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Kanzlerin Merkel zu Gast in Saarbrücken

Wahlkampf unter Pfiffen und Buhrufen

5. Juni 2009
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Foto: Dieter J. Maier

Zur Abschlusskundgebung des Kommunal- und Europawahlkampf der CDU besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel am vergangenen Dienstag das Saarland. Vor rund 1500 Menschen auf dem Saarbrücker Ludwigsplatz hob Merkel, gemeinsam mit Ministerpräsident Peter Müller, die Bedeutung der CDU hervor, die zusammen mit der CSU besonders in den Jahren vor der Wiedervereinigung den Glauben an die deutsche Einheit aufrecht erhalten hatte.

Merkel betonte, dass die Christdemokraten trotz der Verbrechen, die von der nationalen Volksarmee und den DDR-Grenzbehörden damals ausgingen, zusammen mit Helmut Kohl die historischen Chancen der Einheit ergriffen und nicht, wie viele andere, die Hände in den Schoß gelegt hätten. Merkel wörtlich: “Ich kann als jemand, der 35 Jahre auf der anderen Seite der Berliner Mauer gelebt hat, den damaligen Entschluss  Helmut Kohls, die deutsche Einheit mit aller Kraft voran zu treiben, aus heutiger Sicht nur als richtig und notwendig bezeichnen. Deutsche- und europäische Einigung sind zwei Seiten derselben Medaille und ohne eine vereinte, europäische Union hätten unsere Nachbarn nicht das heutige Vertrauen in ein wiedervereintes Deutschland”.

Ebenso hob Merkel die geschichtliche Bedeutung des 20. Jahrestags der deutschen Einheit hervor, der in diesem Jahr gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten in Saarbrücken begangen wird. Trotz aller Schwierigkeiten, die durch die gegenwärtige Finanzkrise, die mittlerweile auch die deutsche Wirtschaft erreicht hat, entstanden sind, sollte die Wichtigkeit dieses Jahrestages nicht vergessen werden. ”Ich kann nicht verstehen, wie Oskar Lafontaine die Unrechtszustände in der damaligen DDR  bis heute in Frage stellen kann. Wir dürfen nicht vergessen, dass die frühere DDR auf Unrecht aufgebaut und gegründet war. Es gab damals keine freien Wahlen, keine freie Meinungsäußerung und keine Bildung von Parteien. Aber es gab Menschen, die genauso wie in der alten Bundesrepublik an die Freiheit des Einzelnen und an den Rechtsstaat geglaubt haben und unter den widrigen Bedingungen versuchten, ihre Träume von der Freiheit zu verwirklichenl”, so Merkel in ihrer Wahlkampfrede.

Ministerpräsident Peter Müller betonte, dass durch die Politik der CDU Europa und Deutschland mehr als 60 Jahre in Frieden leben würde. Dies wäre allerdings nur gelungen, weil in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland die Würde des Menschen anerkannt und somit auch auf europäischer Ebene neues Vetrauen in die deutsche Politik geschaffen wurde. Müller, der sich ebenso wie Angela Merkel für eine wirtschaftliche Reform im Saarland einsetzen will, hat wie die Bundeskanzlerin den Rückenwind der eigenen Partei bitter nötig.  Angesichts der sinkenden Umfragewerte wächst der Druck auf die Union weiter. Führende Unionspolitiker mahnten am vergangenen Wochenende einen klareren Wahlkampfkurs von CDU und CSU an. Befürchtet wird  in der Union, dass die konservativere Wählerklientel  durch die harsche Kritik an Angela Merkel verunsichert werden könnte, was besonders für den erhofften Wahlsieg der CDU am kommenden Sonntag einen herben Rückschlag bedeuten würde.

Quelle:
Dieter J. Maier

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