90 Jahre AWO Kreisverband Frankfurt am Main
Beck: Sozialstaat ist ohne Freie Wohlfahrtspflege nicht denkbar
Als „starken Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege“ und „gesellschaftlich anerkannte Institution des Sozialstaates“ würdigte Ministerpräsident Kurt Beck die Arbeiterwohlfahrt beim 90-jährigen Jubiläum des Kreisverbandes Frankfurt am Main. „Die AWO ist vor Ort bei den Menschen und hilft in allen schwierigen Lebenslagen“, sagte der Ministerpräsident bei der Feierstunde im Frankfurter Römer.
Bei der Gründung der AWO am 13. Dezember 1919 unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg durch Marie Juchacz sei es darum gegangen, Bedürftigen in der großen Not der Nachkriegszeit zu helfen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg habe die AWO tatkräftig beim Wiederaufbau mitgeholfen. „Im Zentrum stand damals der Gedanke, dass sich Bedürftige gegenseitig solidarisch unterstützen. Heute ist die AWO ein innovatives Sozialunternehmen, das solidarisch aus seiner Tradition heraus handelt“, betonte Beck.
Er unterstrich die soziale und auch die ökonomische Bedeutung der Freien Wohlfahrtspflege. Allein die AWO beschäftige bundesweit 146.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unterhalte über 14.000 Einrichtungen und Dienste mit über 330.000 Betten und Plätzen. Rund 430.000 Mitglieder und 100.000 ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer würden die AWO tragen.
„Für die soziale Ausgestaltung unserer Gesellschaft ist nicht allein der Staat verantwortlich. Verantwortung tragen ebenso die gesellschaftlichen Gruppen und die Menschen selbst. Das Subsidiaritätsprinzip trägt maßgeblich dazu bei, dass Ziele des Sozialstaates effizient und nahe bei den Menschen verwirklicht werden“, sagte Ministerpräsident Beck.
Das Land Rheinland-Pfalz unterstütze die Arbeiterwohlfahrt und andere Verbände der Freien Wohlfahrtspflege auch bei der Förderung des ehrenamtlichen Engagements, damit sich Bürgerinnen und Bürger beispielsweise bei der Betreuung von älteren Menschen und von Menschen mit Behinderung oder der Unterstützung sozial Benachteiligter einbringen und auf Wunsch begleitet und geschult werden können. „Wir brauchen die Dauerhaftigkeit von zivilgesellschaftlichem Engagement.“ Die Aufgabe des Staates sei es, dazu verlässliche und operativ vernünftige Bedingungen zu schaffen.
Quelle:
Staatskanzlei Mainz // Foto: Dieter J. Maier
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