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"Die Bretter der Bühne sind rutschig"

Interview mit Hansi Hinterseer

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Seit 1994 zieht der ehemalige Skisportler Hansi Hinterseer seine Spuren im Musikgeschäft. Heuer kann der gebürtige Tiroler mit ausverkauften Konzerten und Traumquoten seiner TV-Shows (ARD/ORF) auf 15 Jahre Erfolg als Sänger, Moderator und Schauspieler zurückblicken.

Dabei zählt für ihn nur, dass die Lieder den Menschen Freude bereiten und das Leben in ein freundlicheres Licht tauchen. Hansi Hinterseer kann heute auf 15 Jahre Erfolg im Musikgeschäft zurückschauen. Dieser spiegelt sich nicht nur in weit über 4 Millionen verkaufter Tonträger, in vollen Konzertsälen, durch Traumquoten seiner TV-Shows, und eine zunehmende Zahl an wanderfreudigen Fans rund ums Kitzbühel Open Air wider. Auch die Vielzahl der Gold- und Platinauszeichnungen spricht für die ungebrochene Beliebtheit von Hansi Hinterseer und seinen Liedern. Zudem erhielt der gebürtige Tiroler Dutzende von Publikumspreisen wie auch Awards bedeutender Fachjurys. Anlässlich seines Konzerts in der Saarbrücken Saarlandhalle am 22.02. sprach Hansi Hinterseer in einem exklusiven Interview über seine Konzerttournee 2010, seine beruflichen Anfänge  und sein persönliches Erfolgsgeheimnis.

Herr Hinterseer, es gibt viele Geschichten, wie aus dem Skifahrer Hansi Hinterseer der Sänger wurde. Wie war es wirklich?

Ich bin als Bergbauernbub bei meinen Großeltern mit traditionellen Liedern und Tirolerbräuchen aufgewachsen, ohne Fernseher und elektrisches Licht. Im Sommer ging ich zu Fuß hinunter ins Tal, im Winter bin ich mit den Skiern zur Schule gefahren. In der 70ern war ich mit 14 Jahren das jüngste Mitglied der österreichischen Ski-Nationalmannschaft und gewann einige wichtige Rennen. Doch als ich die hohen Erwartungen bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck nicht erfüllen konnte und alles schief ging, haben mich die Fans beschimpft und ausgepfiffen. Das hat fürchterlich weh getan. Aus Enttäuschung bin ich für einige Zeit nach Amerika gegangen um dort Profirennen zu fahren. Doch dann zog es mich wieder in meine Tiroler Berge. Zurück in meiner Heimat bekam ich überraschend das Angebot eines Freundes, dem Musikproduzenten Jack White, der mich öfter im privaten Kreis musizieren gehört hat, mit ihm eine Platte auf zu nehmen. Die hat sofort bombig eingeschlagen und ich hab das Glück halten können, vor allem dank meiner treuen Fans.

Gab es einen besonderen Moment des Durchbruchs?

Mein erster TV-Auftritt im “Musikantenstadl”. 1994 hat mir Karl Moik einen fantastischen Auftritt angeboten. Fast eine viertel Stunde konnte ich meine Bühnenpremiere als Sänger mit der sportlichen Zeit verbinden – und das auch noch in Schladming, an einem Ort, an dem ich als Skisportler einen Weltcup gewonnen habe.

Sie sind 15 Jahren erfolgreich unterwegs und denken sicher noch nicht ans Karriereende?

Ich weiß, dass der unglaubliche Erfolg nicht selbstverständlich ist und freue mich jeden Tag darüber. Ich habe viel Freude an der Musik und werde bestimmt schon noch ein Weilchen dabei bleiben – solange die Fans mir die Treue halten und es auch mit der Gesundheit passt.

Lassen sich Ihre beiden Karrieren eigentlich miteinander vergleichen?

Da gibt es viele Parallelen. Auch die Bretter der Bühne sind rutschig. Du brauchst ,wie im Sport, eine große Disziplin, Kondition, Konzentration und zudem eine unglaubliche Lockerheit. Wenn man nicht 100 Prozent dabei ist und Freude an dem hat, was man macht, spüren das die Leute und man hat keinen Erfolg.

Was dürfen die Fans denn bei Ihren Tournee-Konzerten 2010 erwarten?

Wir wollen mit jedem einzelnen Konzert drei Stunden lang zusammen feiern und Spaß haben: mit Musik, einem schönen Bühnenbild, Stimmung und mit Schmäh – darum geht’s.

