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Heldentenor Peter Hofmann ist tot

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Er hatte alles, was er sich für ein erfolgreiches Leben wünschte: Seit 1972 zählte Peter Hofmann zu den größten  Helden-Tenören der Welt, feierte als „Parsifal“ und „Lohengrin“ an der New Yorker Met und in Bayreuth musikalische Triumphe, besaß ein eigenes Schloss und verdiente höchste Gagen. Nun ist Peter Hofmann nach langer, schwerer Parkenson-Krankheit im Alter von 66 Jahren verstorben.

In den letzten Jahren seines Lebens lebte Peter Hofmann im Landkreis  Wunsiedel  zusammen mit seiner dritten Ehefrau und der 12jährigen Tochter Laura-Sophie. Wegen seiner Krankheit konnte der Opernsänger in den vergangenen 20 Jahren kaum noch arbeiten und am Ende sein Bett  nur noch im Rollstuhl verlassen. Er litt neben Parkinson seit 2008 auch an Demenz, die eine Artikulation und selbstständige Nahrungsaufnahme  unmöglich machte. Das traurige Schicksal eines Mannes, der einst wie kaum ein anderer Sänger seines Fachs den Spagat zwischen Oper, Rock-, Pop- und Countrymusik mühelos meisterte.

Zwei Jahrzehnte stand Peter Hofmann  im Rampenlicht der Öffentlichkeit und auf den großen Bühnen der Welt. Der am 22. August 1944 im böhmischen Marienbad geborene Startenor machte in seiner Nachkriegsheimat Darmstadt bald als Sänger und Gitarrist in einer Rock´n Roll-Band auf sein musikalisches Talent aufmerksam. Nach seinem Gesangsstudium debütierte Hofmann 1972 als Tamino in Mozarts „Zauberflöte“ in Lübeck. Zwei Jahre später sang er mit sensationellem Erfolg in Wuppertal den Siegmund in Richard Wagners „Walküre“. Dies war sein Sprungbrett für Bayreuth und seine internationale Karriere. Nach Jahren beruflicher und privater Höhen durchlitt er in den letzten Jahren, geplagt durch finanziellen Ruin und schwere gesundheitliche Probleme, immer mehr Tiefpunkte. „Diese verdammte Krankheit passt nicht zu mir, ich will nicht mehr”, äußerte  er noch vor wenigen Jahren verzweifelt. 1999 bekannte er sich öffentlich zu seiner Parkinson-Erkrankung, wollte aber nie über sein Leiden persönlich definiert werden, sondern sein Schicksal mit anderen Menschen teilen, denen er trotz seine eigenen Erkrankung neuen Mut und Zuversicht zu geben verstand. Doch sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich immer mehr. Kurz vor seinem 60. Geburtstag hatte er selbst das Ende seiner Karriere angekündigt. “Ich werde leider nie mehr auf der Bühne singen können, wenn nicht noch ein medizinisches Wunder geschieht”, bekannte er damals. Schon vor über einem Jahr hieß es auf seiner offiziellen Homepage hierzu: “Peter Hofmann leidet seit mehr als zwölf Jahren an Parkinson. Die Krankheit hat inzwischen nicht nur ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, sondern auch einen ungünstigen Verlauf genommen.”  Gestern wurde bekannt, dass Peter Hofmann mit Verdacht auf  Lungenentzündung in eine Klinik eingeliefert worden war und dort noch in der selben Nacht verstarb.



Quelle:
Dieter J. Maier

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