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Antrittsbesuch von Bundespräsident Wulff in Luxemburg und Rheinland-Pfalz

big hyperlinkBundespräsident Christian Wulff  besuchte am vergangenen Freitag im Rahmen seiner Antrittsbesuche das Großherzogtum Luxemburg. Großherzog Henri begrüßte den Staatsgast mit militärischen Ehren und empfing ihn anschließend zu einem gemeinsamen Mittagessen im Stadtpalast.  Viele Schaulustige hatten sich eingefunden, als der neue deutsche Bundespräsident gemeinsam mit dem Großherzog die militärische Formation abschritt.  Danach traf  Wulff mit Premierminister Jean-Claude Juncker zu einem Gespräch zusammen. Auf der anschließenden Pressekonferenz am späteren Nachmittag zeigte sich neben Wulff auch Jean Claude Junker außerordentlich erfreut über den positiven politischen Austausch zwischen Luxemburg und Deutschland:

“Es braucht einen gut funktionierenden deutsch-französischen Motor, um Integrationsschritte in Europa zu unternehmen. Ich befinde mich nicht in dem Zustand, mich darüber zu beklagen, dass wir von den beiden großen Nachbarn nicht korrekt behandelt werden. Außerdem waren die Deutschen uns noch nie so gute Nachbarn wie jetzt. Ein Austauschprogramm zum besseren Kennenlernen mus jedenfalls nicht auf den Weg gebracht werden “, sagte der Premierminister auch unter dem Hinweis der engen wirtschaftlichen Handelsbeziehungen der beiden Nachbarstaaten.

Wulff bezeichnete die freundschaftlichen Beziehungen als “groβe Geste”, zumal nach dem verheerenden zweiten Weltkrieg, Luxemburg  die politische und menschliche Versöhnung angestrebte:  “Wir alle tun gut daran, Länder nicht nur nach ihrer Größe zu beurteilen, sondern nach ihren Argumenten und nach ihren Beiträgen zum friedlichen Zusammenleben in Europa, denn Luxemburg hat als Gründungsmitglied der EU Erhebliches geleistet. Das ist vor dem Hintergrund der Geschichte des 20. Jahrhunderts nicht selbstverständlich, gerade wenn man auf die deutsche Besatzung während der Nazizeit zurückblickt. Deutschland wird nicht vergessen, dass Luxemburg nach dem Krieg die Hand zur Versöhnung reichte”, sagte Wulff.

Die  deutsch-luxemburgischen Beziehungen gelten als sehr eng – unter anderem wegen etwa 30 000 deutschen Pendlern, die jeden Tag zur Arbeit nach Luxemburg fahren. Die größeren Städte Esch-sur-Alzette, Differdingen und Düdelingen liegen im Südwesten in der Minette-Region, in der sich vor allem die Eisen- und Stahlindustrie des Großherzogtums konzentriert. Als eine Hauptstadt der Europäischen Union genießt  Luxemburg neuerdings sogar den Ruf einer Weltstadt. Das Großherzogtum selbst weist nominell keine Großstadt auf, wohl aber ein großstädtisches Gebiet, die Agglomeration der Stadt Luxemburg. Der statistische Urbanisierungsgrad ist in Luxemburg insgesamt gesehen sehr hoch, gerade weil etwa 92 Prozent der Einwohner  überwiegend in Land- und Kleinstädte leben.

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Antrittsbesuch von Bundespräsident Wulff in Rheinland-Pfalz

wulff-antrittsbesuch-014 Einen herzlichen Empfang bereitete am 3.November die  Stadt Worms Bundespräsident Christian Wulff, der nach seinem Antrittsbesuch bei Ministerpräsident Beck in Mainz, am späteren Nachmittag auch der Stadt Speyer  eine Visite abstattete.

Oberbürgermeister Michael Kissel begrüßten das Staatsoberhaupt, das mit einer schweren, schwarzen Limousine vorfuhr, am Museum Helyshof. Kaum betraten Wulff und seine Begleiter das Eingangstor des Stadtmuseums, traten schon die ersten Bürger an ihn heran mit dem Wunsch nach Autogrammen und gemeinsamen Fotos. Der Bundespräsident erfüllte  diese Wünsche geduldig, hörte zu, scherzte und nahm sich auch Zeit für ein kurzes Gespräch. Beim anschließenden feierlichen Empfang des Oberbürgermeister betonte Wulff, innerhalb kurzer Zeit bereits zum zweiten Mal Rheinland-Pfalz besuchen zu dürfen: “Nicht nur beim Weinanbau kann Rheinland-Pfalz auf eine lange Tradition zurückblicken. Rheinland-Pfalz ist überhaupt ein Land mit einem ungemein reichen historischen Erbe: Trier ist die älteste Stadt Deutschlands. Überall begegnet man über 2000 Jahren deutscher und europäischer Geschichte. Hier haben sich viele ihrer glänzendsten Kapitel abgespielt und auch manche ihrer blutigen. Der Reichtum dieser Landschaft war immer wieder auch Anlass zu Streit und Kampf. Geblieben sind die mächtigen Burgen und Festungen, die Ehrfurcht gebietenden Dome und Kathedralen und die Sagen und Erzählungen bis hin zum Nibelungenlied.”

Mit ernsteren Tönen verurteilte der Bundespräsident den Brandanschlag auf die neue Synagoge. “Ich hoffe hier auf ein großes Signal der Zivilcourage der Bürgerinnen und Bürger gegen Anschläge dieser Art. Wir haben schließlich Religionsfreiheit und freuen uns über Christen, Juden oder Muslime, die miteinander leben“, sagte Wulff. Nach der Begrüßungsansprache gab Oberbürgermeister Kissel noch eine kurze Einführung in die Wormser Historie und die aktuelle Situation. Hierbei vergaß er natürlich nicht zu erwähnen, dass es sich bei Worms  nicht nur eine der ältesten Städte der Bundesrepublik, sondern auch mit um die wichtigste Lutherstadt handele. Nach dem obligatorischen Stadtrundgang fuhr Bundespräsident Wulff weiter nach Speyer.

Das Staatsoberhaupt wurde dort von Oberbürgermeister Werner Schineller im Trausaal des Rathauses um 15.15 empfangen, so jedenfalls der offizielle Zeitplan. Nach dem Eintrag ins goldene Buch folgte der Gang zur Dreifaltigkeitskirche mit Erläuterungen durch Kirchenpräsident Schad. Danach wurde Wulff von  Bischof Wiesemann und Domkapitular Schappert durch einen Rundgang im Speyrer Dom begleitet. Nach den  Besuchsterminen  gab sich Christian Wulff  als Präsident zum Anfassen – und genoss es sichtlich. Schon vor dem Rathaus warteten mehrere hundert Menschen auf die Ankunft des Präsidenten und nach freundlichen Applaus nahm sich Wulff  auch noch Zeit für ein kurzes Bad in der Menge.

Dennoch galt das Hauptthema des Besuchs der Integration ausländischer Mitbürger und das Miteinander der Konfessionen und Religionen. So standen schon in Worms der Besuch des Lutherdenkmals und des jüdischen Friedhofs auf dem Programm.  Auch der Speyerer Judoclub durfte sich dem Bundespräsidenten vorstellen, weil der Verein nicht nur eine erfolgreiche Nachwuchsförderung, sondern seit Jahren auch vielfach gelobte Jugendarbeit leiste.

Quelle, Film-und Fotoaufnahmen:

Dieter J. Maier

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