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Verleihung des Steiger Award in Bochum – Interviews mit Veronika Ferres, Bob Geldof, Davis Frost, Maximilian Schell und Roman Herzog

3. April 2009

https://pro-essay-writer.com/Am Samstag, 28. März 2009 wurden in der Bochumer Jahrhunderthalle zum fünften Mal die Steiger Awards verliehen.
Preisträger in diesem Jahr sind Veronica Ferres (Film), Dieter Hallervorden (Entertainment), Sir David Frost (Entertainment), Sir Bob Geldof (Musik), Staatspräsident a.D. Prof. Aleksander Kwasinewski und Premierminister a.D. Prof. Romano Prodi (Europa), Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog (Toleranz), I.K.H. Großherzogin Maria Teresa von Luxemburg (Charity), Prof. Dr. Klaus Steilmann (Sport), Gottfried Helnwein (Kunst) und Oscar-Preisträger Maximilian Schell (Lebenswerk).
Diese Auszeichnung, entstanden aus Privatinitiative und dem Wunsch der kulturellen und gesellschaftlichen Förderung der Rhein-Ruhr-Region, wird alljährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich besonders in den Bereichen Musik, Sport, Medien, Umwelt, Film, sowie in Fragen des Europäischen Zusammenwachsens und des humanitären Engagements verdient gemacht haben.

steiger-award-02Der Preis lehnt sich an die Tradition des Reviers: Der Steiger ist ein Zeichen für den Bergbau und steht als Synonym für die Geradlinigkeit und Offenheit der Bergleute. Zudem ist er ein Symbol für Verlässlichkeit, Treue und das Miteinander in guten und schlechten Tagen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören die Friedensnobelpreisträger Shimon Peres und Mohamed El-Baradei, Staatspräsident Hamid Karzei, Bundesaußenminister a.D. Hans Dietrich Genscher, Iris Berben, Franz Beckenbauer, Josè Carreras, Sabine Christiansen, Peter Maffay, Tokio Hotel, die frühere persische Kaiserin Farah Diba-Pahlavi, der Journalist Dr. Franz Alt, UNEP — Generaldirektor Achim Steiner, Wolfgang Niedecken, Prof. Peter Scholl-Latour, der Musiker Robin Gibb von den BEE GEES, der frühere WDR-Intendant Friedrich Nowottny, die Schauspieler Pierre Brice, Manfred Krug, Friedrich von Thun und Joachim Fuchsberger, US5, Prof. Heinz Sielmann, Boris Becker und der luxemburgische Premierminister Dr. Jean-Claude Juncker.
Zu den Laudatoren zählten in diesem Jahr Ministerpräsident Christian Wulff, der Vorsitzende der FDP Dr. Guido Westerwelle, Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die TV Journalisten Sabine Christiansen und Gero von Boehm, Dr. Wolfgang Gerhardt, Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, sowie die frühere Bundestags-Vizepräsidentin Dr. Anjte Vollmer.

Die Veranstaltung wurde durch Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers und Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz eröffnet. Das Showprogramm gestaltet u.a. das Ensemble des Musicals Starlight Express sowie die sizilianische Künstlerin Etta Scollo, die in ihrer Heimat längst Superstar-Status genießt. Durch das Programm führte der beliebte ZDF – Moderator Cherno Jobatey.

Im Anschluss gaben Veronika Ferres, Bob Geldof, David Frost, Maximilian Schell und Roman Herzog gegenüber Saar Report ein exklusives Interview.

Dieter J. Maier:

Frau Ferres, was bedeutet es Ihnen heute Abend mit dem Steiger Award Preis ausgezeichnet worden zu sein?

Veronika Ferres:

Ich fühle mich sehr geehrt, dass mir hier in der Jahrhundert Halle in Bochum der Steiger Award Preis verliehen wurde. Die Laudatio des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wurf an mich hat mich sehr ergriffen, weil seine Worte, die er an mich richtete, nicht nur schön, sondern auch sehr poetisch waren. Dieser Preis ist etwas ganz besonderes für mich, v.a. wenn ich bedenke, in welche Fußstapfen ich mit dieser Auszeichnung trete. Vor mir nahmen schon Jose Carreras, Fara Diba, Peter Scholl-Latour, Udo Jürgens, Hans-Dietrich Genscher u.v.a. diesen Preis in Empfang, von daher ist es eine ganz besondere Ehre, mit zu diesen Preisträgern zu gehören.

Dieter J. Maier:

Sie sind heute Abend zur Preisvereihung nach Bochum angereist. Besuchen Sie auch häufiger Ihre Heimatstadt Solingen?

Veronika Ferres:

steiger-award-03Natürlich, Solingen liegt nicht weit von Bochum entfernt und wenn es meine Zeit erlaubt, komme ich immer wieder gerne dorthin zu Besuch. Ich stamme aus einem sehr bodenständigen Elternhaus. Mein Vater und meine Mutter waren Kohlen- und Kartoffelhändler und ich erinnere mich noch sehr gerne an meine Kindheit zurück, als ich zwischen Kartoffelbergen und Eierkohlenbriketts auf dem Hof meiner Eltern spielen durfte. Ebenso denke ich an die Fahrten mit meinem Vater zum Solinger Wochenmarkt, um dort die Kartoffelernten zum Verkauf anzubieten. Dies hat mich bis heute sehr geprägt und beleitet mich ein Leben lang.

Dieter J. Maier:

Was ist Ihnen in Ihrem Leben besonders wichtig?

