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"Es fiel mir nicht schwer, aus dem Schatten meines Vaters zu treten"

Interview mit Peter Millowitsch

26. April 2008

Im Rahmen seiner Theater-Tournee gab der beliebte Volksschauspieler Peter Millowitsch während eines Gastspiels in St. Wendel unserem Magazin gegenüber ein exklusives Interview über seine beruflchen Pläne, seinen legendären Vater und seine persönliche Beziehung zum rheinischen Humor.

Dieter J. Maier:

Herr Millowitsch, Sie kommen aus einer sehr alten Künstlerfamilie. Wie lange exsistiert das Millowitschtheater schon in Köln?

Peter Millowitsch:

Seit genau 175 Jahren.

Dieter J. Maier:

Sie haben lange an der Seite Ihres Vaters Willi Millowitsch Theater gespielt. Ist es Ihnen eigendlich schwer gefallen, aus dem Schatten Ihres legendären Vaters herauszutreten?

Peter Millowitsch: Nein, das fiel mir nicht schwer, denn anders als mein Vater schreibe ich ja fast alle Stücke selber. Das Neue ist jetzt mein elftes Stück. Theaterstücke bzw. Volksschwänke selbst zu schreiben und auch selber aufzuführen, das ist etwas ganz anderes als das was mein Vater gemacht hat. Mein Vater schrieb ja kein einziges Stück selbst.

Dieter J. Maier:

Was ist den der Unterschied zwischen den Volksschwänken die Ihr Vater aufgeführt hat und Ihren Eigenen?

Peter Millowitsch:

Die Stücke meines Vaters waren in sofern anders, da sie noch aus einer ganz anderen Zeit und einer ganz anderen Gesellschaftsschicht stammen. Sie spielen zum größten Teil im vergangenen Kaiserreich, zum Teil auch später. Aus dieser gesellschaftlichen Struktur kommen diese Stücke und so sind sie auch geschrieben. Sie sind heute nicht mehr wirklich zeitgemäß. Man könnte sie zwar wieder etwas modernisierter aufführen, aber es würde meiner Meinung nach nicht wirklich gelingen. Und das liegt daran, dass der ganze Humor in diesen Stücken so stark mit dieser vergangenen Zeit veknüpft ist, das kann man gar nicht mehr auf die heutige Zeit übertragen.

Dieter J. Maier:

Hat Ihr Vater Ihnen das schauspielerische Talent vererbt?

Peter Millowitsch:

Ich kann es nicht beurteilen, ob es eine Vererbung war. Ich denke, das schauspielerische Talent ist nur zu einem geringen Teil Vererbung, der größere Teil ist für mich persönlich Handwerk.

Dieter J. Maier:

Wie war Ihr beruflicher Werdegang?

Peter Millowitsch:

Ich habe in Hamburg die Schauspielschule besucht und bin nach einigen beruflichen “Lehrjahren” zurück an unser Stammhaus nach Köln gegangen. Ich wußte nämlich schon ziemlich früh, wenn ich das Millowitsch-Theater einmal übernehmen möchte, muss ich auch alles von unten auf beherrschen und kennen lernen. Und ich merke besonders heute, wie wichtig diese Zeit für mich gewesen ist.

Dieter J. Maier:

Was für weitere beruflichen Pläne haben Sie jetzt?

Peter Millowitsch:

Das neue Stück, das ich nach dieser Tournee im September in unserem Stammhaus in Köln neu aufführen werde, ist gerade vorige Woche fertig geworden. Die Proben beginnen hierzu allerdings erst im August. Ich muss hierzu noch anmerken, dass es wirklich sehr schwer ist, heute gute Volkschwänke zu schreiben, weil einfach auch der Markt dazu fehlt.

Dieter J. Maier:

Sind Sie selber eher ein ernster Mensch?

Peter Milowitsch:

Ich bin persönlich nicht nach außen fröhlich, sondern eher nach innen. Um aber solche Stücke zu schreiben wie ich es tue, muss man aber schon ein gerüttelt Maß an Humor haben, sonst funktioniert es nicht.

Dieter J. Maier:

Eines Ihrer neueren Stücke heißt “Der Papst kütt”. Woher nahmen Sie die Idee zu diesem Stück?

Peter Millowitsch:

Dieses Stück lag mir persönlich besonders am Herzen. Papst Benedikt war ja vor einiger Zeit in Köln und da dachte ich mir, ich schreibe einfach mal ein Stück über den Papst in Köln. Und es kam zu meiner großen Freude beim Publikum wirklich gut an.

Dieter J. Maier:

Herr Millowitsch, vielen Dank für das Gespräch.

Quelle:
Dieter J. Maier

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