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“Verfemte Musik“ – Lesung mit Iris Berben

28. Februar 2011

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Am  vergangenen Sonntag, fand im Großen Saal des Pforzheimer Kulturhauses die  Musik-Lesung „Verbrannte Bücher – verfemte Musik“ mit Iris Berben und dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim statt.

Iris Berbens setzte  mit dieser musikalisch ergänzten Lesung ihr Engagement fort: Die positive Resonanz auf die Produktionen, das Tagebuch der Anne Frank – Tagebücher von Joseph Goebbels, 2002, und Hitlers Tischgesprächen im Führerhauptquartier – Zeugnisse von Holocaust-Opfern, 2004 –, ist noch nicht vergessen. Ihre fortwährende Aufgeschlossenheit in der Auseinandersetzung mit dem finstersten Kapitel der deutschen Geschichte, ist für Iris Berben bereits ein persönliche Anliegen, da ihr Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemetismus gerade in den vergangenen Jahren zunehmend durch ihr gesellschaftliches Engagement in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rückte. Für ihre Projekte wurde Iris Berben immer wieder mit Ehrungen bedacht, was die Ausnahme-Schauspielerin auch immer wieder antrieb, weiterhin offen und schonungslos gegen Unrecht und Gewalt zu kämpfen.

Schon ihre Schullaufbahn war weder geradlinig noch von Erfolg gekrönt – ganz anders dagegen ihr Weg als Schauspielerin. Während sie als Schülerin aneckte, als vorlaut galt und ohne das angestrebte Abitur die Schule verlassen musste, machte sie früh vor der Kamera auf sich aufmerksam:  Schon als 18jährige spielt Iris Berben in Kurzfilmen der Hamburger Kunsthochschule, die bei den renommierten Oberhausener Kurzfilmtagen präsentiert werden.  Nach zahlreichen Rollen für Kino und Fernsehen entwickelt sich 1985/86 die Serie „Sketchup“zu einem regelrechten TV-Highlight und für Iris Berben – diesmal an der Seite von Diether Krebs – zu einer weiteren Gelegenheit, ihr Comedy-Talent unter Beweis zu stellen. Zum absoluten Publikumsliebling avanciert sie schließlich in „Die Guldenburgs“ – die Familiensaga aus Adelskreisen gehört bis heute zu den erfolgreichsten deutschen Fernsehserien und hielt die Zuschauer zwischen 1986 und 1990 in Atem.

Der Mut, den Mund aufzumachen – als Schülerin kostete er sie letztlich das Abitur. Heute aber ist er Iris Berben vor allem Instrument gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus und für Toleranz. Ende der 90er Jahre liest sie gemeinsam mit ihrem Sohn an Schulen aus dem Buch „Mama, was ist Auschwitz?“, ein großer Erfolg werden 2002 ihre von Michael Verhoeven inszenierten gegenüberstellenden Lesungen aus den Tagebüchern von Anne Frank und Joseph Goebbels. Mit ihren Lesungen erinnert Iris Berben an das grausamen Taten der NS-Diktatur und wurde  für ihr politisches Engagement u.a. mit  dem Bundesverdienstkreuz und dem  Leo-Baeck-Preis vom  Zentralrat der Juden Deutschlands ausgezeichnet.

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Filmaufnahmen: Dieter J. Maier


Quelle:
Dieter J. Maier - in Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus Osterfeld in Pforzheim

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