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"Die Pfalz ist ein Paradies"

Interview mit Tony Marshall

10. Oktober 2008

Die Showbranche bezeichnet Tony Marshall als Dauerbrenner in der Schlagerszene und sein Name steht bis heute für Lebenslust und Fröhlichkeit. Kaum ein anderer Entertainer bringt sein Publikum so in Schwung wie Tony Marshall. Seine Gassenhauer “Schöne Maid” und ” Heute haun wir auf die Pauke” gehören zu Programm jeder Stimmungskapelle. Seine Vielseitigkeit, er singt in 8 Sprachen und spielt mehrere Instrumente, machte ihn zu einem echten Ausnahmekünstler und zu einem Top-Entertainer.
In Schweigen an der Weinstraße sprach Tony Marshall mit Saar-Report über seine musikalischen Anfänge und seine persönliche Bindung zu Rheinland-Pfalz.

Dieter J. Maier:

Herr Marshall, Sie sind ein vielgereister Künstler und kennen Deutschland durch Ihre Tourneen besser als manch anderer. Wo gefällt es Ihnen besonders gut?

Tony Marshall:

Ich finde es hier in der Pfalz wunderschön, nicht zuletzt, weil ich zu diesem Bundesland eine persönliche Beziehung habe. Meine familiären Wurzeln liegen in der Pfalz, da mein Großvater Lehrer in Hilgert bei Landau war. Daher kommt meine Verbundenheit zu diesem wunderschönen Land. Ich liebe natürlich auch die Pfälzer Spezialitäten wie die Pfälzer Leberwurst, den Saumagen und die köstlichen Pfälzer Weine, die hier besonders gut heranreifen. Die Pfalz ist ein Paradies, obwohl meine Heimat Baden-Baden auch sehr vom lieben Gott verwöhnt wurde.

Dieter J. Maier:

Was gefällt Ihnen an der pfälzer Mentalität?

Tony Marshall:

Die Pfälzer sind lebenslustige Genussmenschen, die fröhlich sind und gerne singen. Der größte Sänger aller Zeiten, Fritz Wunderlich, stammte ja auch aus der Pfalz, genauer gesagt aus Kusel. Ich kannte Fritz noch aus meiner Studienzeit und habe mit ihm noch zusammen ein Semester Musik in Freiburg studiert. Er wurde später zum besten Rossini- und Mozart Tenor den es je gegeben hat. Weltkünstler wie Placido Domingo verneigen sich bis heute vor diesem Jahrhundert-Tenor. Leider wurde er nur 36 Jahre alt.

Dieter J. Maier:

Wie wichtig ist Ihnen ihre Familie?

Tony Marshall:

Ich habe mein Musikstudium 1964 beendet und danach mein Staatsexamen abgelegt.    Meine Frau habe ich Anfang der 50ger Jahre kennengelernt und  1962 damals relativ spät geheiratet. In meiner Familie fand ich die Kraft, die ich für mein Leben und meinen Beruf brauchte, obwohl mein Ehe- und Familienleben durch die vielen Tourneen die ich machen musste auch nicht von Spannungen verschont blieb. Trotzdem haben meine Frau und ich alles getan um unsere Familie zusammen zu halten und unsere Kinder gemeinsam zu erziehen. Ich kann meine fast 50jährige Ehe mit einem gewissen Stolz erwähnen, weil viele Ehen, nicht nur in meinem persönlichen Umfeld kaum so lange gehalten halten.

Dieter J. Maier:

Welche Menschen, die Sie in Ihrer langen Karriere kennen gelernt haben, vermissen Sie am meisten?

Tony Marshall:

Ich vermisse viele Menschen, die ich im Laufe meines Lebens und meiner Karriere kennen lernen durfte und die leider schon viele Jahre von uns gegangen sind. Darunter sind so große Persönlichkeiten wie Robert Stolz, Fritz Wunderlich, Rudolf Schock, mit dem ich schon einige Duette gesungen habe und natürlich meinen engen Freund Harald Junke. Diese Menschen wird es nie mehr geben, aber sie leben Gott sei Dank noch in ihrer Musik für uns weiter.

Dieter J. Maier:

Sie stehen seit 53 Jahren auf der Bühne. Haben oder hatten Sie musikalische Vorbilder?

Tony Marshall:

Ich verehre sehr Enrico Caruso, Mario Lanza und auch Benjamino Gilgi. Die drei großen italienischen Sänger waren zu meiner Zeit noch für die Weltjugend Vorbilder, bis dann Anfang der 1950ziger Jahre dann Elvis Presley und später dann die Beatles kamen.

Dieter J. Maier:

Man sagt über Sie , dass Sie ein sehr hilfsbereiter Mensch sind…

Tony Marshall:

Ich helfe immer gerne Menschen. Wenn zum Beispiel ein Fan anruft und mich bittet, für einen verstorbenen Angehörigen ein Lied in der Kirche zu singen, dann mache ich das gern. Natürlich komme ich auf Grund meiner vielen Termine nicht oft dazu, aber wenn ich Zeit habe, mache ich das. Ich habe auch für Kirchenkonzerte nie einen Euro verlangt, ich tue das gerne und fühle mich unheimlich wohl dabei.

Dieter J. Maier:

Vielen Dank für das Gespräch.

Quelle:
Dieter J. Maier

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