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" Für mich stellt der Wechsel zwischen E-und U-Musik überhaupt kein Problem dar"

Interview mit Star-Tenor Johannes Kalpers

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Ob Sa lzburger Festspiele, Grand Prix der Volksmusik oder Musik liegt in der Luft. Seit 2001 präsentiert sich der Tenor Johannes Kalpers als ein Interpret, der mühelos die Grenzen zwischen E- und U-Musik überschreitet, ohne sich dabei selbst Grenzen stecken zu müssen. Musik ist sein Leben und was ihn besonders auszeichnet, ist seine Vielfältigkeit. In einem exklusiven Interview sprach Johannes Kalpers mit Saar Report u.a. über seine enge Heimatverbundenheit, seine musikalische Karriere und seine neuen künstlerischen Projekte.

Dieter J. Maier:

Herr Kalpers, Sie sind als “Botschafter des Westerwaldes”  mit Ihrer Heimatregion eng verbunden und  für die deutschen Fernsehzuschauer auf SonntagsTour unterwegs. Aus welchem Grund drehen Sie gemeinsam mit dem SWR ausschließlich in Rheinland-Pfalz?

Johannes Kalpers:

Eines meiner Herzensanliegen ist es, Musik einem breiten Publikum zu vermitteln. Daher freue ich mich umso mehr über die Chance, die mir die SWR-Produktion SonntagsTour bietet.  Hier wird mir die Möglichkeit geboten, nicht nur außerhalb der Konzertsäle Musikbegeisterte zu treffen, sondern die Menschen einer Region vor Ort zu besuchen, kennenzulernen und dabei immer wieder neu auf Entdeckungsreise zu gehen. Das besondere an der Sonntagstour ist, dass wir ausschließlich in Rheinland-Pfalz, dem Sendegebiet des SWR, drehen. Hier kann ich als Gastgeber, Moderator und Sänger nicht nur bekannte Gaststars präsentieren, sondern neben den touristischen Highlights auch jungen, musikalischen Talenten aus der Region zu einem Sprung nach vorne verhelfen.

Dieter J. Maier:

Sie unternahmen bereits 2009 im Rahmen Ihrer SonntagsTour eine Reise durch das Musikantenland Kusel im Südwesten von Rheinland-Pfalz, wobei Sie hier auf den großen deutschen Tenor Fritz Wunderlich eingingen, der in Kusel 1930 als Sohn einer Musikantenfamilie geboren wurde. Welche persönliche Affinität  haben Sie zu Fritz Wunderlich?

Johannes Kalpers:

Für mich ist Fritz Wunderlich ohne Zweifel einer der größten Tenöre aller Zeiten, mit einer einzigartigen  Begabung, die bis heute unerreicht geblieben ist. Wunderlich, der 1966  im Alter von nur 36 Jahren durch einen tragischen Unfall verstarb, galt als äußerst heimatverbunden. Ihm zu Ehren habe ich zusammen mit meinem Freund Volker Bengel sein berühmtes Kusellied in seiner Heimatstadt gesungen. Als Drehorte für diese  SonntagsTour haben wir  damals u.a. das liebevoll eingerichtete Fritz Wunderlich-Museum ausgesucht und ich würde mir wünschen, dass gerade in dieser Region der Name und die Musik dieses Jahrhundert-Sängers noch präsenter werden.

Dieter J. Maier:

Nach dem Abitur gingen Sie zur Bundeswehr und spielten beim Heeresmusikkorps 300 in Koblenz Posaune. Danach studierten Sie an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, gaben Klavierunterricht und leiteten nebenbei Chöre. Was fasziniert Sie  bis heute an der Chormusik ?

Johannes Kalpers:

Ich bin schon als Kind mit Chormusik aufgewachsen, habe später auch selbst in einem Chor aktiv mitgesungen und, wie Sie schon erwähnten, in meinem Studium als Chorleiter Laienchöre selbst geleitet. Von daher ist diese enge musikalische Verbindung von meiner Seite aus nie abgerissen und ich habe heute mit ehemaligen Chormitgliedern aus dieser Zeit noch guten Kontakt. Ohne meine fast zehn Jahre dauernde musikalische Grundausbildung als Sänger im Chor der Limburger Domsingknaben hätte ich meinen beruflichen Weg als Tenor nicht gehen können. Somit verdanke ich dem Chorgesang meine Karriere als Sänger, die mich bis heute zu großartigen Konzerten und Konzertreisen ins In- und Ausland geführt hat.

Dieter J. Maier

Wie stellen Sie Ihre eigene Stimme auf den permanenten Wechsel zwischen den einzelnen Musikstilen wie Klassik oder Unterhaltungsmusik ein?

Johannes Kalpers:

Für mich stellt dieser permanente Wechsel überhaupt kein Problem dar, weil ich dieses stimmliche Übergreifen in verschiedene Musikrichtungen von Jugend an gewohnt bin. Allerdings muss man hier vor allem in der Stilistik etwas vorsichtig sein, weil  man beispielsweise eine Schubert-Arie oder ein Mozart-Lied nicht so interpretieren kann wie eine Operette von Franz Lehar, die von einem Sänger eine ganz andere Stimmbehandlung erfordert. Es gibt sicher Kollegen, für die dieser stimmliche Wechsel einige Probleme mit sich bringen mag, für mich selbst hat dieses Umschalten von sogenannter ernster Musik auf Unterhaltungsmusik nie wirkliche Schwierigkeiten bereitet.

Dieter J. Maier:

Welches sind Ihre neuen, künstlerischen Projekte?

Johannes Kalpers:

Ich bin zur Zeit schon intensiv in der Vorbereitung meiner Weihnachtskonzerte  mit dem Titel “Festtagszauber”, bei denen ich besonders die Menschen ansprechen möchte, die neben dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach auch noch leichtere Festtagsmusik in dieser schönsten Zeit des Jahres hören möchten.  Diesbezüglich werde ich im nächsten Jahr auch noch eine Weihnachts – CD veröffentlichen und 2011 mit einem neuen Programm “Johannes Kalpers goes Big Band”  auf Tournee gehen.

Dieter J. Maier:

Herr Kalpers, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für ihre Zukunft.

 


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