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Vertreter aus Politik und Kirche gratulieren Papst Franziskus zur Wahl

13. März 2013

File:Card. Jorge Bergoglio SJ, 2008.jpg

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Aibdescalzo

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Am zweiten Tag des Konklaves und im fünften Wahlgang haben sich heute 115 Kardinäle für den vorherigen Kardinalpriester des Kardinalskollegiums, Jorge Mario Bergoglio in der Nachfolge von Benedikt XVI. als Papst entschieden. Bergoglio stand bereits 2005, nach dem Tod von Johannes Paul II. als Papstkandidat in engerer Wahl. Der 76 Jahre alte Sohn italienischer Einwanderer, der den Namen Franziskus angenommen hat, ist der erste Papst aus Lateinamerika und somit das neue Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken.

Vertreter von Kirche und Politik in Deutschland gratulierten anschließend Papst Franziskus I. zu seiner Wahl und wünschten ihm für sein Pontifikat Gottes Segen. Bundespräsident Joachim Gauck betonte, dass mit ihm erstmals ein Lateinamerikaner katholisches Kirchenoberhaupt werde, sei ein “sichtbares Zeichen” der “weltumspannenden Dimension” der römisch-katholischen Kirche, hieß es in dem vom Präsidialamt verbreiteten Glückwunschschreiben Gaucks. Der Argentinier trete sein Amt “in Zeiten großer Herausforderungen an”.

Von einem „Tag großer Freude“ für die ganze Weltkirche, die Gläubigen im Bistum Speyer und für sich persönlich sprach Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann anlässlich der Wahl des Erzbischofs von Buenos Aires zum neuen Papst. Die kurze Dauer der Wahl des ersten Nachfolgers Petri aus Südamerika bezeichnete er als „ein wichtiges Zeichen für die Einheit des Kardinalskollegiums und der Kirche“, die auch Kardinaldekan Angelo Sodano bei der feierlichen Messe „Pro eligendo Papa“ zum Beginn des Konklaves unterstrichen habe. Die Kirche sei dankbar gegenüber Gott, dass er ihr einen neuen Heiligen Vater geschenkt habe. „Er möge sie nun in eine gute Zukunft führen“, betonte Bischof Wiesemann. Dies sei keine leichte Aufgabe.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer wies in ihrer Grußbotschaft an den Papst darauf hin, dass es in einer für die katholische Kirche schwierigen Zeit darauf ankäme, den Menschen wieder Orientierung zu geben und Mut zu machen für den Glauben. ” Ich hoffe, dass Papst Franziskus die Kraft findet, auch gegen innere Widerstände im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils die Kirche zu führen und zu erneuern, denn die Wahl des ersten Nicht-Europäers auf dem Petrusstuhl ist auch ein klares Bekenntnis zur katholischen Kirche als Weltkirche“, sagte die Ministerpräsidentin.

Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sprach dem neugewählten  266. Papst der Kirchengeschichte in einem persönlichen Schreiben ihre herzlichste Gratulation aus: „Ich wünsche Papst Franziskus I. für seine neue Aufgabe viel Erfolg, Gesundheit und die notwendige Kraft und Energie, um den Menschen in aller Welt in sozialen und in ethischen Fragen Orientierung zu geben. Zu seinen wichtigen Aufgaben wird es gehören, den weltweiten Dialog zwischen den Religionen und Weltanschauungen zu fördern. Mit der Wahl des neuen Papstes verbinde ich persönlich die Hoffnung, dass er entschieden für die Zusammenarbeit mit den evangelischen Kirchen eintritt “, so Malu Dreyer.

Trotz seines begeisterten Empfangs vor etwa 150.000 Menschen auf dem Petersplatz in Rom, ordnen weltweite  Medien den neu gewählten Papst auch weiterhin „theologisch als eher gemäßigt und dialogbereit“ ein. Obwohl der als „wortkarg und medienscheu“ bezeichnete Jesuit bisher stets Distanz zur Tagespolitik gehalten und eine politische Rolle von Priestern abgelehnt hat , habe er dennoch immer wieder für mehr soziale Gerechtigkeit geworben und die politischen Eliten Argentiniens für ihre Defizite in der Sozialpolitik kritisiert.

Glaubwürdigkeit in seinem sozialen Engagement gewann der „charismatische Kardinal der Armen” in Argentinien  vor allem  durch seine persönliche Bescheidenheit und den asketischen Lebenswandel. In dieser Zeit unterstützte Kardinal Bergoglio vor allem soziale Bewegungungen politisch linker Ausrichtung wie die „Bewegung der ausgeschlossenen Arbeiter“ MTE, die Müllsammler in Genossenschaften vereint, oder die Stiftung La Alameda, die für die Rechte versklavter Textil- und Landarbeiter kämpft. Vor einem Jahr war er – nach seinem 75. Geburtstag – aus Altersgründen als Erzbischof zurückgetreten.

Quelle:

Dieter J. Maier

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