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Todestag von Anna Seghers – Großes literarisches Vermächtnis

6. Juni 2013

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat das literarische Vermächtnis der in Mainz geborenen Schriftstellerin Anna Seghers als groß und wertvoll gewürdigt. “Dass die bedeutendste deutsche Erzählerin des 20. Jahrhunderts ein Kind dieses Landes und dieser Stadt ist, macht uns sehr stolz“, sagte die Ministerpräsidentin bei einer literarischen Feierstunde anlässlich des 30. Todestages von Anna Seghers.

Literarische Lesung zum 30. Todestag der in Mainz geborenen Schriftstellerin Schriftstellerin Anna Seghers. Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßt den Sohn von Anna Seghers, Dr. Dr. h.c. Pierre Radvanyi.

Literarische Lesung und Podiumsgespräch zum 30. Todestag der in Mainz geborenen Schriftstellerin Schriftstellerin Anna Seghers. Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßt den Sohn von Anna Seghers, Dr. Dr. h.c. Pierre Radvanyi.

Bilder: Peter Pulkowski / © Staatskanzlei.

Bilder: Peter Pulkowski / © Staatskanzlei.

An der Veranstaltung, zu der die „Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V.“ eingeladen hatte, nahm auch der 87-jährige Sohn der Schriftstellerin, der französische Physiker Dr. Pierre Radvanyi, teil.

„In Werken wie ‚Der Kopflohn‘ und ‚Das siebte Kreuz‘ hat Anna Seghers in eindringlicher Weise beschrieben, wie sich ein diktatorischer Apparat einnistet und festsetzt“, so Dreyer weiter. Sie bringe sprachmächtig auf den Punkt, warum in Deutschland und anderswo mit aller Entschiedenheit gegen Extremismus und für Freiheit und Demokratie gekämpft werden müsse. „Ihre Botschaft hat nichts an Aktualität verloren“, betonte die Ministerpräsidentin. Sie ging in ihrer Begrüßungsansprache auch auf die Mainzer Zeit der Schriftstellerin ein. „Die Orte von Kindheit und Jugend prägten Anna Seghers und ihr Schaffen. Auch wenn sie diese Orte nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch selten besuchen konnte, blieb Mainz trotz allem immer Teil ihrer Sehnsucht.“

Nach Einschätzung der Ministerpräsidentin spiegelt Anna Seghers Leben den Weg Deutschlands im 20. Jahrhundert in seinen Extremen wider. Die Wahrnehmung und Wertschätzung ihres Werkes sei nach 1945 von der Teilung der Welt in zwei Blöcke überschattet gewesen. „Ihre Ernennung zur Mainzer Ehrenbürgerin nach teilweise quälender Diskussion war 1981 eine wegweisende Entscheidung, eine notwendige und überfällige Geste“, betonte die Ministerpräsidentin.

Als einen weiteren Meilenstein auf diesem Weg der Annäherung sieht die Ministerpräsidentin die Gründung der „Anna-Seghers Gesellschaft Berlin und Mainz e.V.“ im Jahr 1991. Ihre Mitglieder hätten maßgeblich dazu beigetragen, das Bild von Anna Seghers zurechtzurücken und ihm viele Facetten hinzuzufügen. „Sie sind damit echte Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Anna Seghers und ihren Leserinnen und Lesern“, so Ministerpräsidentin Dreyer. Sie dankte insbesondere der Vorsitzenden, der Freiburger Literaturwissenschaftlerin Dr. Ursula Elsner, und betonte, dass die Landesregierung die freundschaftliche Zusammenarbeit gerne fortsetzen werde. Die Jahrestagung der Gesellschaft, die im November in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin stattfinde, biete hierzu bereits die nächste Gelegenheit.

Quelle:
Staatskanzlei-Mainz

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