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Verhaltensforscher Werner Freund - Ein Leben unter Wölfen

30. Juli 2010 Dieter J. Maier
Foto: Dieter J. Maier

Der Wolf: Seit Jahrhunderten geistert dieses edle und scheue Raubtier durch die Phantasie der Menschen als gefährliche, Menschen angreifende und blutrünstige Bestie. Doch das Märchen vom bösen Wolf ist genau das, was es ist - eine phantastische Geschichte.

Wölfe sind in Wirklichkeit alles andere als gefährlich und blutrünstig. Sie sind scheu und meiden weitgehendst den Kontakt zu Menschen. Gerade deshalb funktioniert auch das friedliche Zusammenleben von Wolf und Mensch in vielen europäischen Ländern.

In Deutschland jedoch war der Wolf  lange Zeit ausgestorben. Der letzte, in freier Wildbahn lebende, Wolf wurde vor etwa 150 Jahren erlegt. Viele ungeklärte Fragen über die Lebensweise der Wölfe und besonders das Unwissen, das man über diese edlen Wildtiere hatte, haben über viele Jahrhunderte zum schlechten Image des Wolfes beigetragen. Die Wirklichkeit sieht jedoch völlig anders aus.

Durch die Ausbreitung der Landwirtschaft und die Zunahme der Bevölkerungsdichte schrumpfte der Lebensraum der Wölfe immer mehr zusammen und letztendlich wurde die Wolfsfrage nicht durch Kompromisse, sondern durch Ausrottung gelöst. Heute hat sich jedoch die Einsicht durchgesetzt, das jedes Lebewesen auch ein Recht auf Existenz besitzt. In der Definition des Artenschutzes gehört dies heute zum moralischen Grundsatz. Für den Wolf, wie für viele andere bedrohte Raubtiere, kam dies Einsicht allerdings fast zu spät.

Dass wir uns heute mit wildlebenden , sogenannten gefährlichen Raubtieren wie Wölfen und Bären auseinandersetzen, haben wir nicht zuletzt der unermüdlichen Forschungsarbeit von Werner Freund zu verdanken, der sich in seiner über 30 jährigen Verhaltensforschung dem Wolf verschrieben hat. Gerade auch durch seine Initiative ist es gelungen, dass sich der Wolf in den letzten Jahren wieder in Deutschland ansiedeln durfte.

Der Internationale Tierschutz-Fond (IFAW) teilte vor kurzem mit, dass das Wildbiologische Büro LUPUS im Juli den ersten Welpen dieses Jahres nachweisen konnte. Das Junge, das zum in Spremberg (Brandenburg) lebenden Welzoer Rudel gehört, beweist somit, dass sich der Bestand der Wölfe in Deutschland weiter ausbreitet. Freunds Botschaft, mehr Akzeptanz gegenüber dem Wolf zu haben, hat diesem einzigartigen Raubtier zu einem besseren Verständnis in unserer Gesellschaft verholfen.

werner-freund-wolfe-019Der Ruf von Werner Freund ist bedeutend. Seit über drei Jahrzehnten heult und lebt der Verhaltensforscher mit seinen Wölfen, die wild sind, wie die freie Natur. Er will nicht, dass sich seine Wölfe den Menschen anpassen, viel mehr möchte er mit seinen Wölfen zusammen leben und zwar so, wie es noch keinem Menschen vor ihm gelungen ist. Werner Freund, der im Rahmen seiner Verhaltensforschung sehr eng mit seinen Wölfen in Kontakt ist, wurde im Laufe der Jahre, wie er sagt, selbst zum Wolf und hat somit einen Weg betreten, der keinen Rückzug mehr kennt und seinem Leben die Erfüllung gibt, die er für sich selbst immer gesucht hat.

Hinweis der Redaktion: Das Expeditionsmuseum von Werner Freund in Merzig ist sonntags von 14-18 Uhr geöffnet. Hier hat der Verhaltensforscher viele Fotografien und einige Hundert Exponate zusammen getragen, die die Besucher nun in verschiedenen Ausstellungsräumen, nach Kontinenten gegliedert, besichtigen können.

Die Wölfe im Werner Freund-Wolfspark sind täglich von Sonnenaufgang bis zum Einbruch der Dunkelheit im Kammerforst Merzig zu beobachten. Weitere Auskünfte erteilt das Tourist-Büro Kreistadt Merzig unter der Telefonnummer  06861- 85221.

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Quelle, Foto-und Filmaufnahmen :
Dieter J. Maier

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