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Bildungsminister Kessler – Tauziehen um Einsparungen bei der Bildung

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Zu den Vorwürfen, dass die Jamaika-Koalition ein Tauziehen um Einsparungen bei der Bildung offen praktiziere, nahm der saarlandische Bildungsminister Klaus Kessler beim heutigen  Pressegespräch in der Saarbrücker Staatskanzlei endschieden Abstand. Dennoch hält Kessler in den kommenden Jahren die Schließung von weiterführenden Schulen für möglich, um zeitnah auf die rückläufigen Schülerzahlen reagieren zu können.

Kessler hierzu:  “  Wir sind der Öffentlichkeit, sowie den Eltern und Schülern gegenüber verpflichtet, in einem relativ überschaubaren Zeitraum die Dinge in Angriff zu nehmen. Auch werden wir der Opposition nicht unbegrenzt Zeit lassen, Neuerungen im Schulwesen immer vor sich her zu schieben. Entsprechend wollen wir  die Regelung abgeschaffen, dass weiterführende Schulen mindestens drei Klassen haben müssen.  Auch jahrgangsübergreifende Klassen sind diesbezüglich denkbar. Allerdings muss ich im Vorfeld klarstellen, dass es keine Schließungspläne gibt, jedoch werden wir bald eine Schulentwicklung planung benötigen, um auf Dauer auch kleine Schulstandorte zu sichern”.

Bei den  17 Gesamtschulen sind heute insgesamt 1.830 Schüler in 71 Klassen gemeldet. 2009 waren es noch 2.017 Schüler, was für das saarländische Schulsystem einen Rückgang von 9% innerhalb eines Jahres bedeutet.  Bei den 37  Gymnasien konnten bei den 3.500 Schülern in 134 Eingangsklassen allerdings im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 4% verzeichnet werden. Zum Schuljahr 2010/2011 wird eine neue Stundentafel für die Klassen 5 bis 10 an den Gymnasien und für die Einführungsphase an den gymnasialen Oberstufen aller Schulformen eingeführt. Der Unterricht an der neuen Tafel findet im Schuljahr 2010/2011 in den Klassenstufen 5, 6, 8 und 10 statt und wird in den folgenden Jahren aufwachsend weitergeführt. Neu ist jedoch, dass der Stundenanteil der Kernfächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen gleichmäßiger aud die Jahrgangsstufen verteilt ist. Demnach gibt es in der Klassenstufe 5 keine sechsstündigen Fächer mehr. Darüber hinaus werden die Pflichfächer nicht mehr einstündig  unterrichtet.

Doch Kesslers Schulkompromisse stoßen nicht überall auf Verständnis.  Mit harten Worten kritisierte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Barbara Spaniol die geplante Bildungsrefom der Jamaika-Koalition: „Die „Schule für Alle“ als Gemeinschaftsschule ist die richtige Antwort auf die Fehlentscheidungen der bisherigen CDU-Regierung. Die Saarländerinnen und Saarländer haben bei der Landtagswahl für bessere Bildungschancen gestimmt. Deshalb wurde die CDU mit Müller abgewählt. Spätestens jetzt müsste es Bildungsminister Kessler dämmern, dass er die richtigen Visionen in der Bildungspolitik mit diesen Koalitionspartnern nicht umsetzen kann. Jetzt rächt es sich, dass sich die Grünen zum Steigbügelhalter einer Auslesepolitik nach CDU-Lesart gemacht haben.“

Quelle:
Dieter J. Maier

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