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Freiheit in Europa – 25 Jahre Schengener Abkommen

Im luxemburgischen Schengen fand am heutigen Sonntag der offizielle Festakt zum Jubiläum des 1. Schengener Abkommens statt, das vor 25 Jahren unterzeichnet wurde. Zu den rund 200 hochrangige Gäste aus ganz Europa zählten neben dem Großherzog und der Großherzogin von Luxemburg, auch die Außenminister mehrerer EU-Mitgliedsstaaten. Zu den Festrednern gehörten u.a. der Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek, sowie der Präsident der Europ25-jahre-luxemburg-schengener-abkommen-014äischen Kommission José Manuel Barroso. In diesem Rahmen wurde auch das neue Europamuseum im Schengener EU-Informationszentrum eröffnet. Das Saarland war bei den Festlichkeiten durch Europaminister Stephan Toscani vertreten: „Es ist eine Ehre für mich, unser Bundesland an diesem besonderen Tag zu vertreten. Das Schengener Abkommen stellt einen Meilenstein der europäischen Geschichte dar, insbesondere für unsere Großregion SaarLorLux hat der Wegfall der Grenzkontrollen einen Entwicklungsschub gebracht”, so Toscani.

Auch der europäische Kommissionspräsident Barroso zeigte sich erfreut von der heute noch weitreichenden Tragweite dieses damals einzigartigen europäischen Abkommens : “  Nach dem Schengener Abkommen werden wir gemeinsam auch in Zukunft in der Lage sein, die Europäische Union auf den Weg zur haushaltspolitischen Konsolidierung und zu Strukturreformen bringen, die uns helfen werden, ein nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplätze zu sichern”.

Mit dem Schengener Abkommen unterzeichneten vor 25 Jahren die fünf Staaten Belgien,Frankreich, Luxemburg, Bundesrepublik Deutschland und die Niederlande an der Grenze zum Saarland den Vertrag von Schengen. Es war damals die Zeit, als in Berlin noch die Mauer stand und Europa nicht nur geografisch in Ost und West unterteilt wurde. Die Europäische Gemeinschaft  war mit zehn Mitgliedstaatendamals  noch recht übersichtlich und man suchte nach einem neuen zündenden Thema, um den Bürgern das Projekt nach knapp 30 Jahren seines Bestehens noch appetititlicher zu gestalten. Ideengeber gab es zu diesem Zeitpunkt reichlich und der Traum vom Ende der Schlagbäume war der Beginn der Reisefreiheit, deren Verwirklichung man unverzüglich anstrebte. Alles begann mit einer Absichtserklärung, als am 14. Juni  1985 die Benelux-Länder ein Europa ohne Grenzkontrollen aus der Taufe hoben und  40 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der  von Zerstörung und Gewalt geprägt war, mit dem Schengener Abkommen die europäischen Staaten auf  friedlichem Wege zueinander fanden.

25-jahre-luxemburg-schengener-abkommen-007 Ziel des Abkommens war der „schrittweise Abbau der Personenkontrollen an den Binnengrenzen zwischen den Vertragsparteien“ und damit eine Erleichterung der grenzüberschreitenden Mobilität. Das Abkommen regelt weiterhin die Kooperation im Sicherheitsbereich. Das Schengener Durchführungsübereinkommen SDÜ (Schengen II) regelte1993 die praktischen Umsetzung dieser politischen Vereinbarungen. 2005 wurde der „Vertrag über die Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, insbesondere zur Bekämpfung des Terrorismus, der grenzüberschreitenden Kriminalität und der illegalen Migration (Schengen III)“ unterzeichnet, der die vorigen Abkommen ergänzen und die polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit stärken soll. Besonders im Saarland als Teil der Großregion SaarLorLux, profitieren die Bürger von der durch das Abkommen geschaffenen grenzüberschreitenden Mobilität. Dies zeigt sich beispielsweise in einer erheblich gewachsenen Zahl von über 200.000 Grenzgängern in der Großregion. Auch die bilaterale Zusammenarbeit wurde deutlich intensiviert: Die Zusammenarbeit im Justizbereich, der grenzüberschreitenden Notfallrettung, etc. wird zunehmend Routine. Heute gehören 25 Länder mit rund 400 Millionen Menschen zum Schengen-Raum.
Quelle, Film- und Fotoaufnahmen: Dieter J. Maier
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