Manche Stars brauchen Bodyguards um in der Öffentlichkeit nicht belästigt zu werden. Ihre Fans hingegen sind zurückhaltend und bedrängen sie nicht. Bei Konzerten fällt keiner ihrer Fans vor Hysterie in Ohnmacht, wieso ist das bei Ihnen alles anders?

Zum Glück ist das so, denn wenn die Leute umfallen, haben wir ja alle nichts davon! Meine Fans geben mir „Platz“ und ich fühle mich wohl mit ihnen. Es macht mir großen Spaß mit ihnen zusammen zu sein, zu wandern und zu singen. Ich bin stolz drauf, dass sich das alles so toll entwickeln hat. Bei meinen Fanreisen und bei der Fanwanderung am Kitzbüheler Hahnenkamm mit den Open Air Konzerten stimmt das ganze Package, von mir und der Musik angefangen bis hin zu der traumhaften Bergwelt. Die Leute verbringen ein langes Wochenende in Kitzbühel und spüren, dass ich nicht der abgehobene Star bin. Ich zeige ihnen meine wunderschöne Heimat, mache Musik und lade die Leute zu einem Gemeinschaftserlebnis – der Hahnenkammwanderung – ein. Dabei genießen sie die Natur mit mir zusammen und die Stimmung unter den Fans ist so toll, dass häufig neue Bekanntschaften entstehen und Freundeskreise sich vergrößern. Meine Fans kommen aus ganz Europa und sogar aus Amerika und Australien. Faszinierend ist für mich auch, dass das Publikum aus allen Gesellschaftsschichten und allen Altersgruppen kommt, einfache Leute ebenso wie Studierte. Kinder mit Eltern und Großeltern.

Singen, schauspielern, moderieren, woran hängt ihr Herz am meisten?

Nach der Familie ganz klar an der Musik, denn sie ist meine große Leidenschaft. Auch wenn ich immer gerne gesungen und gejodelt habe, war es nie mein Plan, gewesen, Sänger zu werden. Bergbauer wollte ich als kleiner Bub sein, wie mein Großvater, und später Skisportler.

Sie haben mit allem was sie tun großen Erfolg. Was ist ihr Schlüssel zum Erfolg?

Ich bin einfach der Hansi und bleibe der Hansi. Außerdem mache ich nur das, wovon ich überzeugt bin, dass es den Leuten gefällt. Offenbar liege ich damit richtig richtig, denn die Leute akzeptieren mich. Das Singen macht mir riesigen Spaß und ich glaube, die Fans spüren das. Man muss das Glück fassen und etwas daraus machen, wenn es einem zufällt. Man muss es formen, nutzen und pflegen. Was ich in diesem Beruf erreicht habe, finde ich selbst unglaublich. Es ist ein Geschenk. Ich bin dankbar, dass ich so erfolgreich arbeiten und meine Ideen und Vorstellungen umsetzen darf. Das ist nicht selbstverständlich.

Sie sind auf einer Alm aufgewachsen, hat sie das Leben am Berg geprägt?

Wir haben nicht viel gehabt, eigentlich nur die Tiere und die Natur, aber das war unser Paradies. Besonders die Einfachheit und das Leben mit den vier Jahreszeiten, das prägt. Wir saßen oft nach der täglichen Arbeit auf dem Hof gemütlich mit der Familie und Freunden zusammen und haben Musik gemacht.

Und die Disziplin, die man für eine so unglaubliche Karriere benötigt, lernt man die auch am Berg?

Sicherlich auch, die Zeit hat mich geprägt und meine Wurzeln sind auf der Alm. Man darf nie vergessen, woher man kommt. Ich komme von ganz unten und habe mir alles erarbeitet. Meine sportliche Laufbahn war für mich die beste Schule, weil man dort mit jungen Jahren bereits Erfolg und Niederlage von einem Tag auf den anderen hat. Die Hochs und die Tiefs liegen sehr nahe zusammen. Vor allem als junger Mensch muss man erst lernen, damit umzugehen. Keine andere Schule kann dir das geben, was ich im Sport, in der Gemeinschaft und im Umgang mit den Konkurrenten gelernt habe. Im Sport bekommst du eine gewisse Lebenserfahrung, die du eigentlich nirgends sonst lernen kannst. Ich wusste schnell, was es bedeutet immer öffentlich präsent, anständig und ehrlich zu sein. Diese Disziplin und eine gute Kondition helfen mir auch heute in meinem Job, vor allem wenn ich auf Tournee gehe.

Was ist das besondere an Volksmusik?

Ich glaube es ist die enorme Sehnsucht nach der heilenden Welt, die in uns schlummert. Meine Lieder gehen ins Herz, weil es Wahrheiten sind.


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Quelle:
Foto: Manfred Werner - Tsui

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