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"Die Saar-Wirtschaft ist weiter in einer guten Verfassung"

Interview mit Dr. Richard Weber

3. Juli 2009

Der geschäftsführende Gesellschafter der Karlsbergbrauerei und Präsident der IHK-Saarland Dr. Richard Weber nahm in einem exklusiven Interview unserem Magazin gegenüber Stellung zu dem Steigerungpotential der Saar- Wirtschaft, seiner Zusammenarbeit mit der saarländischen Landesregierung und über die in Anspruchnahme der IHK bei den saarländischen Unternehmen.

Dieter Maier:

Die IHK ist eine bedeutsame Service- und Beratungseinrichtung. In welchen Bereichen wird die IHK am meisten in Anspruch genommen?

Dr. Richard Weber:

Die IHK Saarland bietet Serviceleistungen für aktuell mehr als 46.000 Mitgliedsunternehmen – und das in den verschiedensten Bereichen:  Das reicht von der Hilfe für ganz junge Unternehmer und Existenzgründer in unserem Gründerzentrum bis hin zur Unterstützung, wenn es einmal schwierig oder gar existenzgefährdend wird. Wir bieten verschiedenste Info-Dienste zu gesetzlichen Neuregelungen, Hilfe bei der Erschließung ausländischer Märkte, Branchenforen, und, und, und. Ein Schwerpunkt liegt dabei sicherlich in der Berufsbildung – so betreut die IHK allein mehr als 12.000 Ausbildungsverhältnisse.

Dieter Maier:

Sind Sie als Chef der IHK mit der Zusammenarbeit der saarländischen Landesregierung und der politischen Parteien zufrieden?

Dr. Richard Weber:

Zunächst: die Zusammenarbeit mit den Landesregierungen war in den vergangenen Jahren sehr eng und hat prima funktioniert – unabhängig von der politischen Couleur. Dies ist sicherlich einer der Vorteile unseres kleinen Landes. Wichtig scheint mir allerdings, dass wir unsere Standortbedingungen weiter verbessern, ein deutliches Profil entwickeln und dies auch aktiv nach außen vermarkten. Vieles hat die Politik schon auf den richtigen Weg gebracht – weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Wirtschaftsstandortes müssen jedoch folgen. Die IHK wird auch
weiterhin im engen Dialog mit der Politik darauf hinwirken, dass die richtigen Schritte getan werden.

Dieter Maier:

Als Chef der IHK verfolgen Sie seit Jahren die Wirtschaft und geben wichtige Anregungen. Wie sehen Sie das Steigerungspotential der saarländischen Wirtschaft?

Dr. Richard Weber:

Trotz der anhaltenden Turbulenzen auf den Finanz-, Währungs- und Energiemärkten ist die Saarwirtschaft weiter in einer guten Verfassung.  Bei weiterhin verhaltener Binnennachfrage bleibt der Export die Hauptstütze der Konjunktur. Dennoch gehen wir davon aus, dass das schwierigere gesamtwirtschaftliche Umfeld und der Anpassungsprozess im Bergbau die Saarkonjunktur im weiteren Jahresverlauf etwas dämpfen wird. Für das gesamte
Jahr rechnen wir mit einem Saarwachstum von rund 1,5 Prozent. Immer mehr zu einer Wachstumsbremse entwickelt sich allerdings der zunehmende Mangel an Fachkräften – hier müssen wir dringend gegensteuern.

Dieter Maier:

Durch die gesetzmäßig bedingten Verschärfungen bei den Autofahrern und durch das öffentliche Rauchverbot ist der Bierkonsum in Deutschland erheblich zurückgegangen. Auch die Veranstaltungen im Freien leiden unter den verschärften Bedingungen. Gibt es Mittel und Wege, trotz dieser ungünstigen Ausgangslage die Absatzmöglichkeiten wieder zu steigern und spielen die Mixgetränke hierbei eine gewichtige Rolle?

Dr. Richard Weber:

Der Biermixmarkt behält in den nächsten Jahren unveränderte Impulskraft für die deutsche Brauindustrie. Der Markt der Biermischgetränke wächst nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes um 18 Prozent. Biermischgetränke sind und bleiben etablierte Größen auf dem deutschen Biermarkt und haben für die Zukunft weiterhin ein großes Zuwachspotential. Karlsberg MiXery ist auch weiterhin ein starker Motor dieses Marktes. Ohne MiXery hätte das Segment der Biermischgetränke nicht diese Dynamik bekommen, die heute festzustellen ist. Gerade ist Mixery mit neuen Sorten –Vodka Flavour Iced Lemon und Vodka Flavour Iced Energy- und großer Medienpower auf dem Markt. Für das klassische Biersegment setzt Karlsberg mit einer neuen Kampagne auf Emotionen. Das KARLSBERG Bier-Gefühl vereint alle positiven Wahrnehmungen zu Karlsberg und seinen Produkten. Eine wichtige Rolle spielen dabei die regionale Verbundenheit, die Leistungsstärke des Unternehmens und die Markenvielfalt. Das KARLSBERG Biergefühl präsentiert die Markenvielfalt. Neben Karlsberg UrPils wird ab sofort das  gesamte klassische Biersegment, bestehend aus Karlsberg UrPils, Feingold, Gründel´s classic und Gründel´s fresh in den Mittelpunkt gerückt.  Mit einer geballten Medienpower wird dies zielgerichtet im Saarland und der angrenzenden Westpfalz kommuniziert.

Quelle:
Dieter J. Maier

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