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Saarland wirbt für wirtschaftliches Engagement in Entwicklungsländern

Pressegespäch mit Bundesminister Dirk Niebel in Saarbrücken

2. August 2011

pressekonferenz-014Mittelständler im Saarland werden bald im Rahmen der Veranstaltungsreihe “wirtschaft.entwickelt.global” über Möglichkeiten des wirtschaftlichen Engagements in Entwicklungsländern informiert. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)  will hierbei verstärkt privates Kapital und die Kraft der Wirtschaft für Projekte mit entwicklungspolitischer Perspektive in den Partnerländern gewinnen. Die zahlreichen Förderprogramme und Beratungsangebote des BMZ und seiner Durchführungsorganisationen werden in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland vorgestellt. Auf Einladung der IHK-Saar erläuterte heute Bundesminister Dirk Niebel gemeinsam mit IHK-Präsident Dr. Richard Weber im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz in Saarbrücken, die Ziele und Mittel der Entwicklungspolitik .

Der deutsche Mittelstand wird somit durch Förderprogramme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in die Entwicklungspolitik eingebunden – zu beiderseitigem Vorteil. Die Partnerländer der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) gewinnen wertvolles Know-how, der deutsche Mittelstand wird in die Lage versetzt, seine Geschäftstätigkeit global weiter auszubauen und neue Märkte zu erschließen. Bundesminister Dirk Niebel wörtlich: „Wir müssen unsere Stärken nutzen, um die Schwachen auf der Welt zu unterstützen. Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands fußt vor allem auf dem Mittelstand. Die Kenntnisse und Kompetenzen unserer Unternehmer werden in Entwicklungsländern gebraucht. Wir können kein Land von außen entwickeln, sondern nur Unterstützung zur Selbsthilfe geben. Dabei ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung. In diesen Prozess wollen wir die deutsche Wirtschaft verstärkt einbinden. Sie verfügt über wertvolles Know-how. So gewinnen am Ende alle: Die Menschen in unseren Partnerländern haben die Chance auf Einkommen und Entwicklung, die deutsche Wirtschaft erhält Zugang zu neuen Märkten und der deutsche Steuerzahler wird entlastet. Deshalb wollen wir erreichen, dass die Entwicklungspolitik und die deutsche Wirtschaft Hand in Hand arbeiten.“

Auch Dr. Richard Weber betonte diesbezüglich in seiner Begrüßungsansprache: „Im Saarland sind viele erfolgreiche Mittelständler tätig, deren Know-how bereits heute weltweit geschätzt wird. Wenn die Unternehmen in Entwicklungsländern zur Förderung des Wirtschaftsleben beitragen können, ist das ein sehr positiver Ansatz. Ich hoffe, dass viele saarländische Unternehmen diese Chance zur Erweiterung ihrer Geschäftstätigkeit wahrnehmen.“

Das BMZ und zahlreiche Organisationen der deutschen Entwicklungspolitik fördern durch ihre Netzwerke, ihre besonderen Länderkenntnisse und auch durch finanzielle Unterstützungsprogramme die Erweiterung der Geschäftstätigkeit von Mittelständlern in Entwicklungsländern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. Bis heute wurden rund 3.000 Maßnahmen gefördert. Im Fokus lagen dabei Projekte zur Förderung der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung, Landwirtschaft, Umwelt sowie Gesundheit. Unternehmen, die sich in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit engagieren, profitieren auf vielfältige Weise. Zwei Beispiele aus dem Saarland stehen für diese Aktivitäten: In El Salvador ist das Unternehmen Festo Didactic bereits seit 2008 aktiv. Das Unternehmen mit dem Schwerpunkt „industrielle Weiterbildung“ unterstützt ein Institut vor Ort bei der Implementierung eines zertifizierten Trainingszentrums. Die Nanogate AG engagiert sich im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes mit dem Friedensnobelpreisträger Mohammad Yunus und dem Unternehmen :response in Bangladesch. Gemeinsam arbeiten sie an einer Lösung, Lehmhütten nachhaltig zu schützen und damit die Housingsituation vor Ort sowie die lokale Wertschöpfungskette zu verbessern. Zurzeit arbeitet man daran, weitergehende Partnerschaften zu etablieren und das Projekt in die nächste Phase überzuleiten.


Sogenannte „EZ-Scouts“ werden zu Verbänden sowie Industrie- und Handelskammern entsandt, um der regionalen Wirtschaft als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und aktiv die Zusammenarbeit mit dem BMZ zu fördern. Die EZ-Scouts informieren und beraten zu Kooperationsinstrumenten und relevanten Investitionsmöglichkeiten. Auch die Informationsreihe „wirtschaft.entwickelt.global“ verfolgt primär das Ziel, die Kooperationsmöglichkeiten der deutschen Entwicklungspolitik unter Unternehmern bekannter zu machen. Die Entsendung von EZ-Scouts in die Institutionen der deutschen Wirtschaft findet  erstmals statt.

Quelle, Film-und Fotoaufnahmen:

Dieter J. Maier

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Pressekonferenz mit Bundesminister Dirk Niebel

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