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Willy-Brandt-Forum in Unkel eröffnet

21. März 2011

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Am gestrigen Sonntag eröffnete der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck gemeinsam mit dem früheren spanischen Ministerpräsidenten Felipe Gonzáles in einem feierlichen Festakt  das Willy-Brandt-Forum in Unkel . Unter den rund 400 Gästen waren auch  Brandts Witwe Brigitte Seebacher, sein ältester Sohn Peter Brandt, der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel sowie Mitglieder des rheinland-pfälzischen Landtages und der Landesregierung. In einer sehr persönlich gehaltenen Rede berichtete Felipe Gonzáles von vielen Zusammentreffen und Gesprächen mit Willy Brandt, die für ihn sowohl politisch als auch menschlich, immer auch eine Quelle unerschöpflicher Lebensweisheit und Weitsicht waren: “Willi hatte bereits global gedacht, als das Wort von der Globalisierung noch gar nicht erfunden war, denn er war Deutscher, Europäer und Weltbürger gewesen, dessen oberstes Ziel der Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit gewesen ist.  Ich wünsche dem neuen Willy-Brandt-Forum, dass es ein Forum des Dialogs werde, denn von Unkel soll ein globaler Effekt ausgehen; Unkel soll Weltdorf werden“, sagte der ehemalige spanische Regierungschef.

Auch Ministerpräsident Beck fand für den Vollblut-Politiker und Friedensnobelpreisträger Willi Brandt lobende , aber zugleich auch anerkennend -herzliche Worte: “Das neue Willy-Brandt-Forum steht für ein Ringen um Freiheit, Frieden demokratisches Denken ,aber auch für die Bemühungen um soziale Gerechtigkeit , dass die Einrichtung in Unkel nicht in Konkurrenz zu den Brandt-Zentren in Lübeck oder Berlin tritt. Wir wollen hier ergänzen, denn schließlich hat Willy Brandt die wichtige Zeit der deutschen Einheit erlebt, als er hier in Unkel wohnte.“ Brigitte Seebacher erinnerte an 13 glückliche Jahre, die sie mit Willy Brandt in Unkel verbracht habe und  überreichte der dortigen  Bürgerstiftung  als Leihgaben, den letzten grünen Filzschreiber Brandts und einen Armreif, den er ihr als Geschenk von seinem letzten Bagdad-Aufenthalte mitgebracht hatte.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Willy Brandt in Unkel, einem beschaulichen Weindorf am Rhein, das nahe bei Röhndorf, dem Wohnort des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adennauers  liegt. Im ehemaligen Gebäude der dortigen Sparkasse enstand 2007  durch das Engagement Unkeler Bürger, federführend initiiert und organisiert durch den Kommunalpolitiker und Stadtrat Thomas Ottersbach, eine Dauerausstellung, die das Leben und Wirken Brandts dokumentiert. Gefördert wird das Projekt  von prominenten Unterstützern wie den Altbundespräsidenten Walter Scheel, Richard von Weizäcker, Günter Grass, Siegfied Lenz und vielen anderen namhaften Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.


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Quelle und Filmaufnahmen: Dieter J. Maier

Foto: Bundesarchiv

Unter der Creative Commons-Lizenz lizenziert.

und mit freundlicher Genehmigung des Willi Brandt- Zentrums /Unkel veröffentlicht

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