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Edle Brautradition in Geschichte und Gegenwart

Die Geschichte der Karlsbergbrauerei – Teil 1

3. Juli 2009

Die Homburger Karlsberg Brauerei, deren Tradition stark mit der saarländischen Wirtschaftsgeschichte zusammenhängt, ist im Laufe ihres 130jährigen Bestehens eng mit der politischen Geschichte des Saarlandes zusammengewachsen, dessen Zugehörigkeit im Zuge der Jahrhunderte mehrfach zwischen Deutschland und Frankreich wechselte. Heute, wo keine Grenzen mehr zwischen Deutschland und Frankreich bestehen, ist das Ziel eines grenzenlosen, vereinigten Europas wieder einen Schritt nach vorne gerückt. Die Homburger Karlsberg-Brauerei, hat als eines der erfolgreichsten Familienunternehmen in den vergangenen 130 Jahren ihres Bestehens die Balance zwischen Zukunft und Vergangenheit glänzend bewältigt. Die Geschichte der Karlsberg-Brauerei ist somit auch ein Stück Regionalgeschichte, deren Flexibilität und Wandelbarkeit mit dem hohen Qualitätsanspruch zusammenhängt, dem sich das Familienunternehmen seit jeher verpflichtet fühlt. Begonnen hat alles im Jahre1878, als der angesehene Kolonialwarenhändler Christian Weber von verschiedenen Homburger Bürgern gedrängt wurde, die bankrotte Brauerei Jakoby, die damals die größte  Brauerei am Ort war, zu übernehmen. In Homurg gab es zu jener Zeit nur einige wenige Gasthausbrauereien, unter anderem die Gasthausbrauerei  “Zum Storchen” am historischen Marktplatz und Christian Weber nutzte die Chance der geringen Konkurrenz, innerhalb weniger Jahre eine für ihre ausgezeichnete Qualität bekannte Brauerei aufzubauen. Da der Saar-Pfalz-Kreis zu jener Zeit noch zum Königreich Bayern gehörte, wuchs die damals noch “Bayrische Bierbrauerei zum Karlsberg” derart rasch an, dass Christian Weber sein Unternehmen an den heutigen  Standort am Stadtrand von Homburg verlegen musste. Er ließ umgehend ein neues Brauhaus errichten, sowie weitere Neu- und Umbauarbeiten  vornehmen, um das hohe Qualitätsniveau seiner Bierherstellung auch in Zukunft sichern zu können. Als ein neues Maschinenhaus und die im Saarland erste Eismaschine 1896 die ganzjährige Kühlung bei der Bierherstellung ermöglichte, verdoppelte Christian Weber mit dem 1898  neu erbauten Dampfsudhaus mit einer Leistung von 90.000 Hektolitern, die Kapazität seiner Bierbrauerei zum Karlsberg. Obwohl Christian Weber mit dem Ausbau seines Unternehmens keine Kosten und Mühen scheute, die notwendig waren, dieses voranzubringen, behielt er doch stets ein  wachsames Auge auf seine privaten Ausgaben. Als er einmal gefragt wurde, warum er bei seinem Vermögen immer noch mit der Eisenbahn und dann  auch noch dritter Klasse fahren würde, antwortete er lächelnd: ” Weil es keine Vierte gibt”. 1897 wurde die bayrische Bierbrauerei zum Karlsberg in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Grundkapital damals 1,1 Millionen Mark betrug. 98% des Aktienvolumens hielt Christian Weber, der nur  18 Jahren nach der Gründung durch Investitionen in Anlagen, Inventar und Immobilien den Wert der Brauerei vervielfachte. Da die bayrische Bierbrauerei neben den saarländischen Kohlerevieren und Industrieregionen nun auch in der Pfalz, in Lothringen und in Luxemburg regelmäßig Abnehmer hatte, wuchs der Vertrieb stetig an. Die Brauerei erwirbt 1910 das erste motorisierte Lastauto, ebenso eigene Bahnwaggons, um den Ferntransport von  “Karlsbergbräu” zu bewerkstelligen und erhöhte seinen Vetriebsradius damit beachtlich. Als Richard Weber, der Sohn  des Firmengründers 1910 das Unternehmen übernimmt, ist “Karlsberg” auf den Ranglisten der deutschen Brauereien auf Platz 180 und hält trotz ungünstiger politischer Umstände weiter an seinem Wachstumskurs.

Quelle:
Dieter J. Maier/ Foto: Karlsbergbrauerei

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Categories: Zeitgeschichte
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