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"Das Leben hat es gut mit mir gemeint"

Interview mit Werner Zimmer

15. Oktober 2007

Seit vielen Jahrzehnten ist Sportmoderatorenlegende Werner Zimmer nicht nur im heimatlichen Saarland bekannt und beliebt. Auch international hat sich Werner Zimmer in der Sportmoderation einen Namen gemacht. Unserem Magazin gegenüber gab er nun ein exklusives Interview über seine außergewöhnliche Karriere, sein Engagement für Muskelkranke und über seine große Leidenschaft-den Sport.
Dieter J. Maier:

Herr Zimmer, vielen Dank, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben. Sie haben letztes Jahr Ihren siebzigsten Geburtstag auf dem Websweiler Hof im Kreise Ihrer Freunde gefeiert und den Spendenerlös Ihrer Stiftung zukommen lassen. Wie kam es dazu?
Werner Zimmer:

Wir sind seit über zwanzig Jahren ein kleiner Freundeskreis, der sich “die Schneeforscher” nennt. Zu diesem Freundeskreis gehören unter anderem Uwe Seeler und Franz Beckenbauer, um nur die Bekanntesten zu nennen. Wir haben uns vor langer Zeit mal im Hause ADIDAS getroffen und treffen uns seither regelmäßig zum Wintersport und zum Golfspielen.Diesen Freundeskreis, der aus 14 Leuten besteht und andere Freunde habe ich zu meinem siebzigsten Geburtstag auf den Websweiler Hof eingeladen und die dort gesammelten Spenden meiner Stiftung zugeführt. Aber wir treffen uns auch zu anderen Gelegenheiten. Ab und zu lädt uns Franz Beckenbauer zu einem Tunier ein, dass ich, wenn ich Zeit habe, gerne moderiere.

Dieter J. Maier:

Sind Sie ein ehrgeiziger Golfspieler?
Werner Zimmer:

Ich war immer ehrgeizig, sowohl im Beruf als auch auf dem Golfplatz und ich kann auch über mich fluchen, wenn etwas nicht so läuft wie ich es mir vorgestellt habe.
Dieter J. Maier:

Was für ein Golf-Handycap haben Sie im Moment?
Werner Zimmer:

Im Moment habe ich Handycap 30.
Dieter J Maier:

Sie haben den Gelderlös Ihres Geburtstages gespendet. Warum?
Werner Zimmer:

Ja, das habe ich vorher schon zweimal gemacht. Das erste Mal zu meinem fünfzigsten Geburtstag, das zweite Mal zum Sechzigsten. Der Erlös ging immer direkt an die Stiftung für Muskelkranke.
Es gibt Menschen, denen geht es wesentlich schlechter als mir. Das Leben hat es immer gut mit mir gemeint. Und ich möchte mit diesen Spenden etwas von dem Glück zurückgeben, dass ich hatte. Auch früher gingen meine Honorare ,die ich für diese Spenden vorgesehen hatte schon an diese Stiftung. Damit wurde der Grundstock für das Forschungsprojekt an der Uni in Homburg gelegt. Es macht mir Spaß anderen zu helfen und Dankbarkeit wird mir dafür zurückgegeben.
Dieter J. Maier:

Wie haben Sie Franz Beckenbauer und die vielen andere Sportgrößen kennen gelernt?
Werner Zimmer:

Viele habe ich natürlich schon über meinen Beruf gekannt. Aus diesen vielen beruflichen Begegnungen sind dann im Laufe der Zeit echte Freundschaften entstanden, die bis heute anhalten. Dieser Freundeskreis ist exklusiv, aber er gibt sich nicht so. Es ist ein sehr harmonischer Freundeskreis, in dem man sich auf einer gemeinsamen Ebene austauscht.
Dieter J. Maier:

Wie hat sich Ihr beruflicher Werdegang entwickelt?
Werner Zimmer:

Ich wollte ursprünglich Lehrer in Saarbrücken werden, kam dann aber über Bekannte zum SR. Rudi Michel, der vielen noch ein Begriff sein dürfte, hat mich dann zum Radio gebracht. Dort habe ich meine Praxis deutlich erweitern können. Später durfte ich beim SR Fernsehen machen und das wurde dann auch mein Durchbruch.
Dieter J. Maier:

Hatten sie jemals Angst vor dieser Karriere?
Werner Zimmer:

Nein, weil ich immer wusste, dass Sport meine Leidenschaft ist und bleibt. Ich behaupte von mir, dass ich viele Fragen die sich mir stellen, sehr schnell für mich entscheiden kann. Man kann schon mal was im Leben bedauern, aber man darf nicht nachhaken, weil man dann den nächsten Schritt in Frage stellt. Meine Lebenseinstellung war immer positiv.
Dieter J. Maier:

Sie haben trotz Ihrer internationalen Karriere nie Ihre saarländischen Wurzeln verloren.
Werner Zimmer:

Ja, das ist richtig. Ich war vorher neun Jahre nicht im Saarland, kam erst nach dem Abitur wieder nach Hause. Im zweiten Weltkrieg war meine Familie und ich zweimal evakuiert auf einem Bauernhof im Hunsrück. Dort hatten wir entfernte Verwandtschaft. Ich hatte auch später das Glück, dass ich meinen Sender, den SR, nicht wechseln musste und kam über den SR dann relativ schnell zur Sportschau. Meine Liebe gehört dem Sport und dem Saarland und ich bin glücklich, dass ich meine Leidenschaft zum Sport zu meinem Beruf machen konnte.
Dieter J. Maier:

Herr Zimmer, vielen Dank für das Gespräch.

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Categories: Sport
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