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Bernstein hatte die Fähigkeit Leute zu inspirieren.

Interview mit Deborah Sasson

4. März 2008

Weltstar Deborah Sasson gab im Rahmen ihrer Musicaltournee ” Das Phantom der Oper” in der Saarlandhalle in Saarbrücken unserem Magazin gegenüber ein exklusives Interview über ihre zukünftigen beruflichen Pläne, ihren musikalischen Entdecker Leonard Bernstein und ihre Freundschaft zu Verhaltensforscher Werner Freund.

Dieter J. Maier:

Ich bedanke mich sehr, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben. Ihr musikalischer Entdecker war Leonard Bernstein. Wie war Ihre künstlerische Entwicklung unter seiner musikalischen Leitung?

D. Sasson:

Leonard Bernstein hatte die Fähigkeit, junge Leute sehr zu inspirieren. Er schätzte jede Art von Musik und war für mich immer ein großes Vorbild. Ich kann mich erinnern, dass wir nach einem Konzert spät abends noch in einen Club gegangen sind, wobei er sich dann einfach unter die Leute mischte und sogar Jazz spielte.
Das war einfach toll, weil es für ihn keine E- oder U-Musik gab, sondern nur Gute oder Schlechte. Privat ist er in vielen Dingen sehr unkompliziert gewesen, beruflich aber war er ein sehr strenger Lehrer, bei dem alles perfekt sein musste. Trotzdem war die Arbeit mit ihm grandios und ich bin sehr glücklich, mit einem so phantastischen Musiker gearbeitet zu haben. Durch ihn lernte ich auch meinen Ex-Mann Peter Hofmann kennen, was mich bis heute sehr an Ihn bindet.

Dieter J. Maier:

Sie haben zum Saarland eine ganz besondere Beziehung durch ihre Freundschaft mit Verhaltens- und Wolfsforscher Werner Freund. Wie ist diese Freundschaft entstanden?

D. Sasson:

Ich habe Werner Freund durch meinen damaligen Mann Peter Hofmann kennen gelernt. Peter kannte Werner Freund schon aus seiner Bundeswehrzeit in Bexbach und beide hatten auch später immer noch engen Kontakt. Werner benannte ein Wolfspaar nach uns, die hörten dann, wenn Werner das Gehege betrat auch tatsächlich auf ihre Rufnamen “Deborah” und “Peter”.
Ich finde es großartig, was er geleistet hat, er ist wirklich ein Pionier auf seinem Gebiet. Werner ist sein ganzes Leben lang für seine Wölfe da gewesen und hat immer das getan, woran er glaubte.

Dieter J. Maier:

Wie sehen Ihre musikalischen Projekte für die Zukunft aus?

D. Sasson:

Ich gebe in nächster Zeit in Indien ein Konzert und verbinde diesen Aufenthalt mit einem ausgedehnten Urlaub, den ich mir nach dieser Tournee auch verdient habe.
Danach singe ich in Breslau in Mozarts Zauberflöte die Pamina. Die Rolle des Sarastro wird Gunter Emmerlich übernehmen, worauf ich mich sehr freue. Das nächste große Projekt wird dann im Sommer die Oper ” Tosca” unter anderem in Speyer sein und im September singe ich in der Carnegie Hall. Das “Phantom der Oper” wird dann im Januar und Februar 2009 wieder in unser Programm genommen.
Was ich noch fast vergessen habe ist, dass ich im Dezember 2008 ein Weihnachtstournee mit Maxi Arland und seinem Vater machen werde, was mir sicher sehr viel Freude bereiten wird.

Dieter J. Maier:

Sie leben als gebürtige Amerikanerin sehr gerne in Deutschland und geben auch gerne Konzerte hier. Haben Sie nie daran gedacht, irgendwann einmal wieder ganz in den USA zu leben und zu arbeiten?

D. Sasson:

Ich lebe wirklich sehr gerne in Deutschland, habe hier in meinen festen Wohnsitz und zahle auch deutsche Steuern. Aber ich bin auch sehr glücklich, noch oft in Amerika sein zu können, sei es jetzt aus beruflichen oder privaten Gründen. Doch kann ich mir zur Zeit nicht vorstellen ganz in den USA zu leben, da meine beruflichen Verpflichtungen mich sehr stark an Europa binden. Hier in Deutschland zum Beispiel hat man kulturell sehr viele Möglichkeiten, sei es Oper, Konzerte oder Theater. Die Vereinigten Staaten bieten diese Möglichkeiten nicht auf diesem Niveau an.
Es ist schockierend, dass eine Stadt wie Boston, die wirklich eine kulturelle Hochburg ist, kein Opernhaus hat. In San Francisco gibt es noch ein Opernhaus, mit einer lange Tradition. Ich bin dort auch schon selbst einige Male aufgetreten. Die Met in New York ist natürlich die Attraktion in Amerika, aber sonst ist es in Europa auf kulturelle Seite besser bestellt.

Dieter J. Maier:

Vielen Dank für das Gespräch und noch viel Erfolg bei Ihren weiteren beruflichen Projekten.


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