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AKW Cattenom: Altmaier verkennt Risiken

24. Juli 2013
Kernkraftwerk Cattenom
Urheber: Stefan Kühn
Lizenz: GNU FDL

Anlässlich der Äußerungen von Bundesumweltminister Altmaier, es seien bisher keine Argumente vorgetragen worden, die eine Stilllegung des AKW Cattenom unabweichlich machen, erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, Simone Peter:

*Bundesumweltminister Altmaier verkennt die Risiken des AKW Cattenom in eklatanter Weise! Sie sind im Rahmen des Stresstests vom saarländischen Stresstestbeauftragten Dieter Majer vielfach beschrieben worden. Das AKW ist in einem verheerenden Zustand, weswegen Majer mehrfach den Entzug der Betriebsgenehmigung gefordert hat; zumindest so lange, bis die bestmögliche Schadensvorsorge erreicht sei. Davon sei das AKW aber weit entfernt, hatte Majer noch im April dieses Jahres in Saarbrücken bekräftigt. Altmaier sollte schnellstens das Gespräch mit dem Reaktorexperten suchen, der über viele Jahre für die AKW-Sicherheit im Bundesumweltministerium zuständig war. Außerdem muss sich Altmaier hinter die Forderungen des saarländischen Parlaments stellen, das einstimmig die Abschaltung des Pannenmeilers gefordert hat, um die Sicherheit der Saarländerinnen und Saarländer zu gewährleisten. Landes- und Bundesregierung müssen ohne Unterlass auf die Schließung des AKW Cattenom drängen, sonst wird der Ernsthaftigkeit unseres Anliegens nicht Rechnung getragen. Daran muss sich gerade auch der aus dem Saarland stammende Bundesumweltminister halten!

Das AKW ist nur sicher, wenn es baldmöglichst abgeschaltet wird und bleibt! Das AKW hat erhebliche Mängel und ist von einer bestmöglichen Schadensvorsorge weit entfernt. Der EU-Stresstest für das AKW Cattenom hat gezeigt, dass sowohl Defizite bei Maßnahmen zur Vermeidung und Begrenzung einer Kernschmelze herrschen als auch bei der Auslegung gegen Erdbeben und dem Schutz vor Überflutung. Massive Mängel herrschen außerdem bei der Kühlung, bei der Funktionsfähigkeit der Messeinrichtungen und dem Zugang zu wichtigen Sicherheitseinrichtungen. Auch eine Notsteuerwarte fehlt. Außerdem ist der Stresstest an sich als mangelhaft zu bewerten, da die EU nur eine von insgesamt vier Sicherheitsebenen überprüfen ließ, und diese auch noch unvollständig. Zudem sind noch nicht einmal alle EU-Vorgaben beachtet worden, wie etwa die Gefährdung durch Flugzeugabstürze. Diese Defizite können nicht zeitnah und umfassend beseitigt werden. Das AKW gehört deshalb schnellstmöglich vom Netz!“


Quelle:
Torsten Reif

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Categories: Saarland, Wirtschaft
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