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"Hier bin ich ohne Sorge"

Friedrich der Große und sein Schloss Sanssouci

12. Juli 2009
Schloss Sanssouci

Foto: Wolfgang Staudt

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Preußen, meinte Reichskanzler Otto von Bismark einmal, sei ein Athlet, allen voran die Hohenzollern. Sie überraschten in Europa nahezu jeden, denn wer hätte erwartet, daß dieses Geschlecht aus Landjunkern und Habenichtsen im Laufe der Jahrhunderte einen solch rasanten Aufschwung nehmen würde. Lange hatte diese Dynastie in Mittelmäßigkeit verharren müssen, bis im 17 Jahrhundert drei hohe hohenzollernsche Herrscher Preußen zu Ruhm und Macht verhalfen. Der größte von ihnen war wohl Friedrich der Zweite, den seine Zeitgenossen schon den Großen nannten. Er hatte Preußen zur Großmacht empor gekämpft, als Gegenmacht Österreichs und zeitweilig beinahe ganz Europas. Zur Verblüffung, zum Schrecken oder zur Begeisterung der Mitwelt. Zum Staunen noch aus allen Generationen seither.

Friedrich der Zweite war ein rastloser Arbeiter am eigenen Staat, ein Getriebener, der stets das Wohl Preußens über seine privaten Bedürfnisse stellte. Von der übermenschlichen Arbeit oft überfordert, suchte Friedrich der Zweite lange nach einem Ort, wo sich entspannen und ganz Mensch sein konnte. An einem Sommertag des Jahres 1743 nimmt Friedrich das Mittagsmahl unter freiem Himmel ein, auf einem Hügel bei Potsdam. Der Blick entzückt ihn, er skizziert ein Sommerschloss und beauftragt seinen Baumeister Knobelsdorf mit der Ausführung. Vier Jahre später wird die neue Residenz eingeweiht. Sanssouci- Schloss Sorgenfrei, ein Schimmer von Kerzen. Flötenkonzert, geistreiche Gespräche in heiterer Tafelrunde.

Die Parkanlage von Sanssouci

Foto: Wolfgang Staudt

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Davon wird noch heute erzählt, das ist gemalt worden und die Bilder haben sich eingeprägt. Nur, geruhsam entspannt dürfen wir uns diese preußische Idylle nicht vorstellen und gemütlich erst recht nicht. Das Gemütliche mag ein Ideal für Bürgerfamilien sein, aber es passte nicht zum höfischen Leben der damaligen Zeit und zu Friedrich dem Großen passte es schon gar nicht. Der König hatte auch in Sanssouci einen streng geregelten Tagesablauf. Er stand jeden Tag um drei oder vier Uhr auf, um das ungeheuere Arbeitspensum zu bewältigen, das täglich auf ihn wartete. Keine Frau, nicht einmal eine Zofe durfte jemals seine Gemächer betreten. Ein Soldat weckte ihn, ein Lakei band ihm den Zopf, während er schon mit fettigen und von Schnupftabak gebräunten Fingern das erste Bündel Briefe durchblätterte. Wenn Friedrich sich in Potsdam aufhielt, dann nahm er zu Pferd um elf Uhr die Parade ab.

Dies Gepflogenheit behielt er bis ins hohe Alter bei und weder Schneefälle, noch sengende Hitze konnte ihn davon abhalten. Um punkt zwölf zog er sich zum Mittagsmahl zurück, dass in seiner Konversation äußerst lebhaft und mit friedrizianischem Humor gewürzt, ein wenig an den jungen Kronprinzen erinnerte. Friedrich der Große fühlte sich im Laufe der Jahre immer enger mit Sanssouci verbunden, so dass er im hohen Alter beschloss, auch seine letzte Ruhe hier zu finden. In der Nacht zum 17.August 1786 starb Friedrich der Große in Schloss Sanssouci, einsam, nur von seine Dienern und Windhunden umgeben. Sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm der Zweite hielt sich allerdings wenig an die letzten Anweisungen seines Onkels. In einem pompösen Staatsbegräbnis ließ er den Sarg Friedrichs des Großen in der Garnisonskirche von Potsdam beisetzen, wo er bis 1945 verbleiben sollte. Nach mehreren Auslagerungen wurden die Särge Friedrichs des Großen und seines Vaters Friedrich Wilhelms des Zweiten 1991 vom Stammschloss der Hohenzollern in Sigmaringen wieder nach Potsdam überführt. Hier fand Friedrich der Große nach über 200 Jahren nach einem nächtlichen Staatsbegräbnis, in einer noch von ihm selbst angelegten Gruft auf den oberen Terrassen des Schlosses, neben seinen geliebten Windhunden endlich seine letzte Ruhe. Bis heute hat die einmalige Atmosphäre von Schloss Sanssouci nichts von ihrer Faszination eingebüßt und zieht jedes Jahr mehrere hunderttausende von Besuchern nach Potsdam. Die einmalige Lage des Schlosses auf den berühmten Weinbergterrassen und die original erhaltenen Raumausstattungen aus dem 18 Jahrhundert, lassen den Besucher wieder eintauchen in die Welt des Philosophen von Sanssouci. Die Räume sind bis heute geprägt von Eleganz und stilvoller Prachtentfaltung.

Sie lassen aber auch die Liebe des Königs zu der herrliche Umgebung, den preußischen Arkadien deutlich spüren. Wer mehr über Friedrich den Großen und Schloss Sanssouci erfahren will, dem empfiehlt sich ein Besuch vor Ort. Die Bundeshauptstadt Berlin ist vom Flughafen Ensheim mit der Air-Berlin täglich erreichbar.

Nähere Auskünfte erteilt die Information des Flughafens Ensheim gerne unter der Servicenummer 0689383272.

Quelle:
Dieter J. Maier

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