Was kommt im Warndt nach dem Bergbau?
Das Etablissement Public Foncier de Lorraine und die RAG Montan Immobilien GmbH als Grundstückseigentümer beiderseits der deutsch-französischen Grenze stellen in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes die ersten Nutzungsvorschläge und Projektideen für die grenzüberschreitende Bergbaufolgelandschaft im Warndt.
Mit dem Ende des Bergbaus hat der grenzüberschreitende Warndt einen Großteil seiner Identität verloren. Das ausgedehnte Flächenpotenzial der Bergbaubrachen bietet nun die Chance, Anstoß und Ausgangspunkt für eine Neuprofilierung der Region zu sein.
Die Projektpartner, das Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes und die beiden Grundstückseigentümer der Bergbaubrachen, das Etablissement Public Foncier de Lorraine (EPFL) und die RAG Montan Immobilien GmbH haben im InterregIVA-Projekt „Der Warndt nach dem Bergbau“ konzeptionelle Ideen entwickelt. Diese übergeordneten Ansätze werden heute ebenso wie erste konkrete Projektideen im Rahmen der ersten öffentlichen Veranstaltung einem breiten Publikum präsentiert und zur Diskussion gestellt. Eingeladen sind alle interessierten Akteure der Region, Fachvertreter und die Politik, sich über die Ergebnisse zu informieren, darüber zu diskutieren, und sich mit eigenen Ideen an der Weiterentwicklung zu beteiligen.
Grundlegende Erkenntnis aus dem Projekt ist, dass nur ein Bruchteil der über 1.300 ha Brachen aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen
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es stehen nur knappe finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung
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die Potenziale der einzelnen Flächen sind gering
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die Ausgangssituation ist deflationär – und eben nicht von Wachstum geprägt
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tatsächlich entwickelt werden kann. Dazu bedarf es einer abgestimmten, gemeinsamen Grundlage, die die Partner unter Berücksichtigung vorhandener Ansätze (wie dem SCOT Val de Rosselle, der Eurodistrict-Initiative, dem Regionalpark Saar u.a.) im Lauf der letzten Monate erarbeitet haben.
Der Warndt stützt demnach seine zukünftige Entwicklung auf neue Energien, die Geschichte der Kohleförderung, die Besonderheit des Grenzraumes und der durch den Menschen geformte Landschaft. Als Entwicklungs- und Erlebnisprämissen werden nicht schnelle, wirtschaftliche Erfolge definiert, sondern eine angemessene, nachhaltige Realisierung von Projekten über einen langen Zeitraum.
Die maßgebliche Stärke des Projekts liegt in der gemeinsamen, grenzüberschreitenden Perspektive. Die Definition von zwei Schwerpunktbereichen und Vorschläge für ausgewählte Standorte ergeben zusammen mit der Formulierung von sog. Leitthemen das übergeordnete „Gerüst“ für die Ausformulierung konkreter Projektideen. Diese sollen in einem nachfolgenden Schritt in die Umsetzung begleitet werden.
So werden die wichtigsten Potenziale im Warndt herauskristallisiert. Die begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen können gezielt eingesetzt werden.
Nun ist es vorrangiges Ziel, die erarbeiteten Vorschläge mit den Beteiligten zu diskutieren, weitere Partner – insbesondere auf kommunaler Ebene – für das Projekt und seine Ansätze zu gewinnen, Wünsche, Anmerkungen und Bedürfnisse aufzunehmen und sie in die weitere Bearbeitung zu integrieren.
Im Anschluss an diese Planungsphase sollen für die angestrebte Realisierung der erarbeiteten Ideen federführende Akteure gewonnen, weitere Fördergelder aus den Töpfen der Europäischen Union akquiriert und die Projekte in die Umsetzung begleitet werden.
Hintergrund:
Jahrzehntelang hat der Abbau von Kohle, die Arbeit unter Tage und in der Stahlindustrie das Bild der Landschaft und die Menschen im Warndt auf französischer und auf deutscher Seite geprägt. Nun sind mit dem Ende des Bergbaus tausende Arbeitsplätze weggebrochen, ausgedehnte ehemalige Industrieflächen liegen brach, die gesamte Region leidet an einem erheblichen Identitätsverlust.
Dazu kommt, dass im Zuge des demografischen Wandels und der schlechten wirtschaftlichen Perspektiven für den Warndt von ausgesprochen widrigen Ausgangsvoraussetzungen ausgegangen werden muss. Das Angebot an Industrie- und Gewerbeflächen übersteigt den aktuellen und absehbaren Bedarf. Zahlreiche Hinterlassenschaften des Bergbaus haben die Landschaft „perforiert“. Die Qualität der städtebaulichen Strukturen und Einrichtungen verdient ebenso wie die Lebensqualität in den Orts- und Stadtzentren eine nähere Betrachtung. Sie sind wichtige Elemente in der Wahrnehmung des Warndts und leisten einen erheblichen Beitrag zur Vermittlung seines Images.
Seit Sommer 2009 arbeiten die drei Projektpartner daran, Nutzungsvorschläge für Bergbaubrachen beiderseits der Grenze zu erarbeiten. Das Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr hat mit seinen Partnern Etablissement Public Foncier de Lorraine und RAG Montan Immoblien GmbH die Eigentümer der brachgefallenen Bergbaustandorte an seiner Seite. Damit ist die Grundlage für eine konzentrierte Betrachtungsweise gelegt. Sie kann sich jedoch nicht in dieser Partnerschaft erschöpfen, sondern hat zum Ziel, die Gemeinden und weitere Beteiligte im grenzüberschreitenden Kontext zu gewinnen und so Synergien einer gemeinsamen Betrachtung zu nutzen.
Seit dem Projektstart sind im Rahmen eines Planerworkshops und durch die Einbindung renommierter Raumplaner und Landschaftsarchitekten aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz Ideen sowohl für die konzeptionell-übergeordnete als auch für die konkrete Projektebene entstanden.
Quelle:
Unmweltministerium Saarbrücken
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