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"Geothermie ist eine unerschöpfliche, grundlastfähige Energiequelle"

Interview mit SPD-Vorsitzenden Heiko Maas

10. Juni 2011
Heiko Maas

Foto: Dieter J. Maier

Am 20.Mai verabschiedeten die Delegierten des SPD-Landesparteitages einstimmig den Leitantrag ” Neue Energien für unser Land” , der die Frage nach nachhaltigen, sicherern und bezahlbaren Energieversorgung  im Saarland aufgreift. In einem Interview mit Saar Report sprach der SPD-Landesvorsitzende Heiko Maas u.a. über den neuen Masterplan zum Thema zu Erneuerbaren Energien, der  vor allem  auf die Bedürfnisse der saarländischen Bevölkerung  eingehen soll:

Dieter J. Maier:

Herr Maas, wann sehen Sie aus Ihrer Sicht im Saarland einen schnellen  Austieg aus der Atomenergie?

Heiko Maas:

Der schnellstmögliche Ausstieg aus der Atomenergie, der Ausbau der  regenerativen Energien, die Modernisierung der saarländischen Kraftwerkstandorte, Investitionen in  die Energieeffizienz und die dezentrale Energieversorgung, sowie der Ausbau der Netze, sind zentrale Themen unserer derzeitigen Energiekonzepte. Zusammengebunden werden diese Forderungen in unserem Masterplan ” Neue Energien für unser Land” . Damit setzt unsere Partei auch bewusst einen Kontrapunkt zur Jamaika-Landesregierung, die bis lang nicht in der Lage war, einen schlüssigen Masterplan vorzulegen.

Dieter J. Maier:

Was schlagen Sie hier konkret vor?

Heiko Maas:

Wir schlagen darin vor, eine ” Kraftwerkgesellschaft Saar” unter Beteiligung der Steag- Standorte , der VSE, der Stadtwerke und der Entscheidungsträger aus Politik und Industrie zu gründen, um damit eine koordinierte  saarländische Energiepolitik zu ermöglichen. Die Saar-SPD ist damit die  erste Partei, die ein schlüssiges energiepolitisches  Gesamtkonzept diesbezüglich vorlegen kann.

Dieter J. Maier:

Welche Ziele und Potenziale sehen Sie für den Ausbau Erneuerbarer  Energien in den kommenden Jahren?

Heiko Maas:

Das Saarland kann- sofern es seine Potenziale richtig nutzt und die  Weichen entsprechend stellt, zum ” Land der Neuen Energien” werden. Gerade vor dem Hintergrund der Endlichkeit fossiler Energieträger  und der nicht beherrschbaren Atomkraft, sowie der Klimaschutzvorgaben, müssen Energien mit höchster Priorität  und beschleunigt ausgebaut werden.  Wir wollen diese Energiewende ohne Einschränkung der Lebensqualität vollziehen. Die Energieversorgung der Zukunft setzt dabei auf einen Mix aus Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft,  und Geothermie.

Dieter J. Maier:

Kann im Saarland hierbei die vollständige Stromversorgung aus  Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 erreicht werden?

Heiko Maas:

Diese Frage kann ich hier mit einem klaren Ja beantworten. Allerdings  muss das Saarland auf Grund seiner schlechten Ausgangssituaion erhebliche Anstrengungen unternehmen. Seit Jahren sind wir  Schlusslichter im Ländervergleich,  wenn es um den Ausbau regenerativer
Energieträger geht . Hier müssen wir die Versäumnisse von 10 Jahren CDU-Alleinregierung dringend nachholen.

Dieter J. Maier:

Während bei der Wasserkraft die Kapazitäten im Saarland bereits  ausgeschöpft sind, ist insbesondere die Geothermie ein wichtiger Wachstumsbereich geworden. Wie wollen Sie zukünftig die gewonnenen Erkenntnisse zur oberflächennahen Nutzung von Geothermie konsequent nutzbar machen?

Heiko Maas:

Geothermie ist unerschöpflich und  eine grundlastfähige Energiequelle. Das Saarland eignet sich auf Grund der vorhandenen Infrastruktur in besonderer Weise dazu, entsprechende Projekte in Angriff zu nehmen. Daher muss  das Potenzial der Geotermie bewertet werden, die Auswirkungen auf die Umwelt, sowohl kurz-als auch langfristig, allerdings einer Analyse unterzogen werden.

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