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Saarland von der Autoindustrie als Vorreiter geschätzt

27. September 2013
Auto der Zukunft

Foto: Eric Kilby

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Bei einer Podiumsdiskussion am Rande der IAA diskutierte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer mit den auch im Saarland beheimateten Vorsitzenden international agierender Unternehmen Ford und ZF sowie dem Präsidenten der Fraunhofer Gesellschaft. Thema war die Rolle des Saarlands bei der Zukunft der Automobilindustrie und die dabei große Bedeutung innovativer Bei einer Podiumsdiskussion am Rande der IAA diskutierte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer mit den auch im Saarland beheimateten Vorsitzenden international agierender Unternehmen Ford und ZF sowie dem Präsidenten der Fraunhofer Gesellschaft. Thema war die Rolle des Saarlands bei der Zukunft der Automobilindustrie und die dabei große Bedeutung innovativer Materialien und Prozesse. Derzeit ist das Bundesland als drittgrößtes Automobil-Zuliefererzentrum Deutschlands ein für den Verband der Automobilindustrie (VDA) wichtiges Autoland. Die Branchenspezialisten forderten bei schwieriger werdenden Bedingungen für Deutschland flexible politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Kramp-Karrenbauer sagte kurze Wege bei Entscheidungen sowie erhöhten Einsatz beim Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft zu. Behilflich wird ihr das bei der Zentrale für Produktivität e. V. (ZPT) angesiedelte Branchennetzwerk „automotive.saarland“ sein.

Das Saarland ist und bleibt ein Industrieland. Das vom Verband der Automobilindustrie (VDA) bezeichnete „wichtige Autoland“ Saarland ist das drittgrößte Automobil-Zuliefererzentrum Deutschlands. Fast die Hälfte des Gesamtumsatzes der Industrie an der Saar stammt aus der Automobilbranche. 50000 Beschäftigte arbeiten in saarländischen Unternehmen. Der vom VDA initiierte Saarlandtag auf der IAA 2013 macht die große Bedeutung saarländischer Betriebe für die Branche deutlich. Gleich mehrere saarländische Höhepunkte erwarteten die Besucher auf der IAA. Die Podiumsdiskussion unter Mitwirkung der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer war einer davon. Ausgewiesene Experten aus Politik, Wirtschaft und Forschung diskutierten über die Herausforderungen und Chancen in der Zukunft der Automobilindustrie und die Rolle des saarländischen Standorts. „Wir befinden uns auf einer kritischen Strecke des Weges aus der Krise“, resümierte VDA-Präsident Matthias Wissmann die aktuelle Situation, in der wegweisende politische Entscheidungen fallen würden, die das ja oder nein für den Standort Deutschlands für viele Automobilhersteller bedeuteten. Es werde schwieriger für deutsche Unternehmen, sich auf dem globalen und immer weiter personalisierten Markt zu etablieren. Aber die Experten zeigten auch mögliche Lösungen für die Branche auf: „In Deutschland gibt es kluge Köpfe und sehr viel Kreativität“, so Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft. Dieses Potential müsse über die gesamte Wertschöpfung in Deutschland gehalten werden. Möglich mache dies die Originalität von Produkten und Produktionsprozessen, die nicht einfach kopierbar seien.

Die Vorhersagen zahlreicher Branchenkennern kommen dem entgegen: Innovativer Leichtbau mit Hilfe neuer Materialien, differenzierte Kundenwünsche abhängig vom demographischen Wandel, Emotionen, Preisvorstellungen und ökologischem Verständnis. Das standardisierte Auto wird es so zukünftig nicht mehr geben. Gefragt sind Möglichkeiten der Personalisierung sowie intelligente Assistenzsysteme. Wirtschaft und Forschung sind bereit dafür. Neue Konzepte und die dazu notwendige personelle Infrastruktur und deren KnowHow sind vorhanden. Benötigt würden nun die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen,

war sich die Runde bei der IAA einig. Das Saarland als viertkleinstes Bundesland mache vor, was die Automobil- und Zuliefererindustrie langfristige benötige, bestätigten Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford Werke GmbH und Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG: Eine Landesregierung, die flexibel und schnell auf die Bedürfnisse der Industrie reagiere und ein erfolgreicher Technologietransfer, der dafür sorge, dass neue Forschungsergebnisse zügig in Produkte und Prozesse mit einfließe, um so den differenzierten Kundenwünschen erfolgreich begegnen zu können. Im saarländischen Netzwerk „automotive.saarland“ finden Industrie und Forschung genau das: einen wichtigen Ansprechpartner und Interessenvertreter: „Das Netzwerk dient als Bindeglied zwischen den Unternehmen der Großregion und der Wissenschaft. Synergien werden gebündelt und Lösungsansätze für aktuelle und zukünftige Herausforderungen gefunden“, erklärten Dr. Pascal Strobel und Armin Gehl von „automotive.saarland“.

Hintergrundinformation

Die Zentrale für Produktivität und Technologie Saar e. V. (ZPT) unterstützt Unternehmen der saarländischen Wirtschaft mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot bei der Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft sowie bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Die Bereiche IT, Healthcare, Automotive und Produktionstechnik werden in eigenen Clustern gefördert. Forschung, Entwicklung und Wirtschaft profitieren von zahlreichen Fördermaßnahmen wie Veranstaltungen, individuellen Beratungen zu Gründung oder Förderung, Messen und Öffentlichkeitsarbeit. Die ZPT wird insbesondere vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, der Staatskanzlei und der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes getragen und finanziert.

Quelle:
Dr. Pascal Strobel

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Categories: Saarland, Wirtschaft
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