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Exquisite Spielkultur eines Weltreisenden

Klavierkonzert mit Rudolf Buchbinder im Wiesbadener Kurhaus

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Kraftvolle  und dennoch fießend romantische Orchestermusik boten am 14.Mai in Wiesbaden der bedeutenden österreichischen Pianisten Rudolf Buchbinder zusammen mit  dem Italiener Gianandrea Noseda am Pult des BBC Philharmonic Orchestra, das sich nicht nur hierzulande durch zahlreiche Plattenaufnahmen, aber auch durch Querschnitte seines ambitionierten zeitgenössischen Klassik-Repertoires einen Namen machte. Nach regelmäßigen Jahres-Tourneen durch Japan, USA und Europa gelang es den BBC Philhamonikern trotz massiven Zeitdrucks, ihre zupackende Brisanz  auch  im Wiesbadener Kurhaus zu präsentieren.

Auffallend waren vor allem bei Brahms 2. Klavierkonzert in B-Dur op 83 die subtil-gepflegten, einheitlichen Streicher, die mit großzügiger Bogenführung spontan öfter ins Mechanische abtrifteten, ohne dabei das extrem musikdramatische Stück außer Acht zu lassen. Brahms Klavierkonzerte sind für jedes Orchester eine besondere Herausfordeung, wobei im Falle der BBC Philharmoniker eine ergreifende Spielfreude deutlich wurde, gerade weil Gianandrea Nosedain in manchen Orchesterpassagen nicht viel mehr sah, als eine wohlig verpackte Hülle für seine hinreißend fließende Spielkultur. Rudolf Buchbinders Interpretation  machte dennoch aus Brahms mit Krisenspannungen überschüttetem Expressivitäts-Werk eine träumerische Wiederaufführung  romantischer Musik-Idylle, aus deren aufreizend kokettierenden Miniaturen  man die weiter Handlung durchaus ablesen konnte.

Einen Klavierabend vorzubereiten, das gehört für Rudolf Buchbinder zur Routine, zumal der weltreisende Österreicher nicht zu jenen Pianisten zählt, die sich monatelang  mit ein und demselben Programm beschäftigen. Diesmal konnte sich der Künstler für seinen Auftritt in Wiesbaden mit Brahms “leidenschaftlichem Opus an die geläuterte Reife der Musik”  vollends ausleben, gerade weil er auch seit seinen musikalischen Anfängen den eigenen Maßstäben gegenüber immer wieder ihre Grenzen verweigert.

Schon mit neun Jahren hatte das im tschechischen Litomerice geborene “Wunderkind” seinen ersten öffentlichen Auftritt am Klavier und absolvierte  bereits mit  elf Jahren die Meisterklasse. 1961 gewann er mit dem Wiener Trio den 1. Preis bei einem Wettbewerb des Bayerischen Rundfunks und bereits 1962 erhielt er die Lipatti-Medaille. Danach betätigte sich Buchbinder vor allem als Kammermusiker. 1966 gewann er den Van-Cliburn-Preis und 1967 den 1. Preis beim Beethoven-Klavierwettbewerb, der Beginn seiner erfolgreichen internationale Karriere. Seit mehr als zehn Jahren ist Buchbinder ständiger Gast einer Reihe großer Festivals, darunter die Salzburger Festspiele. Heute tritt  Rudolf Buchbinder in allen wichtigen Konzertsälen der Welt auf, daneben leitet der leidenschaftliche Amateur-Maler an der Musikakademie der Stadt Basel eine Meisterklasse für Klavier und das Musik-Festival Grafenegg.

Quelle:

Dieter J. Maier

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