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Grandsigneur mit Stil und Charme

Schauspiellegende Mario Adorf beim “Filmz-Festival” in Mainz

mario_adorfÜber 100 Film- und Fernsehrollen machten ihn zum Publikumsliebling und zum Grandsigneur des deutschen und europäischen Films. Auf internationalen Filmfestivals ist er regelmäßig  Stargast, am 27. November kam Filmlegende Mario Adorf  zum “Filmz-Festival”  nach Mainz als Weltstar zurück. Als er nach dem zweiten Weltkrieg als Abiturient zum ersten Mal in die rheinland-pfälzische Hauptstadt kam, hätte er sich das sicher nicht zu träumen gewagt:

“‘ Ich wußte am Anfang überhaupt nicht, was ich studieren sollte. Heute bin ich sehr froh darüber, damals als einer der ersten Studenten an der Mainzer Universität vielen später bekannten Persönlichkeiten, wie z.B. Hans Dieter Hüsch, begegnet zu sein, die mich als zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbekannten “Eifeler”, in ihren Kreis aufgenommen haben. Später empfand ich es als besonderes Glück, dass ich mit heute noch weltbekannten Stars wie Claudia Cardinale, Billy Wilder, Charton Heston, Omar Sharif, Alain Delon, James Coburn oder Sophia Loren drehen durfte. Trotzdem bin ich immer wieder gerne nach Europa  zurück gekehrt. Mir gefiel in Amerika oft die ganze Lebensart, die Einstellung und der Konkurrenzkampf der Schauspieler unter sich nicht. Es war dieser Zwang ein Leben zu leben, das als angepasst amerikanisch galt. Das  hat mich dort schon sehr irritiert.

Ich wäre eigentlich gerne Maler oder Bildhauer geworden, aber im Mayen der Nachkriegszeit war leider kaum Ölfarbe, Pinsel oder Leinwand zu bekommen. Dennoch habe ich den Traum vom Malen nie aufgegeben. Als ich beispielsweise mit Hildegard Knef den Film” Lulu” 1962  drehte, malten wir in den Drehpausen gemeinsam. Sie schenkte mir zum Abschied ein sensibles Aquarell-Selbstportait, das ich heute noch in Ehren bewahre.

Viele Erinnerungen und Filme haben sich trotz des zeitlichen Abstands noch sehr genau in mein Gedächtnis geprägt. Aber manchmal habe ich doch Schwierigkeiten, mich mit den Personen zu identifizieren, die ich besonders in meinen ersten  Filmen gespielt habe. Vieles kommt mit heute fremdartig vor, aber es ehrt mich natürlich, dass mein schauspielerisches Schaffen von damals auch heute noch so positiv bewertet wird”, so Mario  Adorf gegenüber Saar Report.

mario_adorf2Mario Adorf, 1930 in Zürich geboren, wuchs in Mayen in der Eifel auf. Anfang der 50er Jahre studierte er vier Semester Philosophie und Theaterwissenschaften in Mainz. Nach einem Aufenthalt in Zürich ging Adorf nach München und absolvierte ein Schauspielstudium an der Otto-Falckenberg-Schule. Der Durchbruch als Schauspieler gelang ihm 1957 mit der Darstellung eines naiv-brutalen Massenmörders in dem Film “Nachts, wenn der Teufel kam”. Die frühen Film-Erfolge des mittlerweile 79-jährigen Weltklassedarstellers, der auch heute noch regelmäßig vor der Kamera steht, waren jetzt beim “Filmz-Festival” in Mainz zu sehen. Allein in der Reihe “Rückblende” sind sechs Filme aus den Jahren 1957 bis 2002 gezeigt worden. Sie sind bis heute exemplarisch für das Rollenspektrum von Mario Adorf, den die Organisatoren als “einen der bekanntesten und größten deutschen Schauspieler” bezeichneten, dessen bloße Anwesenheit bereits einen Raum füllen kann. Liebhaber des deutschen Films konnten somit sechs Tage lang im Kinosessel Adorfs  frühe Filme noch einmal an sich vorüberziehen lassen. Der Ausrichter des Festivals, der Verein Brainstream, ehrt mit der «Rückblende» jährlich Filmschaffende, die sich in besonderem Maße um den deutschen Film verdient gemacht haben. Ein großer Dank ging hierbei an die Studenten, die das Festival ehrenamtlich auf die Beine gestellt  haben. Die Kosten von 13.000 Euro trugen Land und Stadt. In den vergangenen Jahren wurden unter anderen die Regisseure Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta und Roland Klick mit der «Filmz-Rückblende» geehrt. Das Festival endete  am 29. November mit einem Kurzfilmwettbewerb.

Quelle, Film und Fotoaufnahmen:

Dieter J. Maier

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Bild-Mitte: Mario Adorf im Interview mit Saar Report

Foto: Steffi Sprunck

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