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Freiheit, Einheit, Europa

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zu Gast in Homburg

29. Januar 2008

Unter dem Motto” Einheit, Freiheit und Europa” stand am vergangenen Sonntag die vielbeachtete Rede von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der auf Einladung der Homburger Siebenpfeiferstiftung in der Aula des dortigen Johanneums als Gastredner und eigentlicher Star der Veranstaltung zugegen war.
Und in der Tat wurde der Weltdiplomat Steinmeier dieser Rolle gerecht.

Steinmeier sprach sich in seiner Festansprache nicht nur für die Aufarbeitung des deutsch-polnischen, sondern auch für die Fortführung des guten deutsch-französischen Verhältnisses in Europa aus. Wichtig sei ihm hierfür der Jugendaustausch zwischen Deutschland und seinen Nachbarländern, der schon in der Vergangenheit für die Verbesserungen im europäischen Verhältnis gesorgt hat.

Das Motto seiner Rede stellte Bundesaußenminister Steinmeier voll und ganz in die große Bedeutung des Hambacher Festes, dass für die deutsche Demokratie wegweisend gewesen ist. Denn beim Hambacher Fest blitzte schon die europäische Vision eines vereinigten Europas auf, so Steinmeier wörtlich.

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Eine besondere Rolle übernahm hierbei der damalige Homburger Landrat Phillip Jakob Siebenpfeifer, der zusammen mit dem Journalisten Johann Georg August Wirth für ein freies, demokratisches Deutschland eintrat. Für das Leben und Denken unserer Zeit bietet Siebenpfeifer, der unsere Region eigentlich nur gestreift hat, bis heute Identifikations-und Vorbildfunktion in ganz aktuellen politischen Themen.
Er, der in der entscheidensten Phase seines Lebens Demokrat geblieben war und im Kampf für seine Überzeugungen bis an die Grenze seiner Belastbarkeit ging, ist bis heute Ansporn geblieben, die freie und demokratische Gesellschaft der wir heute angehören, zu schätzen und nicht als Selbstverständlichkeit anzunehmen. Siebenpfeifer ist aus der deutschen Einheits- und Freiheitsbewegung zusammen mit seinem mit seinem Mitstreiter Wirth heute nicht mehr wegzudenken.

Nach dem Hochgefühl des Hambacher Festes wurden sie und ihre Mitstreiter mit Prozessen überzogen, eingesperrt, schikaniert und dedemütigt. Siebenpfeifer entzog sich seiner Inhaftierung duch Flucht und starb im Schweizer Exil bereits 1845 im Wahnsinn. Obwohl das Hambacher Fest nach dem Scheitern der Demokratiebewegung jener Tage in Vergessenheit geraten sollte, war der Wunsch des Volkes nach Einheit und Freiheit so stark, dass der erneute Versuch einer Demokratiebewegung 1848 mit der Gründung eines demokratischen Parlaments in der Frankfurter Paulskirche doch noch eine verspätete Genugtuung war. Somit sind die Visionen von damals Grundlagen unserer heutigen Verfassung geworden..

Insofern ist die Arbeit des Bundesaußenministeriums heute eine Fortsetzung der Bemühungen, die schon beim Hambacher Fest 1832 und danach eine tragende Rolle gespielt haben. Bundesaußenminister Steinmeier gab in seinem historischen Rückblick unumwunden zu, dass ohne die großen Visionen von Siebenpfeifer und Wirth ein vereinigtes Europa heute nicht denkbar wäre. Die europäische Vision und Dimension ist auch in den Forderungen nach der Freiheit Polens offenkundig geworden.
” Ich bin hierher gekommen, weil mir die Erinnerung und die Würdigung an all jene, die für Freiheit und Demokratie in unserem Land und in Europa eingetreten sind, wichtig genug ist”, so Bundesaußenminister Steinmeier gegenüber Saar Report.

Somit sind die Lebensziele von Siebenpfeifer und Wirth, für die sie Gesundheit, Freiheit und soziale Sicherheit aufs Spiel setzten, zwar erst nach ihren Lebzeiten in Erfüllung gegangen, aber beide verdienen es, wesendlich sorgfältiger im historischen und politischen Gesamtzusammenhang gesehen und gewürdigt zu werden.
Denn nach wie vor gilt, was schon Bundesaußenminister Steinmeier zum Ende seiner Festrede zum Ausdruck brachte:” Was sie damals forderten, bleibt für uns Aufgabe: Freiheit, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und europäische Verständigung”.

Quelle und Fotos: Dieter J. Maier


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