"Innovation bedeutet für mich persönliche Weiterentwicklung".

Interview mit Jan Hofer

14. November 2007

Zum Auftakt des Zukunfts- Kongresses ” Empower Saarland” zeigte die saarländische Landesregierung bei einer Festgala in der Gebläsehalle der Völklinger Hütte, die unter dem Motto” Innovation und Empower- Ziele” stand, dass das Saarland nach 50 Jahren auch wirtschaftlich wieder neue und erfolgreiche Wege eingeschlagen hat.
Der Moderator des Abend, ARD Nachrichten-Chef Jan Hofer war gegenüber unserem Magazin gerne bereit, sich in einem exklusiven Interview unter anderem zu den Themen Innovation, seiner beruflichen Karriere und der Bedeutung der Presse in der heutigen Zeit zu äußern.

Dieter J. Maier:

Herr Hofer, bedeutet Innovation bzw. Weiterentwicklung für Sie ganz persönlich?

Jan Hofer:

Innovation bedeutet für mich nicht, dass man das Rad neu erfinden muss, sondern sich persönlich weiterentwickelt und dass man nicht stehen bleibt. Ich glaube dass die Zeit in der wir leben das ja deutlich zeigt: wir kannten vor 15 Jahren die E- Mail noch nicht, das Internet stand noch in seinen Anfängen und wir hatten Handys, die waren so groß wie ein Koffer. Heute kommunizieren wir vollkommen anders.
Die Menschen sind international unterwegs, wir sind heute ganz anders gepolt. Wir sind auch nicht mehr Deutsche im eigentlichen Sinne, sondern zumindest Europäer. Unsere Kinder werden auch heute vollkommen anders erzogen und sich davon abzuschotten bedeutet nicht Stillstand, sondern Rückschritt.
Deswegen ist Innovation heute etwas lebensnotwendiges für uns alle, für die Gesellschaft, aber auch für einen persönlich.

Dieter J. Maier:

Welchen Stellenwert hatte Ihr beruflicher Erfolg für Ihr Leben?

Jan Hofer:

Das ist eine interessante Frage. Ich habe mal den Zeitpunkt sehr genau definieren können, als ich begonnen habe Erfolg zu haben. Ich kann Ihnen jetzt nicht sagen welcher Tag es war, welche Uhrzeit und welche Minute. Aber es war die Sekunde als ich festgestellt habe, dass ich den beruflichen Erfolg nicht für mein Ego brauche. Ich übe meinen Beruf gerne aus, ich scheue mich auch nicht vor Menschen, aber ich verbeuge mich nicht, wenn der Regen an die Fensterscheibe klatscht. Fernsehen ist mein Job, den ich gerne mache, so gut ich kann und so lange ich kann.

Dieter J. Maier:

Wie sehen Sie den Stellenwert der Presse in der heutigen Zeit?

Jan Hofer:

Die Presse hat eine ganz wichtige Aufgabe. Sie ist das Medium, “das den Finger in die Wunde legt” und das aufpasst, das unsere demokratischen Gepflogenheiten weiter entwickelt und auch wahrgenommen werden. Hier hat die Presse eine sehr wichtige Aufgabe, die sie für meine Begriffe nicht in allen Bereichen wirklich so ausübt, wie ich mir das vorstelle.

Dieter J. Maier:

Wie sehen Sie die Innovation Ihrer Kinder?

Jan Hofer:

Die Innovation meiner Kinder besteht darin, dass sie international groß geworden sind. Mein Ältester war ein Jahr in den USA, hat dort ein Praktikum gemacht und war danach ein Jahr in Costa Rica in der Kaffee- Industrie. Außerdem hat er dort noch eine Sprachschule besucht und studiert jetzt in den Niederlanden. Mein Jüngster macht gerade sein Abitur und wird den gleichen Weg gehen wie sein Bruder, vielleicht in anderen Ländern, aber auch in internationaler Richtung. Ich sehe zu, dass meine Kinder international aufwachsen, mehrere Sprache sprechen und sich dann einer sich dramatisch ändernden Umwelt stellen können.

Dieter J. Maier:

Bleiben Sie dem Saarland auch weiterhin erhalten?

Jan Hofer:

Ja, ich liebe das Saarland, finde das hier wunderbar, auch weil hier noch viele enge Freunde von mir wohnen, wie zum Beispiel Werner Zimmer, dem ich meine berufliche Karriere zu verdanken habe. Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, hier meinen Job so weiter zu entwickeln, wie ich das innerhalb der ARD gekonnt habe, dann wäre ich hier nicht weggegangen.

Dieter J. Maier:

Zum Schluss noch eine Frage. Welches Erlebnis ist Ihnen in Ihrer Karriere besonders in Erinnerung geblieben?

Jan Hofer:

Besonders in Erinnerung beblieben ist mir die erste Begegnung mit dem legendären Karl- Heinz Köpke, der damals als ich in Hamburg anfing, Chefsprecher der Tagesschau war. Ich bin ja körperlich nicht der Größte, was an diesem Tag noch eine besondere Rolle spielen sollte. Denn als ich sein Büro betrat, sagte Köpke zu mir nicht ” Guten Tag”, sondern: ” Endlich mal einer, der nicht größer ist als ich”.

Dieter J. Maier:

Herr Hofer, vielen Dank für das Gespräch.

Quelle:
Dieter J. Maier

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