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Wahlsieg nach kräftezehrendem Gerangel

Christian Wulff wird neuer deutscher Bundespräsident

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Foto:  Martina Nolte Unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung lizensiert.

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Nach einem nervenzehrenden Abstimmungsdrama wird Christian Wulff neuer deutscher Bundespräsident, obwohl sein Wahlsieg für die schwarz-gelbe Koalition auch ein weiterer Rückschlag bedeutet. Wulff setzte sich am heutigen Mittwochabend nach stundenlangem Zittern mit 625 Stimmen gegen den von SPD und Grünen nominierten früheren DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck durch. Erst im dritten Wahlgang konnte sich der bisherige Ministerpräsident von Niedersachsen gegen den rot-grünen Kandidaten Joachim Gauck durchsetzen. Der stundenlange Abstimmungsentscheid bedeutet eine herben politische Entäuschung  für die schwarz-gelbe Koalition,  die mit Wulffs Wahl eigentlich  die ohnehin schon wacklige demokratische Einigkeit der Parteien zumindest nach außen hin gefestigter demonstieren wollte.

Trotz allem gab es Freude bei der Union über den überraschenden Wahlsieg, während die SPD unter Führung von Siegmar Gabriel vor allem die Linkspartei kritisierte, die sich Gauck verweigerte. Christian Wulff nahm seinen knappen Wahlsieg dennoch gelassen entgegen: “Aus Niederlagen habe ich eigentlich immer noch mehr gelernt als aus Siegen. Und wenn ich Ihnen sage, dass mein Antritt als Ministerpräsident im dritten Anlauf neun Jahre gedauert hat, dann war die Bundesversammlung heute relativ kurz,” so Wulff.

Der unterlegene Joachim Gauck konnte sich unterdessen auch der großen Resonanz auch seiner Gegner sicher sein: ”Mit meiner Kandidatur sind viele Wünsche und viele Sehnsüchte in der Gesellschaft neu artikuliert worden. Mein Wunsch ist, dass uns all diese Aktivitäten erhalten bleiben. Das ist ein Geschenk für unser Land, dass diese Leute da sind, die sich nicht einfach abwenden von der Politik. Die Politik muss mit diesen Menschen weiter im Gespräch bleiben. Ich gratuliere Christian Wulff von Herzen und wünsche ihm Gottes Segen.”

Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat Christian Wulff zur Wahl als Bundespräsident gratuliert und seine Erwartung an die Amtszeit des neuen Staatsoberhauptes formuliert: „Ich wünsche Christian Wulff alles Gute in seinem neuen Amt. Er muss in politisch schwierigen Zeiten über alle gesellschaftlichen und politischen Trennlinien hinweg Vertrauen schaffen und die unübersehbare Sehnsucht in der deutschen Bevölkerung nach Wegweisung und Sinnstiftung stillen. Für diese wichtige Vertrauensarbeit wünsche ich dem gewählten Bundespräsidenten eine glückliche Hand und viel Erfolg. Er kann sich bei seinem integrativen Auftrag meiner Unterstützung sicher sein.“

Christian Wulff bedankte sich unterdessen bei allen Parteien, dass der Wettbewerb um das Amt des Bundespräsidenten aus seiner Sicht fair verlaufen sei und bekundete seinen  Respekt für alle, die ihm in der Bundesversammlung  ihre Stimme verweigerten. Ebenso bedankte sich Wulff bei seinem Vorgänger Horst Köhler, der für ihn persönlich während seiner Amtszeit politisch und menschlich neue Maßstäbe setzte.

Quelle: Dieter J. Maier

 

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