Veronika Ferres:

Die Neugier auf die Menschen und das Leben. Ich habe mir dabei bildlich gesprochen schon oft Schrammen zugezogen, aber trotzdem bin ich den Menschen gegenüber immer offen und ehrlich geblieben. Natürlich muss man im Leben immer mit Enttäuschungen rechnen, aber ich habe mich nie in Zynismus oder Selbstmitleid vergraben, denn dazu ist mir das Leben zu wertvoll. Ich lebe mein Leben mit allen Sinnen und gerade deshalb lasse mir meine Lebensfreude von niemandem -auch von mir selbst- nicht nehmen.

Dieter J. Maier:

Wussten sie schon früh, dass Sie Schauspielerin werden wollten?

Veronika Ferres:

Ja, das habe ich schon sehr früh für mich entschieden. Ich studierte Germanistik und Theaterwissenschaften an der Ludwig-Maximilian Universität in München. Bevor mir jedoch Rollen in Kinofilmen angeboten wurden, war ich hauptsächlich in TV-Filmen und Serien zu sehen, aber ich hatte auch schon vorher viele Theater-Engagements. Ich kann persönlich zwischen meinem Leben und meiner beruflichen Arbeit bis heute keine absolute Grenze ziehen, weil mich beides sehr beeinflusst. Früher konnte ich mich von einer Rolle in die andere stürzen. Heute brauche ich für jeden Drehtag einen Tag für mich selbst, um mich intensiv auf meine jeweilige Film- oder Fernsehrolle vorbereiten zu können. Die Film- und Kostümproben und das Textelernen kosten schon viel Kraft und Energie. Daher habe ich gelernt, meine Zeit einzuteilen und mich sehr genau auf meine Rollen einzulassen.

Dieter J. Maier:

Aus welchem Grund engagieren Sie sich privat in vielen Hilfsorganisationen?

Veronika Ferres:

Ich wurde in meiner Hauptrolle in der TV-Produktion “Sterne leuchten auch am Tag” mit der unheilbaren Krankheit ALS konfrontiert. Die Beschäftigung mit diesem Thema brachte mich dazu, mich sehr stark für die Bekämpfung dieser Krankheit einzusetzen. Seit April 2002 fungiere ich zudem als Schirmherrin in dem von meinem Mann Martin J. Krug gegründeten Verein “Power-Child”. Dieser Verein setzt sich sehr unter dem Motto ” Kinder stark machen” für Prävention gegen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen ein und hat seit seiner Gründung schon über 3,5 Mio Kinder, Jugendliche und Erwachsene erreicht. Seit 2008 engagiere ich mich auch zusammen mit dem Projekt “Power Child” in Südafrika, wo wir auch große Erfolge verzeichnen konnten.

Dieter J. Maier:

Sir Geldof, Sie wurden heute Abend für Ihr internationales soziales Engagement ausgezeichnet. In welcher Form setzen Sie sich seit Anfang der 80er Jahre für die sozialen Belange der Dritten Welt ein?

Bob Geldof:

steiger-award-04Seit Mitte der 90er Jahre setze ich mich zusammen mit Bono von U2 für den Schuldenerlass der Dritten Welt ein, besonders in Afrika, den der Rest der Welt zu vergessen scheint. 2005 standen meine Live Aid Konzerte im Zentrum meiner Aktivitäten, weil sie auf die großen Probleme der afrikanischen Entwicklungsländer aufmerksam machen und die dort nötige Entwicklungshilfe wieder in den Fokus der internationalen Politik rücken sollten.

Dieter J. Maier:

Sir Frost, was war in Ihrem Leben und Ihrer Karriere aus Ihrer Sicht der Schlüssel Ihres Erfolges?

Sir David Frost:

Ich habe im Laufe meiner Karriere schon so unterschiedliche Dinge gemacht, dass meine Interviews schon fast zu meinem Markenzeichen, wie meine roten Socken, geworden sind. Abgesehen von den ihrem großen Erfolg bei den Zuschauern in den USA wurden diese Interviews auch von fast jeder Fersehnation der Welt gesehen. Im Jahr 2000 feierte der Fersehsender BBC einen ganzen Abend lang “40 Jahre David Frost”, was mich nicht nur sehr gerührt und gefreut hat, sondern mich auch anspornt, noch viele weitere Jahre journalistisch tätig zu sein.

Dieter J. Maier:

Herr Schell, Sie sind nicht nur ein internationaler Schauspieler und Oskar-Preisträger, sondern betätigen sich auch seit langem als Regisseur und Film-Produzent…

Maximilian Schell:

steiger-award-05Ja, das ist richtig. Seit Ende der 60er Jahre begann ich neben der Schauspielerei auch als Produzent und Regisseur hinter der Kamera zu agieren. Bereits mein Erstlingswerk “Erste Liebe” von 1970 wurde ein großer Erfolg, was mich in meiner Regie- und Produktionsarbeit weiter ermutigte. Neben der vielbeachteten Dokumentation über Marlene Dietrich aus dem Jahr 1984 war mir die Filmproduktion über meine Schwester Maria Schell 2002 ein besonderes Anliegen, auch weil Maria schon zu Beginn der Dreharbeiten seit längerer Zeit an Demenz litt.

Dieter J. Maier:

Herr Herzog, wie hat Ihnen der heutige Abend der Preisverleihung gefallen?

Roman Herzog:

Ich finde es heute hier einfach großartig. Die Preisverleihung der Steiger Awards ist zu einem glanzvollen Abend geworden, der nicht nur viel politischer als in den vergangenen Jahren war, sondern auch bunt und sehr unterhaltsam. Ich finde es außerdem wichtig, dass bei der Preisverleihung insbesondere die Charakterzüge wie Geradlinigkeit, Offenheit sowie Menschlichkeit und soziales Engagement gewürdigt werden.

Quelle:

Dieter J. Maier und Hellen Medien Projekte GmbH

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Fotos: Dieter J. Maier

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