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"Meine Aufgabe ist das deutsch-dänische Verhältnis weiter zu vertiefen"

Interview mit dem dänischen Botschafter Carsten Sondergaard

20. August 2008

Anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Novo Nordisk Deutschland Konzerns, gab der dänische Botschafter Carsten Sondergaard in Mainz gegenüber Saar-Report ein exklusives Interview zu den Themen “wirtschaftliche Entwicklung in Dänemark”, “deutsch-dänische Beziehungen” und zu seinen Aufgaben als Botschafter Dänemarks in Deutschland.
Dieter J. Maier:

Herr Botschafter, vielen Dank dass Sie sich für dieses Gespräch Zeit genommen haben. Wie sehen Sie als Botschafter von Dänemark Ihre repräsentativen und politischen Aufgaben?
C. Sondergaard:

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Foto: Dieter J. Maier

Ich sehe meine Aufgabe als Botschafter von Dänemark nicht nur darin, das deutsch-dänische Verhältnis zu beobachten, sondern auch zu vertiefen. Deutschland und Dänemark sind Nachbarländer und das politische und wirtschaftliche Verhältnis ist nicht nur sehr gut, sondern auch sehr eng. Deutschland ist für Dänemark zu einem wichtigen Exportmarkt geworden und daraus ergeben sich sehr viele Möglichkeiten, die wirtschaftlichen Beziehungen noch weiter auszubauen. Dänemark ist ein hochindustrialisiertes Land, mehr als ein Viertel seiner Exporte sind Industriegüter oder Maschinen. Wir sind in Dänemark sehr stark in Industrie und Dienstleistungen. Aber auch die Landwirtschaft ist in Dänemark eine hochmechanisierte Branche, die ungefähr 3% aller Arbeitnehmer in Dänemark beschäftigt.

Dieter J. Maier:

Ist Deutschland ein wichtiger Handelspartner für Dänemark geworden?
C. Sondergaard:

Ja sicher. Aber auch Schweden, Norwegen, die Niederlande und Frankreich sind wichtige Handelspartner für uns. Außerhalb Europas sind die USA und Japan wichtige Handelspartner und die Handelsbilanz diesbezüglich ist positiv, d.h. die Ausfuhren übersteigen die Importe.
Dieter J. Maier:

Glauben Sie, dass sich das deutsch-dänische Verhältnis seit dem zweiten Weltkrieg verbessert hat?
C. Sondergaard:

Es gibt jeden Tag politische Verbesserungen. Ich sehe meine Hauptaufgabe darin, die politischen Herausforderungen und Möglichkeiten im deutsch-dänischen, aber auch im europäischen Verhältnis weiter auszubauen. Seit der Befreiung 1945 war Dänemark Mitbegründer der UNO, dem Europarat 1949 sowie vom nordischen Rat 1952. 1960 trat Dänemark der EFTA bei, wechselte aber 1973 zur EU. Somit sind wir, genau wie Deutschland, der Europäischen Gemeinschaft sehr verbunden.
Dieter J. Maier:

Hat die Monarchie in Dänemark heute noch eine politische, oder eher eine repräsentative Aufgabe?
C. Sondergaard:

Nach der Verfassung von 1953 ist Dänemark eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Das Staatsoberhaupt, das jedoch nur repräsentative Funktion wahrnimmt, ist die Königin oder der König von Dänemark. Derzeit ist Königin Margrethe die Zweite unser Staatsoberhaupt. Das dänische Parlament besteht aus 179 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Unter den 179 Volksvertretern befinden sich derzeit zwei Abgeordnete aus Grönland und zwei von den Färöer-Inseln.
Dieter J. Maier:

Wer hat in Dänemark die gesetzgebende Gewalt?
C. Sondergaard:

Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Einkammerparlament, dem Folketing. In Dänemark gibt es auch die Möglichkeit für Volksabstimmungen. Die Prozedur ist aber kompliziert.
Dieter J. Maier:

Welche Aufgaben haben Sie sich in den kommenden Jahren als Botschafter von Dänemark gesetzt?
C. Sondergaard:

Ich habe jedes Jahr einen großen Aufgaben-Katalog den ich zu erfüllen habe und diese Aufgaben sind mit einem 8 Stundentag nicht zu bewältigen. Aber jeder Tag bringt mir auch neue Inspirationen, die Möglichkeiten im politischen und diplomatischen Verhältnis zwischen Deutschland und Dänemark weiter zu verbessern und auszubauen. Ich beobachte sehr aufmerksam die politische Entwicklung in Deutschland und versuche in meiner Aufgabe als Botschafter die politischen und diplomatischen Beziehungen der beiden Länder positiv zu beeinflussen.
Dieter J. Maier:

Herr Botschafter, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin alles Gute hier in Deutschland.

Quelle:
Dieter J. Maier

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