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Annegret Kramp-Karrenbauer im zweiten Anlauf zur ersten Ministerpräsidentin des Saarlandes gewählt

10. August 2011

wahl-ministerprasidentin-kramp-karrenbauer-005Die bisherige saarländische Sozialministerin Annegret Kramp-Karrenbauer stand bei ihrer heutigen Wahl vor einer schwierigen, aber nicht unlösbaren Aufgabe: Erst im zweite Anlauf schaffte es die Ausnahmepolitikerin, ihre Wahl zur ersten Ministerpäsidentin des Saarlandes mit einer Stimme Mehrheit gegen den SPD-Vorsitzenden Heiko Maas  durchzusetzen. Im ersten Wahlgang war sie noch überraschend gescheitert und  erzielte lediglich 25 Stimmen, genauso viel wie ihr  Gegenkandidat Heiko  Maas, und damit nicht die notwendige einfache Mehrheit der 51 Abgeordneten. Ein Abgeordneter enthielt sich der Stimme. Daraufhin wurde die Sitzung unterbrochen.

Die Jamaika-Koalition verfügt rechnerisch über 27 Stimmen, die Opposition von SPD und Linken über 24.  Da Kramp-Karrenbauer  im ersten Durchgang eine Stimme weniger als  zum Wahlsieg notwendig erhielt, wurde nicht nur deutlich, dass zwei Abgeordnete der Koalition nicht für sie gestimmt hatten,  sondern einer von ihnen sogar für den SPD-Politiker Maas.  Doch der unangekündigte Coup der SPD, die ihren Spitzenmann zum letzten Wahlgang gegen die als gesetzt gehandelte CDU-Kandidatin  zu stellen, wurde im letzten Wahlgang mit knapp 25 Stimmen für Heiko Maas dennoch zur Niederlage.

Der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hatte noch am Nachmittag in einem Gratulationsschreiben der neu gewählten Ministerpräsidentin des Saarlandes, Erfolg und Gottes Segen für ihr neues Amt gewünscht. Zugleich bedankte er sich für die bisherige „ausgesprochen gute Zusammenarbeit“ zwischen der saarländischen Landesregierung und der katholischen Kirche. „Ich möchte meiner Hoffnung Ausdruck geben, dass dieses fruchtbare Miteinander auch künftig Bestand haben wird und dass das Bekenntnis zu den christlichen Wurzeln unseres Landes weiter den Grund dieses Miteinanders bildet“, schrieb Wiesemann. Auch ver.di-Landesbezirksleiter Alfred Staudt gratulierte Annegret Kramp-Kar­renbauer zu ihrer Wahl. Zum einen wünschte Staudt ihr die erforderliche Gesundheit, diese Verantwortung zu tragen zum anderen die notwen­dige Kraft, das Saarland als eigenständiges Bundesland in eine sichere und lebenswerte Zukunft zu lenken. Auch seien Soziale Interessen der breiten Bevölkerung  zukünftig deutlicher zu berücksichtigen, als in der Vergangenheit.

wahl-ministerprasidentin-kramp-karrenbauer-022Annegret Kramp-Karrenbauer tritt die Nachfolge von Ministerpräsident Peter Müller an, der in den vergangenen zwölf Jahren das Saarland regierte. Ende Mai hatte Kramp-Karrenbauer bereits den CDU-Landesvorsitz von Müller im kleinsten deutsche Bundesland übernommen. Dabei kann die CDU-Politikerin bereits auf elf Jahre Regierungserfahrung zurückblicken. 2000, mit Mitte dreißig, wurde sie erste deutsche Innenministerin. Im Saarland leitete sie außerdem das Bildungs- und Kultusressort.

Kramp-Karrenbauer trat 1981 in die CDU ein, wo sie von 1985 bis 1988 als Mitglied im Landesvorstand der Jungen- Union-Saar (unter anderem als stellvertretende Landesvorsitzende) fungierte. Im selben Jahr übernahm sie den Vorsitz des CDU-Stadtverbandes Püttlingen. Seit 1999 nimmt sie das Amt der Landesvorsitzenden derr Frauen-Union-Saar wahr. 2001 wurde Kramp-Karrenbauer zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Frauen Union gewählt. Am 16. November 2010 wurde sie beim CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe in das Bundespräsidium, und am 28. Mai 2011 mit einer Mehrheit von 97,02 % zur neuen Landesvorsitzenden der CDU Saar  gewählt. Auch hier ist sie die erste Frau in diesem Amt.

Quelle, Film-und Fotoaufnahmen:

Dieter J. Maier

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Wahl Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer

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