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Filmvorführung: “Willi Graf – Zivilcourage und Widerstand“

15. April 2013

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Im Dezember 1942 entschließt sich der Medizinstudent Willi Graf zum aktiven Widerstand gegen die Hitler-Diktatur. Kurz zuvor ist er aus der Sowjetunion zurückgekehrt, wo er wie seine Freunde Hans Scholl und Alexander Schmorell seine “Front-Famulatur” absolvierte. Graf weiß, dass die beiden im Sommer vier regimekritische Flugblätter verbreitet haben. Nun will er sie dabei unterstützen. Seit seiner Jugend ist er Gegner des Nationalsozialismus. Seine christliche Überzeugung lässt sich nicht mit der NS-Ideologie vereinbaren.

Gemeinsam mit dem Filmhaus Saarbrücken bietet die saarländische Landeszentrale für politische Bildung Schulklassen nun die Möglichkeit, einen besonderen Film über Willi Graf, den Widerstandskämpfer im Dritten Reich, zu sehen. Am 12. Oktober 2013 jährt sich der Tag dessen Hinrichtung zum siebzigsten Mal. Er war während der Zeit des Dritten Reiches Mitglied der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ und lebte viele Jahre in Saarbrücken. „Willi Graf – Zivilcourage und Widerstand“ entstand im Jahr 2010 unter der Regie von Dr. Boris Penth, von 2002 bis 2005 künstlerischer Leiter des Filmfestivals Max Ophüls Preis.

Es gilt als die erste genaue dokumentarische Annäherung an Willi Graf – mittels Fotos, Tagebuchaufzeichnungen, historischem Filmmaterial und einer Spurensuche in Saarbrücken und München sowie dem letzten Interview der im Herbst 2009 verstorbenen Schwester Anneliese Knoop-Graf. Der Film bewegt sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart und geht dabei der Frage nach, was die Biographie von Willi Graf jungen Menschen für ihr politisches und moralisches Handeln noch heute sagen kann: Zivilcourage ist notwendiger denn je.

Am Montag, 22. April 2013, finden im Filmhaus Saarbrücken in der Mainzer Straße 8 um 8.30 Uhr und um 11.00 Uhr die beiden Vorstellungen in Anwesenheit des Regisseurs Dr. Boris Penth speziell für Schulklassen statt, moderiert von Dr. Burkhard Jellonnek, dem Leiter der Landeszentrale für politische Bildung. Anmeldungen erfolgen eben dort per Telefon (06897 / 7908 – 144) oder per E-Mail lpbprak(at)lpm.uni-sb.de. Der Eintrittspreis für die Schüler beträgt 3,50 €, die Lehrkräfte erhalten freien Eintritt.

Porträtfoto von Willi Graf. Er stütz das Gesicht auf die linke Hand und schaut in die Kamera. (Rechte: Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

Willi Graf wurde am 12. Oktober 1943 im Gefängnis Stadelheim im Alter von 25 Jahren mit dem Fallbeil enthauptet.

In seinem letzten Brief schreibt er:

“Meine geliebten Eltern,

meine liebe Mathilde u. Anneliese, an diesem Tag werde ich aus dem Leben scheiden und in die Ewigkeit gehen. Vor allem schmerzt es mich, dass ich Euch, die Ihr weiterleben werdet, diesen Schmerz bereiten muss. Aber Trost und Stärke findet Ihr bei Gott, darum werde ich bis zum letzten Augenblick beten, denn ich weiß, dass es für Euch schwerer sein wird als für mich. Ich bitte Euch, Vater und Mutter von Herzen, mir zu verzeihen, was ich Euch an Leid und Enttäuschung zugefügt habe, ich habe oft und gerade zuletzt im Gefängnis bereut, was ich Euch angetan habe. Verzeiht mir und betet immer wieder für mich! Behaltet mich in gutem Andenken! Seid stark und gefasst und vertraut auf

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Gottes Hand, der Alles zum Besten lenkt, wenn es auch im Augenblick bitteren Schmerz bereitet. Wie sehr ich euch geliebt habe, konnte ich Euch im Leben nicht sagen, nun aber, in den letzten Stunden sage ich Euch, leider nur auf diesem nüchternen Papier, dass ich Euch alle von Herzen liebe und euch verehrt habe. Für Alles, was Ihr mir im Leben geboten habt und was Ihr mir durch Eure Fürsorge und Liebe ermöglicht habt. Schließt Ihr übrigen Euch zusammen und stehet in Liebe und Vertrauen zueinander! Die Liebe Gottes hält uns umfasst und wir vertrauen Seiner Gnade, möge Er uns ein gütiger Richter sein. Mein letzter Gruß euch allen, lieber Vater und geliebte Mutter, Mathilde Ossy, Anneliese , Joachim , alle Verwandten und Freunde. Gottes Segen über uns, in Ihm sind wir und leben wir. Lebet wohl und seid stark und voller Gottvertrauen!

Ich bin in Liebe immer.

Euer Willi.”

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Kurz nach seiner Hinrichtung wurde er zuerst unter Gestapo-Bewachung auf dem Friedhof am Perlacher Forst in München bestattet. 1946 erfolgte auf Veranlassung der Familie Graf die Überführung von Willi Grafs Gebeinen nach Saarbrücken, wo er seither im Familiengrab auf dem Alten Friedhof St. Johann bestattet ist, das mittelerweile zum Ehrengrab erklärt wurde. Links neben dem Grabstein steht eine schlichte weiße Steinstele mit der Inschrift: „Willi Graf/Ein Kämpfer gegen die nationalsozialis tische Gewaltherrschaft in der studentischen Widerstandsbewegung Weiße Rose/hingerichtet am 12. Oktober 1943“.

Die Stadt Saarbrücken hat sich jahrelang sehr schwer getan mit der Erinnerung an den Widerstandskämpfer. Mittlerweile erinnern mehrere nach ihm benannte Gebäude, darunter die Willi-Graf-Realschule und das Willi-Graf-Gymnasium, an sein mutiges, eigenverantwortliches Handeln. Ein Altenheim in der Großherzog-Friedrich-Straße trägt ebenfalls seinen Namen. In der Stadt Neunkirchen ist eine Straße nach ihm benannt.

Foto: Phrontis

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