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Baudezernentin Dr. Wandel-Hoefer präsentiert Pläne zur Revitalisierung der Eisenbahnstraße

16. April 2013

Dr. Rena Wandel-Hoefer

Baudezernentin Dr. Rena Wandel-Hoefer hat am heutigen Dienstag, 16. April, in Saarbrücken die Pläne zum Umbau der Eisenbahnstraße und

ihrer Nebenstraßen (Gutenberg- und Hohenzollernstraße) vorgestellt. Die Revitalisierung der Geschäftsstraße in Alt-Saarbrücken ist Teil des Großprojektes „Stadtmitte am Fluss“.

„Die Eisenbahnstraße ist eine bedeutende Geschäftsstraße für Alt-Saarbrücken. Sie steht sinnbildlich für den Wiederaufbau in der Nachkriegszeit, als aus Ruinen eine für die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts typische Geschäftstraße mit besonderem Charme geschaffen wurde. Ihr prägendes Merkmal sind die Kolonnaden als wesentliches städtebauliches Element. Im Rahmen des Umbaus möchten wir die Eisenbahnstraße revitalisieren. Dabei wollen wir ihr den Charme und die Eleganz der Vergangenheit zurückgeben und gleichzeitig den heutigen Bedürfnissen einer modernen Stadtgestaltung anpassen, bei der unter anderem der Klima- und Lärmschutz eine wesentliche Rolle spielen“, sagte Dr. Wandel-Hoefer.

Der Straßenquerschnitt – so sehen es die Planungen vor – wird neu geordnet. Die Fahrbahnbreiten werden verringert zu Gunsten großzügigerer Gehwege und Aufenthaltsbereiche, die aus den Kolonnaden hinausreichen. Es entstehen Flächen für Fußgänger sowie, mit gleichem Belag gestaltete, Parkplätze und Aufenthaltsbereiche auf beiden Seiten. Bänke und Fahrradständer sollen dabei im Wechsel mit den Parkflächen angeordnet werden. Im Bereich der Fahrbahn werden durchgehend Radschutzstreifen in beide Fahrtrichtungen markiert.

Im breiteren Mittelbereich der Eisenbahnstraße (Höhe Sparkasse) sehen die Planungen auf gesamter Länge eine gepflasterte Mittelinsel mit Bäumen vor. Diese soll die Sicherheit der Fußgänger beim Überqueren der Straße erhöhen. Versetzt angeordnet sollen dort auch die Bushaltestellen für beide Fahrtrichtungen installiert werden. Vor der Sparkasse soll der Gehweg um rund zwei Meter erweitert werden, um das Areal sowohl als Gehweg als auch als Bushaltestelle mit ausreichendem Warte- und Einstiegsbereich besser nutzen zu können.

Insgesamt werden im Rahmen der Revitalisierung 26 neue Bäume gepflanzt. „Wir wollen die Aufenthaltsqualität der Straße zwischen St. Johann und Alt-Saarbrücken stärken, indem wir eine Verkehrsberuhigung erwirken. Damit wollen wir dem Charakter einer Hauptgeschäftsstraße stärker Rechnung getragen“, sagte die Baudezernentin. Daher sei auch die Anordnung einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h wesentlich für die Konzeption.

Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit erwarte die Baudezernentin eine Verlagerung des Verkehrs aus der Eisenbahnstraße. Als Alternative werde es den Verkehrsteilnehmern ermöglicht, künftig von der Luisenbrücke über die Saaruferstraße direkt zur Wilhelm-Heinrichbrücke und somit zur Autobahn und zur Innenstadt zu gelangen. Der Umweg über die Eisenbahn-/Stengelstraße sei dann nicht mehr notwendig. Dies ermögliche zudem, eine der beiden Linksabbiegespuren von der Eisenbahnstraße in die Stengelstraße wegfallen zu lassen.

Umbau reduziert Umweltbeeinträchtigungen – Barrierefreiheit wird gewährleistet

Berechnungen im städtischen Verkehrsmodell prognostizieren merklich weniger Verkehr in der Eisenbahnstraße. Ein zum Thema Luftschadstoffe angefertigtes Sondergutachten kommt zum Ergebnis, dass sich die Schadstoffe infolge der Verkehrsverlagerungen verringern und der Grenzwert künftig eingehalten wird. Auch die klimatische Situation würde sich insbesondere wegen der zusätzlichen Bäume verbessern. Ein weiteres Sondergutachten zum Thema Lärm prognostiziert eine deutliche Reduzierung des Lärmpegels.

Darüber hinaus wird der behindertengerechte Ausbau der Eisenbahnstraße gewährleistet. Die Bordsteine an allen Fußgängerfurten und sonstigen Übergängen werden abgesenkt und mit Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfeldern versehen. Zudem werden die Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut. Beidseits der Eisenbahnstraße werden weiterhin Kurzzeitparkplätze zur Verfügung stehen, allerdings weniger als bisher. Insgesamt werden im Planungsgebiet statt bisher 76 Stellplätze 40 Plätze für Kurzzeitparker, Bewohner und behinderte Menschen sowie eine Ladezone ausgewiesen.

Gesamtkosten von 2,7 Millionen Euro

Die Arbeiten sollen im Herbst 2013 beginnen und bei einer Bauzeit von etwa 15 Monaten bis Ende 2014 abgeschlossen werden. Die Landeshauptstadt veranschlagt Gesamtkosten in Höhe von knapp 2,7 Millionen Euro und kalkuliert mit einem EU-Zuschuss aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung von knapp 50 Prozent. Darüber hinaus wird die Landeshauptstadt zur Refinanzierung Mittel über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) für den Umbau von Haltestellen beantragen. Über das GVFG gewährt der Bund den Ländern Mittel für Investitionen zur Verbesserung der Verkehrssituation in den Kommunen. Auch die Eigentümer der anliegenden Gebäude sollen an der Umbaumaßnahme über die Straßenausbaubeitragssatzung (STRABS) finanziell beteiligt werden. Über die Anwendung der Satzung entscheidet der Stadtrat.

Modellvorhaben „Baukultur in der Praxis – Die Modernen 50er in der Eisenbahnstraße“

Seit dem vergangenen Jahr läuft darüber hinaus bereits das Modellvorhaben „Baukultur in der Praxis – Die Modernen 50er in der Eisenbahnstraße“. Das Stadtplanungsamt hatte sich mit dem Projekt erfolgreich im Bundesprogramm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) in dem Forschungsfeld „Baukultur in der Praxis“ beworben und bis 2014 insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung gestellt bekommen.

Ziel des Modellvorhabens ist es, die gestalterischen Qualitäten der 50er Jahre Gebäude herauszuarbeiten und erforderliche qualitätsvolle Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten in der Eisenbahnstraße zu unterstützen. Gemeinsam mit Projektpartnern berät die Landeshauptstadt im Rahmen des Modellvorhabens Hauseigentümer über die Gestaltung im Stil der 50er Jahre sowie über eine sinnvolle energetische Sanierung sowie die Finanzierung und die Förderung von Modernisierungsmaßnahmen.

Quelle:
Thomas Blug

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