivität zu ermitteln.

In den Proben saarländischer Herkunft wurde bisher keine radioaktive Kontamination festgestellt.

Quelle:
Sabine Schorr

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