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Tag der deutschen Einheit in Bremen

Datei:Bundesarchiv Bild 183-1990-1003-400, Berlin, deutsche Vereinigung, vor dem Reichstag.jpg
Foto: Grimm, Peer

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Am 2. und 3. Oktober begeht die Bundesrepublik Deutschland in Bremen den zwanzigsten Jahrestag des Falls der Deutschen Mauer. Am Beginn der Ländermeile rund um den Weser Tower präsentieren sich Bremen und Bremerhaven unter dem  Motto” Zwei Städte ein Land”, die als Schwerpunkte der gemeinsamen Länderpräsentation höchst zukunftsfähige Qualitäten aufzeigen. Bei der offiziellen Eröffnung der Feierlichkeiten am Freitag nehmen u.a. der neue Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bürgerdelegationen ehrenamtlicher „Ost-West-Brückenbauer” der 16 Bundesländer teil. Eingeladen sind zudem die in Deutschland akkreditierten Botschafter, hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Kultur, Zeitzeugen und Akteure der Friedlichen Revolution und der Aufbaujahre, denen die ersten Gehversuche des frisch vereinten Deutschlands auf dem, zumindest von der ostdeutschen Seite her, unbekannten Parkett der Demokratie noch mehr als geläufig sind.

Der 9. November 1989 veränderte buchstäblich die Welt und ebnete mit dem Fall der Mauer den unblutigen Weg zu einer wieder vereinten Bundesrepublik. Doch so euphorisch die Stimmung auch am Anfangs überschwappte, so dramatisch waren die Ereignisse der vorangegangenen Monate: Der damalige US Präsident George Bush traf  mit Gorbatschow  im Juli 1990 beim Treffen mit der von Bundeskanzler Helmut Kohl geführten deutschen Delegation die zentralen deutschlandpolitischen Entscheidungen im Alleingang. Die Auflösungserscheinungen innerhalb des Warschauer Pakts waren unterdessen fortgeschritten. Bis zum Juli 1990 waren wichtige Mitgliedsstaaten zu der Einschätzung gelangt, die NATO-Mitgliedschaft eines vereinten Deutschlands sei gegenüber einer Neutralisierung vorzuziehen. Die Aufrechterhaltung eines militärischen Außenpostens durch fortgesetzte Präsenz sowjetischer Truppen auf DDR-Territorium ergab unter diesen Umständen auch für die im Reformprozess befindliche Sowjetunion immer weniger Sinn.

5 Monate später, am späten Abend des 2. Oktober, versammelte sich eine unübersehbare Menschenmenge auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude, um den Vereinigungszeitpunkt dort mitzubegehen und mitzuerleben. Der damalige Bundespräsident Richard von Weizäcker verkündigte vor den Mikrofonen: “Die Einheit Deutschlands ist vollendet. Wir sind uns unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen bewusst. Wir wollen in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt dienen”. Nach dem Anstimmen der Nationalhymne wurden in Berlin, wie in vielen Städten und Gemeinden der „neuen“ Bundesrepublik ein farbenprächtiges Feuerwerk entzündet.  Glückstrunkene Menschen tanzten auf der zerbrochenen Mauer am Brandenburger Tor und zeigten somit der Welt, dass nicht nur in Berlin der Unfreiheit und Teilung ein Ende gesetzt wurde.

Quelle:
Dieter J. Maier

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