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Studie zur Leiharbeit: Landesregierung mit Konzept auf dem richtigen Weg

27. September 2012

Foto: Kecko

Gemeinsam mit den Autoren des ‘Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung’ (IAB) der Bundesagentur für Arbeit, Dr. Anne Otto und Stefan Hell, hat Arbeitsminister Heiko Maas heute die Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Leiharbeit im Saarland vorgestellt.

Die Ergebnisse der Studie machen aus Sicht von Wirtschaftsminister Heiko Maas deutlich, dass die saarländische Landesregierung mit dem Konzept der „Guten Arbeit“ auf dem richtigen Weg ist. Ziel dieses Konzeptes ist es, den Missbrauch der Leiharbeit einzudämmen. Leiharbeit sei zwar geeignet, um befristet Produktionsspitzen zu überwinden, dürfe aber nicht dazu ausgenutzt werden, um reguläre Arbeitsplätze zu verdrängen, so der Wirtschaftsminister. Der Anteil der Leiharbeit im Saarland ist leicht überdurchschnittlich (2,8 % Leiharbeitsquote) im Vergleich zum Bundesschnitt (2,7 % Leiharbeitsquote), erklärt sich aber teilweise durch die stark industriell geprägte Wirtschaftsstruktur des Landes.

Dennoch sieht Maas Handlungsbedarf, um den Missbrauch der Leih- und Zeitarbeit weiter einzudämmen: „Wir brauchen faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und Beschäftigungssicherheit, damit die Menschen im Saarland heute und auch im Alter sicher von ihrer eigenen Arbeit leben können. Aus den Ergebnissen der Studie ergibt sich für die Landesregierung konkretes politisches Handeln: Mit der Aufnahme der Leiharbeit und Equal Pay in die Neufassung des Tariftreuegesetzes haben wir bereits ein deutliches Zeichen gegen prekäre Beschäftigung gesetzt. Mit der Einführung einer Leiharbeits-Höchstquote als Kriterium der Wirtschaftsförderung sowie dem Start einer Bundesratsinitiative zu ‚Guter Arbeit‘ auf der Basis einer breiten parlamentarischen Diskussion werden wir zielstrebig weitere Maßnahmen ergreifen, um Lohndumping durch Niedriglöhne sowie den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen künftig wirksam zu unterbinden.“

Der „typische Leiharbeiter“ im Saarland ist männlich, unter 35, arbeitet in der Industrie, hat Qualifizierungsdefizite und erhält im Vergleich zum Bundesschnitt unterdurchschnittlich wenig Entlohnung.

Die Lohndifferenz zwischen Leiharbeitern und allen Beschäftigten der Saarwirtschaft liegt bei 44,5 Prozent (in Gesamtdeutschland nur bei 41,7 Prozent). Der durchschnittliche Lohn eines Leiharbeiters liegt mit 1.336 EUR im Saarland 27,5 Prozent unter der Niedriglohnschwelle, ein Großteil der saarländischen Leiharbeiter ist somit im Niedriglohnbereich beschäftigt.

Auch bietet Leiharbeit im Saarland für die Menschen keine breite Brücke in den regulären Arbeitsmarkt, sondern allenfalls einen ‚schmalen Steg‘: Nur 23,5 Prozent der Leiharbeiter finden im Anschluss an die Leiharbeit eine Weiterbeschäftigung in einem regulären sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. Zudem ergibt sich bei einer Anschlussbeschäftigung in der Leiharbeitsbranche weiter eine hohe Beschäftigungsunsicherheit aufgrund der kurzen Dauer der Arbeitsverträge.

Für Maas rückt daher die Qualifizierung der jungen Arbeitnehmer in den Fokus: „Ausbildung, Weiterbildung und Qualifizierung sind der Schlüssel für eine dauerhafte, reguläre Beschäftigung abseits der prekären Beschäftigung. Auf Grundlage unserer Initiative zur Fachkräftesicherung werden wir gezielte Angebote entwickeln, um so den jungen Menschen eine gute Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen.“

Die heute vorgestellte Studie wurde 2011 noch von der ehemaligen Landesregierung in Auftrag gegeben.

Quelle:
Thorsten Bischoff

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