Home > Interviews, Celebrity-Reports & Film-Specials > Interview mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel

"Bei der nächsten Landtagswahl geht es um die Zukunft des Saarlandes"

Interview mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel

20. Juli 2008
EssayDragon Sigmar Gabriel

Foto: Dieter J. Maie

Am 11 August besuchte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel auf Einladung der Saar-SPD und des Kirkeler Bürgermeisterkandidaten Frank John die Gemeinde Kirkel. Unter dem Motto “Zukunft für alle” diskutierte er gemeinsam mit Saar-SPD-Landeschef Heiko Maas und Umwelt-Staatssekretärin Astrid Klug im Rahmen einer öffentlichen SPD-Veranstaltung im Theobald-Hock-Haus. Im Anschluss an die Veranstaltung stellte sich Bundesumweltminister Gabriel gerne den Fragen von Saar-Report.

Dieter J. Maier:

Herr Bundesumweltminister, was waren Ihre persönlichen Gründe das Saarland zu besuchen und heute Abend hier zu sprechen?

S. Gabriel:

Sigmar Gabriel : Meine persönlichen Gründe das Saarland zu besuchen sind natürlich immer mir Astrid Klug verbunden, die nicht nur eine fantastische Kollegin von mir ist, sondern auch meine wichtigste Mitarbeiterin. Ich finde es aber auch gut, dass hier Frank John als junger Bürgermeisterkandidat antritt. SPD-Landeschef Heiko Maas braucht aber auch unsere Unterstützung, weil er der Einzige ist, der sich um die Zukunft  des Saarlandes kümmert. Oskar Lafontaine und Peter Müller sind Vergangenheit und ich finde es einfach skandalös, dass sich Lafontaine, der niemals  in den saarländischen Landtag mehr kommen wird, die Wahlen und die Wähler missbraucht, um in Berlin sein eigenes “politisches Süppchen” zu kochen.  Es geht hier um die  Bildung, um Arbeitsplätze und um Energiepolitik im Saarland, das ist die Zukunft dieses Landes. Heiko Maas ist nicht nur für mich mit seinen politischen Zielen der Einzige, der für die Zukunft des Saarlandes steht.

Dieter J. Maier:

Was wünschen Sie dem Saarland für die Zukunft und für die nächsten Landtagswahlen?

S. Gabriel:

Ich wünsche dem Saarland, dass es selbstbewußt bleibt. Das Saarland ist ein tolles Land, das unglaublich viel zu bieten hat. Deshalb sind die kommenden Landtagswahlen auch so entscheidend für dieses Land und der Linkspartei einen Vorstoß zu geben, wäre der größte Fehler, der bei der Wahl hier gemacht werden könnte. Man kann doch nicht ernsthaft glauben, dass es Oskar Lafontaine wirklich um die Interessen und um die Zukunft dieses Landes geht. Oskar Lafontaine ist ein Verantwortungsflüchtling und wenn er sich jetzt wieder zur Wahl stellt, dann wird der Zeitpunkt seiner Niederlage kürzer sein, als beim letzten Mal. Es geht doch nicht an, dass jemand zu einem Parlament kandidiert und schon bei der Kandidatur weiß, dass er diesem Parlament nicht angehört. Hier wird ganz einfach Schindluder getrieben mit dem Parlamentarismus, aber auch mit den Wählerinnen und Wählern. Man kann Lafontaine nicht den Gefallen tun, dass er seine eigene Vergangenheit bewältigt und sich an der SPD abarbeitet. Heiko Mass steht für die Zukunft dieses Landes und ihm gehört die Zukunft hier.

Dieter J. Maier:

Welchen Stellenwert haben Wahlen für Sie persönlich?

S. Gabriel:

Leider haben die vergangenen Wahlen ganz deutlich gezeigt, dass immer weniger Wähler in der Bundesrepublik zur Wahl gehen. Das liegt unter anderem daran, dass Landespolitik und Kommunalpolitik sehr unterschätzt werden. Die Wähler glauben oft, dass nur der Bundestag die eigentlich wichtigen Entscheidungen trifft. Viele wichtige Entscheidungen werden aber gerade hier vor Ort
in den Gemeinden getroffen, deswegen hoffe ich sehr, dass in Zukunft mehr Menschen zur Wahl gehen. Man muss natürlich denjenigen großen Respekt zollen, die sich ehrenamtlich zur Kommunalwahl aufstellen lassen, aber  man muss auch dafür sorgen, dass in die Parlamente keine Leute vom rechten Rand hineinkommen, die dort absolut nichts verloren haben. Sie kommen aber dort nur deshalb rein, weil viele Wahlberechtigte nicht wählen gehen.

Dieter J. Maier:

Was bedeutet für Sie Demokratie?

S. Gabriel:

Demokratie bedeutet für mich, sich frei für eine Regierung entscheiden zu können. Man muss allerdings auch sagen, dass Demokratie nicht fehlerfrei ist. Aber die Chance Fehler korrigieren zu können, ohne dass man dafür Gewalt anwenden muss,
ist die unbezahlbare Möglichkeit, die Demokratie bietet. Demokratie ist ein ganz hohes Gut, an dem man sich bei jeder Wahl beteiligen kann. Das letzte was wir allerdings in den Parlamenten brauchen können, sind rechtsradikale Wirrköpfe, die ihre Glatze meistens auch nach innen tragen. Ich glaube aber auch nicht, dass man die Volksverdummung mitmachen soll, die Oskar Lafontaine in seinem Wahlkampf hier praktiziert.

Dieter J. Maier:

Herr Bundesminister, vielen Dank für das Gespräch.

Quelle:

Dieter J. Maier

Foto: Dieter J . Maier

Druckansicht
Kommentare sind geschlossen