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Schober: "Neues Jagdgesetz ist geplante Eingriff ins Eigentum"

Pressekonferenz des DJV zum Jagdgesetzentwurf des Umweltministeriums

22. Juni 2011

genscher-010Die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) bezogen gestern im Rahmen einer Pressekonferenz in Saarwellingen eindeutig Stellung gegen den Jagdgesetzentwurf des Umweltministeriums. Nach dem Entwurf soll somit nicht nur die Liste der dem Jagdrechtunterliegenden Tierarten deutlich veringert werden, sondern auch zukünftig Wildkatzen, Iltis, Hermelin, Luchs und Wiesel, die bisher dem Jagdrecht unterliegen, künftig unter Naturschutz gestellt werden.

Landesjägermeister Andreas Schober machte in seinen Ausführungen deutlich, dass selbst nach dem vorgegebenen Wortlaut des Koalitionsvertrags, eine Novilierung des Jagdgesetzes nicht begründet sei: “Ich habe  Verständnis für jeden Laien, der sich mit dem Gesetzentwurf und unserer Stellungnahme auseinandersetzen will, wenn er sich überfordert fühlt. Emotion, die seitens Politik und Medien über die Jagd verbreitet wird, trifft auf sachliche Auseinandersetzung, die wir als größter Jagdverband führen müssen. Deshalb ist unsere Stellungnahme mit 36 Seiten auch lang”, so Schober. Auch sei seitens der VJS und des Ökologischen Jagdverbandes diese Länge schon eindeutig zu verstehen, weil die saarländische Jägerschaft „nicht mit diesem Gesetz leben könne“ und der Gesetzentwurf nach wie vor auch eine Vielzahl handwerklicher Fehler aufweist. So würde der Gesetzentwurf  jegliche Ansätze einer Nachhaltigkeit und einer Förderung der Biodiversität vermissen lassen und sei rein auf den Wald und auf eine Schalenwildbekämpfung ausgerichtet. Auch trage der Gesetzentwurf  die eindeutige Handschrift eines „Zweiklassen-Tierschutzes“, in dem  eindeutig in schädliches, nützliches und indifferentes Wild unterschieden werden würde, das dann keiner Pflege durch die Jägerschaft mehr bedarf.

Landesjägermeister Andreas Schober erläuterte in seiner Stellungnahme, dass hierbei der geplante Eingriff in das Eigentum, nicht nur bei der Jagdgenossenschaft, sondern auch bei den Mitgliedern des VJS auf Widerstand treffen würde: Wenn CDU und FDP weiter diese Planungen der „Grünen“ mittragen, müssen wir ihr Selbstverständnis als staatstragende Parteien in Frage stellen. Jetzt ist die Chance noch vorhanden, diese Vorhaben abzubrechen. Jedenfalls werden wir überall dort Klage einreichen, wo unseres Erachtens das Gesetz nicht mit unserem Grundgesetz in Einklang steht und dies ist an vielen Stellen der Fall. Die sinnvolle und nachhaltige Nutzung von nicht bedrohten Tierarten ist legitim. Andere Eingriffe in Wildtierbestände sind somit nur in begründeten Ausnahmefällen wissenschaftlich kontrolliert möglich”,  betonte Schober abschließend. Passend zur “Blattzeit” kündigt sich somit an, dass sowohl der saarländischen Landesregierung, als auch der VJS diesbezüglich bald ein rauer Wind ins Gesicht schlagen wird.  Allerdings steht die Novelierung des Jagdgesetzes  dabei nach den ersten Anhaltspunkten unter keinem guten Stern. Die saarländische Jamaika-Landesregierung hatte bereits letztes Jahr ihren ursprünglichen Plan, das neue Jagdgesetz in den Landtag einzubringen, fallen gelassen. Grund dafür ist offenbar der nachhaltige Diskussionsbedarf der betroffenen Jäger-Verbände und Tierschutzorganisationen, die nachwievor eine gesetzliche Neuregelung des bisherigen Jagdgesetzes in Frage stellen.



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Quelle:
Dieter J. Maier

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