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Alte Bräuche – Sehnsucht nach Tradition

21. Dezember 2012

Was da hilft? Ein Weihnachtsurlaub auf einem ausgesuchten, DLG-geprüften Bauernhof oder Gutshof!

Der Großrachlhof in Grassau in Oberbayern ist zur Weihnachtszeit ein Ort, an dem Kulturgut überliefert wird. „Das ganze Haus duftet nach Weihrauch, Äpfeln und Bienenwachskerzen“, sagt Sabine Sichler, die seit vielen Jahren Feriengäste beherbergt. Sie gibt viel auf Brauchtümer und Traditionen. Aber auf die gelebten an Weihnachten freut sie sich am meisten. Schon in der Vorweihnachtszeit backt sie mit den Gästen, die schon da sind, Plätzchen und schreibt alle ihre Gäste, die nicht da sind, handschriftlich an. „Ja, die kriegen Weihnachtspost.“ Damit sie an jeden Einzelnen denke, schreibe sie jede Karte mit der Hand. „Es ist das Fest der Liebe und ein echter Höhepunkt im Jahr“, sagt die Bäuerin und Gastgeberin, die es genießt, mit ihren Feriengästen in ihrem reich geschmückten, urigen und von der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) geprüften Bauernhof zu feiern. Dabei pflege sie regionale Traditionen und viele Gastfamilien machen einfach mit. „Wir gehen um elf in die Christmette und danach auf den Friedhof.“ Das sei sehr beschaulich, vor allem im Schnee, wenn die vielen Grablichter leuchteten. „Wir gedenken dann auch unserer lieben Verstorbenen“, erklärt sie. Um Mitternacht – so schreibt es der uralte Brauch vor – zünden alle gemeinsam Kerzen auf den Christbäumen der Gräber an. „Dann beten wir zusammen ein „Vaterunser“. Die meisten ihrer Gäste kommen extra, um ihren Weihnachtsurlaub auf dem bayrischen Traditionsbauernhof zu verbringen. In allen ihren Gästewohnungen steht selbstverständlich ein Christbaum „mit echten Kerzen.“ Besonders schätzen das Familien mit Kindern – so bleibt die Weihnachtsstimmung über den gesamten Urlaub erhalten.

Die Tage nach Weihnachten und vor Silvester werden vom Volksmund „zwischen den Jahren“ genannt. Sie waren lange geprägt von vielen Bräuchen und Traditionen. Vorrangig sollten das Böse und die Wintergeister vertrieben werden. In Sachsen-Anhalt auf dem Museums Gutshof Sonnekalb in Kleinheringen bei Naumburg wird am Tag vor Silvester noch immer ein Brauch gepflegt, der für seine Feriengäste heute ein wundervolles Erlebnis zum Jahresausklang ist. Rund 200 Leute vom Hof und aus dem Dorf starten nachmittags zu einer Wanderung, bei der unterwegs Glühwein getrunken wird und am Flussufer entlang Dutzende von Fackeln aufgestellt werden. Während die Gruppe noch die „Jahresausklang-Wanderung“ genießt, backt Gastgeber Steffen Sonnekalb im Steinofen für alle frische Brote. „Bei Ankunft freuen sich alle auf das duftende Backwerk. Es wird gemeinsam gegessen und jeder kann sein Jahr in einzigartiger Atmosphäre Revue passieren lassen.“

„Unsere Gäste genießen das Familiäre, verbringen sie ihren Weihnachtsurlaub bei uns“, sagt Sabine von Borries vom Hof Rose in Altenmedingen. Der romantische und idyllisch gelegene Gutshof in Niedersachsen trägt ebenso wie Museums Gutshof Sonnekalb das DLG-Güte-zeichen „Landurlaub.“ „Liegt Schnee, gehört es bei uns dazu, dass Gästekinder mit dem Traktor auf ihren Schlitten durch die Lüneburger Heide gezogen werden.“ Anschließend gibt es für alle Bratäpfel. Am Heiligen Abend liest Christof von Borries seinen Gästen das Weihnachtsevangelium vor. Und an Silvester treffen sich ihre Gäste nach einer Fackel-wanderung unter den Eichen bei einem großen Lagerfeuer. Um Mitternacht wird angestoßen und danach werden spannende Prognosen fürs eben angebrochene neue Jahr aufgestellt. Selbstverständlich auch hier nach alter Tradition: beim Bleigießen.
(Text: Christine Seizinger)

Quelle:
Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft

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Categories: Tourismus
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