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"Ich war schon immer gerne selbstbestimmt und ehrgeizig"

Interview mit Sterneköchin Cornelia Poletto

20. Januar 2011

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Foto:

Jan Peter Westermann / per OTRS
Unter den Creative Commons-Lizenzen Namensnennung-Weitergabe lizensiert.

Seit über 10 Jahren zählt Cornelia Poletto nicht nur zu den besten, sondern auch zu den bekanntesten Starköchen. Für ihre Kochkunst erhielt sie seit 2003 regelmäßig einen Stern im Guide Michelin, tritt regelmäßig als Gastköchin in der Kochsendung ” Lanz kocht”  auf und hat im NDR- Fernsehen seit Herbst 2007 mit “Polettos Kochschule” ihre eigene Kochshow. In einem exklusiven  Interview mit Saar Report sprach  Cornelia Poletto u.a. über ihre  neuen beruflichen Herausforderungen und ihre außergewöhnliche Karriere.

Dieter J. Maier:

Frau Poletto, Sie wechselten nach ihrer Ausbildung bei Kochlegende Heinz Winkler als Souschefin in das inzwischen nicht mehr bestehende Hamburger Sternerestaurant Anna & Sebastiano und eröffneten im Jahr 2000 in Hamburg ihr eigenes Restaurant, das Poletto.  Aus welchen Gründen haben Sie sich zu diesem Zeitpunkt zur Selbstständigkeit entschlossen?

Cornelia Poleto:

Das waren verschiedene Gründe. Vor allem ist es typbedingt. Ich war schon immer gerne selbstbestimmt und ehrgeizig. Wenn ein Beruf, wie bei mir, Berufung ist, dann ist die Selbstständigkeit der beste Weg, seinen eigenen Stil zu leben und etwas Nachhaltiges gestalten zu können. Außerdem macht es mir Spaß, für mich und ein Team Verantwortung zu übernehmen. Ich bevorzuge die Herausforderung statt der Sicherheit. In der Selbstständigkeit liegen Höhen und Tiefen dicht beieinander. Das fordert mich und bedeutet eine große Chance auf Weiterentwicklung. Ich finde es spannend, dass immer Neues auf mich zukommt.

Dieter J. Maier:

Sie erhielten für ihre Kochkunst seit 2003 regelmäßig einen Stern im Guide Michelin. Welche beruflichen Ziele setzen Sie sich diesbezüglich für 2011?

Cornelia Poleto:

Ich war 7 Jahre der Sterneküche treu. Doch alles hat seine Zeit. Nun breche ich zu neuen kulinarischen Ufern auf. 2011 steht unter einem anderen Stern. Im Mai eröffnet die Gastronomia von Cornelia Poletto. Vieles ist noch in der Entwicklungsphase, aber soviel steht fest: ich verwöhne meine Gäste mit kleinen, feinen mediterranen Kreationen. Es wird italienischer, lockerer, geselliger, unkonventioneller und mit viel Liebe zum Detail. Wer will, kann ausgewählte Produkte einkaufen und bekommt zu seinem Fisch die passenden Kräuter und ein Rezept dazu. Parallel arbeite ich an neuen Buchprojekten und werde auch weiterhin im TV am Herd stehen.

Dieter J. Maier:

Neben der Führung Ihres Restaurants,  schreiben Sie eigene Kochbücher und haben seit Herbst 2007 im NDR Fernsehen und im SR Fernsehen mit
Ihre eigene Kochshow, die jetzt auch im Ersten gezeigt wird. Darüber hinaus sind Sie regelmäßig im ZDF und im ARD Buffet zu sehen. Wie gehen Sie persönlich mit diesen enormen Herausforderungen um?

Cornelia Poleto:

Ich mag Herausforderungen, deswegen schaffe ich mir selbst welche. Wer seine Arbeit liebt, hat keine mehr. Ich finde das, was ich mache und den Facettenreichtum, den mein Beruf mit sich bringt, großartig. Ich bin vieles : Köchin, Unternehmerin, Autorin- und jede Rolle fordert etwas anderes. Das macht mir große Freude und hält mich in Bewegung. Natürlich ist es manchmal anstrengend, aber ich bekomme auch sehr viel von meinen Gästen, Lesern und Zuschauern zurück. Das motiviert mich und gibt mir die Kraft, all das zu meistern.

Dieter J.Maier:

Glauben Sie, dass im Zeitalter von Fastfood und Fertiggerichten, der guten  einfachen Küche noch genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird?

Cornelia Poleto:

Fastfood und Co. wird es leider auf unabsehbare Zeit geben. Aber ich glaube daran, dass diese Trends auch eine Gegenbewegung erzeugen und zum Nach- und Umdenken anregen. Verstärkt durch Skandale wie die Dioxin Eier gibt es immer mehr Leute, die Wert auf hochwertige Lebensmittel legen und gerne frisch kochen. Die Biolebensmittelbranche boomt, die Kochshows erfreuen sich eines Millionenpublikums. Ich bin guter Dinge und möchte mit meiner Arbeit dazu beitragen, ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schaffen und Freude am Kochen zu vermitteln.

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